Man proposes – GOD disposes

Natürlich ist es stets schwierig, Erfahrungen mit GOTT zu kommunizieren, geschweige denn zu vergleichen. Dennoch halte ich gerade dies für wichtig, um das Unterscheidungsvermögen zu trainieren, eine der Hauptfähigkeiten des Höheren Bewusstseins. Denn es geht bei weitem nicht ausschliesslich um Liebe, Friede, Mitgefühleierkuchen. Es geht darum, die WAHRHEIT zu erkennen und von den Fakes zu unterscheiden. Dazu dient dieses Spielfeld der Dualität, auf dem sich die Egos bis zur Erschöpfung verausgaben.

Vielleicht ist das nur mein persönlicher Eindruck, vielleicht jedoch ist es eine Folge der alles da draussen beherrschenden Angst, dass die Esoterikfront derzeit wieder Vollgas gibt. Von „Kryons“ neuesten Erkenntnissen schrieb ich bereits in einem Nebensatz. Diese lassen zugehöriges Channelpersonal auf diese Welle aufhüpfen, man muss ja im Geschäft bleiben, gelle. Ja, manchmal bin ich soooo gemein. Ich halte nichts von esoterischem Bimmbamm und schreibe wie ich es sehe. Ein jeder mag sich selbst einen Eindruck über die Channelings aus 2006 bis 2012 verschaffen und das Wörtchen „bald“ zählen. Ich kann euch aus dem Stehgreif ein Channeling zaubern, das keins ist, das auf euch jedoch dieselbe Wirkung hat wie der Kram der Channelingopfer da draussen. Sorry for that.

Gestern sah ich aus dem Augenwinkel auf einer beliebten Video-Platt-Form ein Video, in dem man uns verraten wollte, wie „das Universum“ unsere Bestellungen ausliefert, so sinngemäss. Auffallend war die Behauptung, dass dieses bekanntlich „unconditional“ sei, was damit übersetzt wurde, dass es nicht nach Sinn oder Unsinn der irdischen Wünsche frage und angeblich alles fraglos klaglos ausliefere. Was geht da im Egoköpfchen vor sich?

Wer sich mit seinem eigenen Ego jahrelang auseinandersetzt, der kommt irgendwann in die glückliche Lage, dieselben Denkfehler, die er selbst hinter sich gelassen hat, bei anderen Menschenegos wiederzuerkennen. NUR der kommt in diese Lage. Mein WEG führte mehrere Jahre durch die Esoterikfachabteilung (zu den überteuerten Glassteinchen bitte rechts entlang), und damals probierte ich all diese immer schon schicken und geldbringenden Behauptungen der Eso-koniferen am eigenen Leibe aus. Inklusive Manifestationsbüchlein etc etc pp. Nonsens, of course.

Natürlich gibt es noch einen Einwand vorab, der schwer von hier unten aus zu überprüfen, der jedoch anzunehmen ist: Vielleicht ist für Bewusstsein auf einer bestimmten Stufe zu bestimmtem Lernzweck ein „Anrufbeantwortergott“ genau das Richtige und daher für diese Leute tatsächlich existent. Ich kann nur von meiner Warte aus berichten, und hier gibt es so einen AB nicht.

Meine Erfahrung ist eine andere, unbequemere: Man proposes, GOD disposes. Der Mensch macht Vorschläge, GOTT wirft sie auf den Müll. Das klingt nach Gemeinheit, das klingt nach Spezialbehandlung. Und das klingt nach krasseren Lernerfahrungen. Nicht, dass unsereins sich nicht einmal pro Woche wünschen würde, es würde einfach einmal etwas einfach geradeaus gehen! Nach Egos Wunschrichtung also. Weit gefehlt.

Was stellen sich die Modernmainstreambuddhisten unter „das Universum“ vor? Ich hatte von je her damit eine Vorstellung verbunden, die vor allem die physischen, also materiellen Körper im All umfasst, die Sonnensysteme und Galaxien. GOTT war für mich immer schon etwas anderes, nämlich das, das alles Lebendige durchzieht, durchstrahlt, ihm innewohnt. „Das Universum“ sind für mich die Planeten und Sterne. GOTT war auch noch nie ein Anrufbeantworter für mich. ER war stets ein individuelles Ganzes, das mir zwar innewohnt, mir jedoch gleichzeitig partnerschaftlich gegenübersteht. Früher dachte ich, der mag mich nicht, heute weiss ich, ich mag mich manchmal nicht, ER mag mich immer. Das ist die Wandlung, die sich vollzogen hat. Das Universum ist immer noch irgendwo da draussen und nicht für meine Lebensziele zuständig. Das ist meine Sicht der Dinge, die mich stets von Irrwegen weggezogen hat, insofern ist sie praktikabel. Ob jemand, der wie ein Irrer herumwünscht damit langfristig (und ich meine wirklich langfristig, inkarnationsübergreifend) glücklich wird, halte ich für fragwürdig. Doch selbstverständlich ist jeder Umweg willkommen, weil es dabei so viel zu lernen gibt.

GOTT ist also unconditional nicht im Sinne von: Beim Alten kannst du bestellen was du willst, der muss dir alles erfüllen. Ego hofft das, denn das bedeutet, Ego behält die absolute Kontrolle über die Dinge, die ihm im Leben widerfahren, oder zumindest bestünde in diesem Denkgebilde die Möglichkeit, diese Kontrolle zu erlangen. Das wird dann mit Erleuchtung gleichgesetzt. Jesus konnte schliesslich auch alles ranholen, was gerade gebraucht wurde, oder etwa nicht? Hier lauern böse Fallen, die das Ego in seinem Wahn nicht bemerkt.

Aus dem Weg gehen und GOTT machen lassen ist etwas Gänzlich anderes als sich permanent Egowünsche erfüllen zu wollen und dazu Höhere (?) Kräfte benutzen zu wollen. Vorsicht ist geboten. Letzteres ist nämlich nichts als Magie, und diese fordert stets einen Preis. Auch wenn das zunächst nicht so aussieht. Wer meint, GOTT übertölpeln zu können, wird eines Tages ein böses Erwachen haben.

Ego kann sich nicht vorstellen, sich ganz in die Hand eines Höheren, denkenden und entscheidenden Wesens zu begeben. Ego will autark sein, die Macht haben, unabhängig sein Leben selbst gestalten und sich selbst ver-wirklichen (Werbespruch Nr. 1 in der Egowelt), will sich seine privaten Träume erfüllen und will haben, haben, haben und was Tolles darstellen.

Wer sich statt mit einem wie auch immer gearteten nichtwertenden Universum mit dem lebendigen intelligenten GOTT einlässt, beginnt andersartige Erfahrungen zu machen. Dann geschieht in der Regel zunächst das Gegenteil von dem, was Ego sich so vorstellt. Denn Ego hat keinen Überblick und kennt zudem die letzte und die folgende Inkarnation nicht, wie also sollte Ego wissen, was es sich wünschen soll?

GOTT ist unconditional auf eine völlig andere Weise: ER behandelt jeden Menschen gleich – nämlich individuell. Sofern derjenige aufhört, es wie alle anderen haben zu wollen (oder wie ihm in den Medien weisgemacht wird, wie alle anderen es angeblich hätten).

Wie ich schon so oft schrieb: Es ist einerseits wesentlich entspannter, zu schauen was GOTT will. Das ist andererseits eine rasante Strecke die du dann hinlegen wirst, und dir wird alles im Aussen weggenommen werden. Zu Lernzwecken. Du wirst die Erfahrung machen, die sich jede Frau in den Kitschromanen so sehr ersehnt: Dass da Einer ist, der keinen anderen neben sich duldet und alles dafür tut, ihr die Welt zu Füssen zu legen.

Damit sie sich noch einmal den Dreck von den Schuhen streifen und dann barfuss weitergehen kann.