Der sog. „innere Schweinehund“

Menschen mit Vernunft, die angefangen haben, hinter das Lügensystem auf der Erde zu schauen wissen schon, dass „man“ uns zu Tieren degradieren möchte, die wir nie waren und nie sein werden. Grundsätzlich sind Menschen KEINE Tiere und stammen auch nicht von diesen ab. Ein jeder darf sich gern selbständig nach innen wenden und dort nachfragen und sich zusätzlich im Netz oder in Büchern informieren.

Uns wird in diesem Ansinnen der sog. innere Schweinehund unterstellt. Dies verursacht in unserem Denken Schuldgefühle, wo keine hingehören.

Joseph Benner schreibt, dass wir unser Bewusstseinszentrum dorthin zurückverlagern müssen, wo es eigentlich ist und immer war: Unser Ego ist es jedenfalls nicht. Ein Beispiel, wie dieses korrekte Bewusstseinszentrum arbeitet, darum geht es heute.

Wie wohl jeder von euch mitbekommen hat, befinde ich mich auf dem Weg der KrebsHEILUNG, und dazu gibt es von innen her jeden Tag Lektionen. Ziel ist es, denjenigen Pol zu leben, der bisher nicht gelebt wurde, was bedingt hat, dass der Krebs es für mich tun musste: Rücksichtslosigkeit, Selbstbezogenheit, mich selbst an erste Stelle setzen, gewisse Formulierungen aus meinem Bewusstsein zu streichen a la „Ich mach das schon“, „Ich schaff das schon“, „Gib mir die ganze Verantwortung“, uvam. Krebs ist bekanntlich die „Krankheit der Heiligen und Märtyrer“. Eigentlich schreibe ich aktuell ein Buch über meinen Heilungsweg.

Eigentlich.

Heute früh stand ich gemütlich unter der heissen Dusche und entsponn in Rosenseifenschaumduft, als sich mein innerer Antreiber meldete: Du musst heute das Buch weiterschreiben. Als Antwort kam ein Bäh. Ich wollte lieber mein neues Projekt weiterverfolgen, sprich Häkelpullover anfertigen. Dazu kam ein klares Yeah. Aber du musst für die anderen das Buch fertigschreiben! tönte es erneut aus der Ecke des vermeintlichen Gewissens. Bald musst du wieder in das Büro, dann wird die Zeit knapper und es wäre besser, jetzt zu schreiben. Vergeude deine Zeit nicht mit Häkelei.

RUMMS. Das ist eine der typischen Situationen, die über Jahrzehnte den Krebs in meinem Körper not-wendig gemacht hatten. Die Symptomatik „Krebs“ erfordert einen totalen Wendepunkt im Leben des Betroffenen. Es muss, vor allem, komplett anders gedacht werden.

Was ist am Häkeln schlechter als daran, heute an dem Krebsbuch weiterzuarbeiten?

Antwort: Häkeln tue ich nur für mich selbst.

RUMMS! Da ist er, der nächste Heilungsschritt!

Etwas ist nicht schlecht, wenn es nur für mich ist. Das mag manch einem seltsam vorkommen, dass ich das erst lernen muss, so zu denken, doch jeder Krebspatient kennt das. Ich behaupte: JEDER. Egoisten denken immer so. Sie haben dafür Probleme mit dem anderen Pol und bekommen womöglich einen Herzinfarkt.

Was hat das mit dem eigentlichen, dem wahren Bewusstseinszentrum zu tun?

Weiss ETWAS (=SEELE = GOTT) in meinem Innersten nicht besser, was jetzt sinnvoll zu tun und zu lassen ist? Wird das Buch gut, wenn ich es unter „sollte-müsste-hätte“ schreibe? Warum habe ich Angst um einen Zeitplan, den nur mein kleiner Verstand sich ausgedacht hat? Wer weiss, ob ich in der wenigeren Freizeit demnächst nicht effektiver schreibe? Wer weiss, ob wir nicht wieder alle nach Hause geschickt werden? Wer weiss, ob ich nicht SO einen Schub bekomme, wie schon oft geschehen, dass ich das Buch in einem Wochenende wegschreibe… , …? Wenn es so viele Wer Weiss gibt, dann gibt es nur einen Weg (und es gibt IMMER so viele Wer Weiss!). Ich tue, was mir heute am meisten FREUDE macht. Heute. Morgen …. kümmert sich GOTT um morgen.

Wenn ich heute ohne das antrainierte (!) schlechte Gewissen mich meiner Häkelarbeit hingebe, dann entspanne ich, schalte in einen heilsamen inneren Modus und gehe abends zufrieden ins Bett. Und eines Tages schreibe ich ohne drüber nachzudenken an dem Buch weiter, weil es DANN dran ist.

Das klingt superleicht, doch es ist irre schwer, weil es ungewohnt ist und einem waghalsig vorkommt, auf diese Weise „jemand anderen“ steuern zu lassen. Doch es ist in Wahrheit nicht „jemand anderer“. Dem getrennten Verstand erscheint es jedoch so. Wer hat in mir denn die FREUDE am Häkeln, am kreativen Erschaffen mit Baumwolle, erzeugt? Der Verstand kann nichts erzeugen, ausser unsinnige Gedanken.

Was wäre aus diesem Artikel geworden, wenn ich diese Erkenntnis vorhin nicht gehabt hätte? Ich hätte euch nicht davon berichtet, was wiederum letztlich auch „anderen zugute kommt“. Und es war leicht, ich musste mich zu diesem Artikel nicht zwingen. Jetzt haben alle was davon. Und ich gehe häkeln.

Tschieerioh!