Ungesunde Strukturen in irdischen Partnerschaften

Natürlich bin ich regelmässig der Buhmann, bzw die Buhfrau, wenn ich in Gesprächen auf Missstände hinweise. Natürlich könnte ich auch die Klappe halten, doch wenn der innere Shit-Detektor schon dunkelrot blinkt, und mir jemand zudem eine Steilvorlage liefert, dann hau ich meine Erfahrung raus, denn es gibt für alle Beteiligten dabei etwas zu lernen. Und nichts könnte jemals wichtiger sein als das Lernen. Insgesamt ist das was ich gleich beschreibe nicht so wichtig, eigentlich ist es nur ein kleines Symptom der kranken Strukturen, doch ich benutze es hier für euch heute als Lehrbeispiel. Es gibt fraglos schlimmere Ehekatastrophen, doch dies ist etwas hübsch Subtiles, was den meisten sicherlich unbemerkt durch das Alltagsdenken schlüpft. Daran könnt ihr ablesen, dass es unabdingbar wichtig und alles entscheidend ist, eure Motive zu beobachten, warum ihr etwas tut, etwas sagt, etwas erlaubt.

Ich lerne dabei auch: über die Funktionsmechanismen des Egos, die überschaubar sind aufgrund der engen Programmierung, in der wir erzogen wurden. Es ist stillschweigend eingeteilt in „das ist gut“ und „das andere ist böse“. Ich bin selbstredend das andere, weil ich eine nicht den Programmierungen entsprechende freie Ansicht vortrage.

Ein Beispiel soll folgen:

In einem Fratzbuch-Thread hiess es in dem Eröffnungsbeitrag ungefähr so; ich hab es mir nicht auswendig gemerkt und bin aus der Wolle-Stricken-Eierkuchengruppe bereits ausgetreten:

Mein Mann hat sich einen neuen Akkuschrauber bestellt. Dann kaufe ich mir diese Wollknäuel! sagte ich. Ja ist gut, mach mal, antwortete er.

Nun wollen wir gleich mit dem genauen Hinschauen beginnen. Warum schreibt eine Frau so einen Text? Was will sie den anderen damit zeigen? Denn sie hat nicht einfach geschrieben, dass sie die auf dem Foto abgebildete Wolle gekauft hat. Nein, die Szene einer Ehe musste beschrieben werden. Wozu?

Natürlich fragt sich der programmierte Mensch das nicht und schreibt einfach irgendwas – und verrät sich damit. Offen – sichtlich wollte sie den gesellschaftlich vorgeschriebenen Tatbestand der ehelichen modernen Kommunikation und Gleichberechtigung beweisen, dass sie es also mit ihrem Mann richtig macht, und erhoffte sich vielleicht das Abklatschen durch die Genossinnen in dem Wollverein. (Dazu passend schrieb jemand in den auf meinen Einwand folgenden Kommentaren, dass es eben Ehen gebe, in denen die Partner miteinander reden. Frage ich mich: auf welcher Basis reden die, Wahrheiten oder Lügenstrukturen? Ich sei ja nur neidisch und vermutlich wäre meine Ehe nicht so toll. usw usf.)

Etwas schwingt an Unsicherheit dabei mit, wenn jemand so einen kindlichen Text schreibt, das bei mir den Shit Detektor anwarf: Da steckt eine Lüge – nicht, dass die Schreiberin die Tatsachen verdreht hätte, sondern eine Lüge darüber, wer sie in Wirklichkeit ist. Dies wird in der allgemeinen Corona-Diskussion auch nicht verstanden: Die Lüge steckt nicht in den gefälschten Zahlen, sondern darin, dass uns vergessen gemacht wird, wer wir wirklich sind.

Zurück zu unserer „gleichberechtigten“ Ehe: Der Mann kauft was – dann will ich auch. Das sind Geschwisterstrukturen! Das hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun sondern mit einer Art Ausgleich, nicht leer ausgehen zu wollen, wenn der andere aus dem gemeinsamen Topf etwas herausnimmt, vielleicht sogar den anderen zu beneiden. Da genauer hinzuschauen könnte für die Frau einen Quantensprung bedeuten.

Der Mann nickte ihren Kauf ab und erlaubte ihn: Ja, mach das mal. Was wäre gewesen, diese Frage drängte sich mir auf, wenn er es nicht erlaubt hätte? Ich schliesse aus all dem, dass es nur ein gemeinsames Ehekonto gibt. Welche erwachsene Frau bitteschön würde sich freiwillig in eine Ressourcengemeinschaft begeben, die von Papa bewacht wird, nun stellvertreten durch den Ehemann? Der, wenn nicht Papa, so doch mindestens grosser Bruder ist? Und was geschieht, wenn auf eine solche Denkweise bzw Mentalität Coronaregelungen des Papa Staates treffen? Erwachsen sein hängt eben nicht von den Lebensjahren ab, sondern von der spirituellen inneren Befreiung.

Ich schrieb darauf: Das wüsste ich aber, dass ich mir von einem Mann vorschreiben lasse, was ich kaufe und was nicht. (Wohl wissend, dass sich die Ehefrauen-Egos getriggert fühlen werden, und so war es denn auch heute früh. Ich hatte diese Situation mehrfach während meiner Ehe erlebt, anno dazumal, und daraus gelernt, schreibe also aus Erfahrung.)

Jemand, der oder die wach ist oder werden will, hätte mir etwa sowas geantwortet: Interessant, warum schreibst du das? Was ist falsch daran, sich in einer Ehe abhängig zu machen? (und würde zulassen, dass die Antwort seine oder ihre eigene Ehe in Frage stellt, dass Veränderungen not-wendig sein könnten und weitere Arbeit auf die Person wartet.)

Also kurzum: Was kann ich hier von deiner Erfahrung lernen, Katrin?

Weit gefehlt. Ich wurde zerlegt. Bis hin zu meiner Wortwahl, die kritisiert wurde, weil ich ein Wort benutzte, dass es nicht gibt, wie mir erklärt wurde. Wenn der Inhalt zu brisant ist, wird von Egos die Form kritisiert. Mir wurde weiterhin Missgunst unterstellt (Spiegelwirkung, ich beneide, GOTT weiss das, niemanden, der auf Erden eine Ehe führt), und insgesamt war ich die Böse. Nun, ich kann damit bestens leben, finde es dennoch immer wieder erschreckend, wie klein gestrickt und stereotyp die Egos reagieren. Dieselben Gespräche nämlich gab es damals anno 2007 in diversen esoterischen „Dualseelen“-Foren. Und zu anderen Themen auch in anderen Foren.

Nirgendwo ist eine anderslautende Meinung gefragt. Warum kann ich auf fratzbuch nicht „dislike“ anklicken? Wer disliked, muss das schon mit Worten tun, und macht sich so angreifbar. Wer nur artig und meinungskonform liked, kann schweigend in der grossen Masse verschwinden.

Ego will alles, bloss keine Veränderung, und wenn eine Ehe unter tausend Lügen und Kompromissen funktioniert, darf daran nicht gerührt werden. Bis einer ausbricht und dann steht der Status quo-Verteidiger da und bereut, sich so lange dies und jenes gefallen lassen zu haben. Dann ist Heulen und Zähneknirschen. Ich würde heute beim allerersten Anzeichen die Beziehung diskutieren und ggf verlassen. Wäre ich damals schon erwacht gewesen, gäbe es meine Tochter heute nicht. Insofern war alles zu seiner Zeit richtig, doch zwischen seiner Zeit und heute gab es gottlob Ent-wicklung. Sonst hätte ich dieselbe Ehe wiederholen müssen, damit ich es im zweiten Anlauf vielleicht lerne. Die Lektion wäre in jedem Fall zu 100 Prozent wiederholt worden. Das geschieht den Frauen, die jammern, dass sie immer an denselben Typ Mann geraten. Fazit: Umweg erspart durch Wachwerden und Wachstum.

Aus der Friede Freude Eierkuchen Gruppe bin ich rausgegangen. Das ist nicht mein Arbeitsgebiet. Ich schreibe für Menschen, die bereits diese kindlichen Strukturen durchschaut und hinter sich gelassen haben und sich um die einzige wirklich wichtige BEZIEHUNG in ihrem Dasein kümmern.