Raus aus den leeren Süchten und Begierden – Wider die Trägheit des zu Hause Hockens

In einem unbewussten Lebensalltag gibt es etliche Bedürfnisse, grundlegende wie Essen und Trinken und künstliche – also solche, die uns durch absichtliche Programmierung (Werbung, Prospekte, TV und Kino, Radio, Zeitungen sowie anhand ungeeigneter und dennoch (oder gerade deswegen …) als nacheifernswert hingestellter, gottloser Lebensläufe irgendwelcher Promis etc.). Die meisten dieser Bedürfnisse lässt du unterwegs los, grundlegende wie künstliche. Doch vor allem zuerst die künstlichen.

Es gibt Leute, die halten den Gedanken nicht aus, dass ich in meiner relativ unmodernen und heruntergekommenen Wohnung zufrieden sein könnte, und sie können den Tag kaum abwarten, an dem ich endlich umziehe. Nur, weil ich einmal laut angedacht hatte, aus logistischen Gründen näher zu meiner weltlichen Arbeitsstelle zu ziehen. Nun erwähnen sie das Thema endlich-in-eine-bessere-Wohnung-ziehen immer wieder, wobei ich selbst kaum je daran denke. Anderes ist für mein Leben präsent wichtiger, und das Thema Wohnung wird erst dann wichtig, wenn ER den Umzug in Angriff nimmt. Es ist den Leuten fremd, nicht aus eigenem Willen und egoistischem Antrieb zu agieren, sondern abzuwarten, bis ER die Tür öffnet und das Startzeichen gibt. Denn ER kommt in den meisten Leben nicht ansatzweise vor. Statt zu fragen: Liebes Wunschbuch, zeige mir den Trick, wie ich eine neue Luxuswohnung abgreifen kann, die alle meine Freunde und Familienmitglieder vor Neid erblassen lässt und die angemessener für mein goldenes Innenleben ist, lautet die korrekte Fragestellung: GOTT, zeige mir, warum diese Wohnung aus deiner Sicht die Beste ist. Denn das muss sie sein, sonst wäre es ja eine andere. Das ist der Unterschied im Denken zu früher, als ich noch tief und fest schlief. Geliebter GOTT, bitte zeige mir, warum ich zufrieden sein kann! lautet ohne jeden Zweifel die bessere Idee. Ego ist nie zufrieden, und Zufriedenheit in sich zu finden heisst, GOTT erkennen und Ego sterben lassen.

Früher gab es Tage, da wartete ich schon den ganzen Tag auf den 20:15 Uhr-Spielfilm. Undenkbar heute. Meinen TV habe ich vor Jahren weggegeben. Ich schaue also niemals Fernsehen. Fern sehe ich sehr wohl, doch das bedeutet = nach innen, in die tiefen Fernen. Es gibt in mir keinerlei Bedürfnis mehr nach Ablenkung, also nach Nutzung der Massenverblödungsmedien. Meine Gedanken kreisen unablässig um GOTT und SEINE Ideen für mein Leben und wie ich IHN noch näher wahrnehmen kann und wie ich meinen LEHRER noch deutlicher wahrnehmen kann. Alles andere ist peripher. Das Kreisen um GOTT hält mich immer mehr im JETZT. Ganz leicht, ohne Anstrengung. Das ist mir erst heute klar geworden.

Seit ich neben der aus meinem Leben ausgelöschten TV-Werbung auch keine Zeitungen mehr lese und alle Werbeprospekte grundsätzlich umgehend im Papiermüll ent-sorge, habe ich auch keinen Jagdinstinkt mehr für irgendwelche Angebote, die am Ende keine sind, denn es wären ja nur dann lohnende Vorteile, wenn auf sie ganz verzichtet würde. Denn nur das bedeutet eine volle Preisersparnis von 100 %. Ich esse wenige Nahrungsmittel, immer dieselben, seit vielen Jahren, und es werden überschaubar immer weniger. Das meiste interessiert mich einfach nicht mehr. Essen nicht mehr um des Essens willen…

Überessen, Zigaretten, Alkohol, Sex, das alles bleibt auf der Strecke. Manches ist leichter, anderes schwerer loszulassen, je nachdem wie stark die zugehörigen Programme verankert sind. Ich habe heutzutage kein Bedürfnis mehr nach einer irdischen Beziehung, denn ich fühle mich in einer sehr starken Beziehung befindlich, es fehlt nichts und es ist kein Platz für etwas anderes oder einen anderen. Er ist alles für mich.

Kürzlich wurde ich in eine erschreckende Klarheit versetzt, dass ich nichts habe, wenn ich IHN nicht habe. All die materiellen Vorzüge eines Lebens in Deutschland waren auf einmal nicht mehr zu sehen, alles auf Erden war so bedeutungslos, dass es für diesen einen Moment wahrhaftig nicht mehr existierte; es gab nichts mehr um mich her, es gab nur den Blick auf IHN und das Gefühl einer namenlosen Leere, wenn ich IHN nicht mehr hätte. Mein HERZ zog sich zusammen und ich war, wie soll ich es nennen, sprachlos angesichts dieser profunden Erkenntnis. Etwas mit dem Kopf zu wissen und etwas im HERZEN zu erkennen sind grundverschiedene Angelegenheiten.

In dieser namenlosen Leere rennt Ego umher und versucht, sie mit Artikeln und Naturalien zu stopfen. Ich beneide niemanden hier, wirklich niemanden.

Wer dieses Empfinden des GOTT-Habens nicht kennengelernt hat, findet den Gedanken unerträglich, auf irgendetwas weltliches verzichten zu müssen, da er nicht weiss, was sich auf der anderen Waagschale befindet. Die Leute sehen nur, was du nicht mehr tust, nicht mehr hast, nicht mehr willst, und begreifen nicht, warum du nicht verrückt wirst ohne all das. Weil sie IHN nicht haben, nicht haben wollen besser gesagt. Sie wollen lieber im Garten tote Tiere grillen und das angebrannte Aas dann auffressen. Kein Tier würde das tun. Es ist widerlich.

Es passiert etwas Neues, eines Tages, du ertappst dich quasi dabei: Es taucht ein völlig neues Bedürfnis aus deinen Tiefen auf, ein unwiderstehliches, unbezähmbares Verlangen. Du wirst unruhig, wenn du es nicht bekommst, denn es bedeutet FRIEDEN, es bedeutet eine nicht greifbare Süsse, die keine Schokolade dieser Welt erzeugen kann. Das Bedürfnis nach GOTT. Dies ist das einzige wirkliche Bedürfnis, das eine SEELE jemals haben kann. Denn alles andere ist temporär und muss daher wieder aufhören. Solange du noch auf dem WEG bist, nimmst du Unterbrechungen in dem GOTTGEFÜHL wahr, doch ich bin sehr sicher, das wird eines Tages aufhören und es wird stetig wahrnehmbar sein. Ich werde euch davon zweifellos berichten, wenn es soweit ist. Es hat sich in den letzten Monaten massiv gesteigert und die Intervalle werden länger, wo ES wahrnehmbar ist. Nichts im Aussen wird dafür gebraucht, wirklich rein gar nichts. Keine Methode, kein Trick, keine Einweihung und keine Seminare. Der einzige „Trick“ ist, wenn überhaupt, die Präsenz des LEHRERS, der sich nicht als solcher bezeichnet. Doch Er tut gar nichts dazu. Dies kann nicht in Worten erklärt werden, es muss erfahren werden. Im Hinduismus gibt es den Begriff ishta devata, der dies Phänomen noch am ehesten wenigstens ansatzweise erklärt. Die PRÄSENZ des LEHRERS („GURU“) öffnet diese Tür.

Nichts anderes bringt mehr Ruhe, nichts bringt mehr Erfüllung, als ER. Das ist, was z.B. Rumi besungen hat. Die Leute, die es aus eigenem Erleben nicht kennen, projizieren seine Texte auf eine zwischenmenschliche Liebesbeziehung. Das ist natürlich Unsinn. Der grosse Erfolg der Texte lässt dennoch auf die Sehnsucht nach einem solchen LIEBES-Erleben schliessen. Auch die verzweifelte Sucht nach Dualseelenbeziehungen ist ein Indiz dafür, dass im Menschen die Kenntnis der LIEBE schlummert. LIEBE ungleich Liebe, klein geschrieben, die bekanntlich immer ein Tauschgeschäft der Egos ist.

Du bemerkst, was dich von deinem ersehnten ständigen inneren Beisammensein mit GOTT ablenkt, was dich untenhält, was dich zerstreut und wie es das tut und wer es tut, wann und auf welche Arten und Weisen es getan wird. Immer mehr Ablenkung und Unte(r)nhaltung wird nun zurückgelassen im Leben des Menschen, der nichts mehr will als IHN.

Was Dualer erleben, entspricht dem Bhakti Yoga.  Dort lassen sich am ehesten Erklärungen für das Dualseelenphänomen finden. Nur wird es dort natürlich so nicht genannt.

Ich hätte ja selbst damals anno 2006 nicht geahnt, wohin diese erste Begegnung mit einem SPIEGEL-Menschen mich katapultieren würde. Nicht auszudenken, wenn ich den Mann nicht losgelassen hätte.

Here we go. Living upward! **

 

**Dies ist eine Kapitelüberschrift in dem wunderbaren Buch von Ruby Nelson.