Telefonate mit Robotern – die Reklamationsabteilung bei DHL

Ein sehr gutes Beispiel für die sture Roboterhaftigkeit, zu der manche Menschen auf ihren Arbeitsplätzen leider gezwungen (?) sind (wovon? Antwort: vom Geld), ist die o.g. Abteilung, mit der ich soeben das telefonische Vergnügen hatte.

Ich habe heute einen Tag Urlaub, weil hier im Haus die Abwasserrohre von einer Fachfirma gereinigt wurden. Das war praktisch, dachte ich zumindest, denn ich erwarte ein Paket, das mit DHL zugestellt werden sollte. Gerade checkte ich den Sendungsstatus und erfuhr:

Status am Di, 10.03.2020 13:25 Uhr:
Leider war eine Zustellung der Sendung nicht möglich. Gründe hierfür können sein: Kein Zugang zum Gebäude, kein Schild an der Klingel, Empfänger ggf. verzogen, etc.

Das ist kurios, da ich hier quasi neben der Klingel warte, dass dieses Paket kommt.

Also suchte ich und fand eine Telefonnummer für Reklamationen. Die Dame dort fragte mich, ob mein Name am Briefkasten stehe. Ja, seit 2011. Ich erklärte ihr, dass hier einmal pro Woche Pakete einfach so nicht zugestellt bzw. einfach wieder zur Filiale gebracht werden, und wann meine beste Freundin endlich ein Gehalt von DHL bekomme, da sie ja die Pakete für mich abholt und sie mir zustellt. Darauf ging die Dame nicht ein.

Stattdessen veranlasste sie eine Adressprüfung, und ich solle morgen Abend nach 18 Uhr noch einmal nachfragen. Auf meine Frage, wozu das gut sein soll, wiederholte sie, dass zuerst eine Adressprüfung stattfinden werde. Ich fragte: ja warum denn um alles in der Welt? Erwidert sie: Weil das System sagt, meine Adresse stimmt nicht.
Ich versicherte ihr (das klingt ja wie bei Kishon!) dass ich hier seit 2011 wohne mit dem immer selben Klingelschild und meinem Namen am Briefkasten. Sie erwiderte, dass sie eine Adressprüfung durchlaufen lassen müsse und dass eine erneute Zustellung versucht werde und dass ich morgen anrufen sollte, dann könnte das überprüft werden, wo das Paket geblieben sei.
Ich sagte ihr, dass die Briefpost auch täglich ankomme und dass der Fahrer von Amazon heute noch den Weg zu mir gefunden hatte, da offenbar mein Name sehr wohl am Briefkasten stehe. Sie erwiderte, dass sie eine Adressprüfung vornehmen lassen müsse, da meine Adresse offensichtlich nicht stimme. Es werde einen neuen Zustellversuch geben und ich solle morgen nach 18 Uhr wieder anrufen.
Ich fragte sie, ob sie mich loswerden wolle und ob morgen ein Kollege dort sitzen würde, der sich dann mit mir rumärgern müsse? Sie erwiderte, dass mein Name nicht auf dem Briefkasten stehe oder meine Adresse nicht stimme und sie eine Adressprüfung durchführen lasse. Morgen nach 18 Uhr könne man mir weiterhelfen.
Ich sagte danke, offenbar können sie mir nicht helfen. Erwidert sie: Aber wir telefonieren seit zehn Minuten! Ja, sage ich, und Sie haben zehnmal das Wort Adressprüfung gesagt. Und ich versicherte ihr, dass ich morgen Abend nach 18 Uhr nicht noch einmal anrufen werde.
Es war nicht aus ihr herauszukriegen, wo ich mich konkret über den hiesigen Zustellbezirk beschweren kann.
Ich hätte beinahe angefangen zu weinen, weil es solche Blüten treibt, was sie hier aus den Menschen machen. Unfasslich.
Fazit: Ich könnte nie beim DHL-Kundenservice arbeiten – dafür bin ich viel zu lebendig.