Der Sinn des Menschen und die Spitze der Nahrungskette

In der Esoterikfachabteilung wollte man mir beibiegen, dass jeder selbst Gott sein kann, wenn er oder sie sich nur Seiner richtig bediente. Dass in einem jeden selbst diese Instanz steckt, und zwar solchermassen, dass wir so weitermachen könnten wie bisher, nur mit weniger Problemen. Ich spürte immer, dass dort eine Lüge waberte, dass da etwas nicht stimmte. Und so ist es.

Natürlich steckt GOTT (gross geschrieben aus den bezeichneten Gründen) in jedem Menschen, denn ER ist das (höchste) BEWUSSTSEIN. Doch wie könnte ein Mensch im Self Consciousness sich GOTTES bedienen nach eigenen Wünschen? Die Erfahrung eines jeden (ausnahmslos!) Menschen, der ins Cosmic Consciousness gehoben wurde, lautet anders: GOTT bedient sich unser, und zwar, um allen anderen zu DIENEN. Wir sind keine Götter, sondern Werkzeuge GOTTES. Und wir werden nie wieder so weitermachen können wie bisher. Wir werden unser eigenes Wünschen vollständig aufgeben – bis auf den einen WUNSCH: GOTT nahe zu sein.

Im Voranschreiten auf diesem einfachen, doch nicht sehr leichten WEG wächst mein Verständnis der GRÖSSE dieses GOTTES, und ER passt kein bisschen in irgendeine Tool-Sammlung. Wir müssen uns nur betrachten, wozu ein CHRISTUS-Mensch (d.h. ein Mensch auf einer sehr hohen Bewusstseinsstufe innerhalb des Cosmic Consciousness) fähig ist DURCH das Wirken dieses GOTTES, um zu ahnen, zu was ER insgesamt fähig ist oder wäre, wenn es SEIN Wunsch wäre. Einer hat es vorgemacht.

Die Esoterik missversteht diese KRAFT und deutet sie als persönliche Kraft und Macht, und so wähnt der einzelne Anhänger dieser Denkrichtung aus dem Self Consciousness sich durch korrektes Affirmieren in der Lage, die Kontrolle über sein Leben und die Verwirklichung seiner Egowünsche zu erlangen. Doch das hat nichts mit SPIRITUALITÄT zu tun. GOTT lässt sich nicht durch Affirmationen besänftigen oder bezwingen. Dort lugt der alttestamentarische „Gott“ hervor, der mit Opfern und Gebetsformeln besänftigt werden musste und auch konnte (!). GOTT lässt sich jedoch nicht reinreden.

Die gesamte Arbeit auf dem spirituellen WEG hat nur ein einziges Ziel: innerlich vollständig aus dem Weg zu gehen, damit GOTT ungehindert durchstrahlen und -wirken kann. Ego hält das für eine Horrorvorstellung, den natürlich bedeutet das, dass es überflüssig wird. Überprüfe dich selbst.

Meine Forschungen und Erkenntnisse im Hinblick auf Cosmic Consciousness zeigen mir tagtäglich mehr einen GOTT, der unendlich ist: unendlich gross, unendlich gewaltig, riesenhaft und unendlich NAHE. Dieses Erleben ist der Kern aller SPIRITUALITÄT. Je näher du IHM kommst, desto grösser und doch persönlicher wird ER. Es gibt Momente, da wird mir diese GRÖSSE bewusst, und es lässt mich nach Luft schnappen. Ich sehe mich vor einem PARTNER, der alles kann, alles vermag, dem alles gehört – und der alles von mir will. Dem ich gehöre und der mich niemals loslassen wird. Gleichzeitig ist ER an der Spitze der Nahrungskette, sozusagen, um es einmal in Ego-Terminologie auszudrücken. Und ER wird mich fressen, ER hat schon damit angefangen …

Ich sass im Bus und hing meinen Allerweltsgedanken nach, bis mich innerlich etwas anstiess und ich zurückkehrte in die WIRKLICHKEIT, die besagt: GOTT hört mir zu, ER ist hier bei mir, im Bus. Und ich fühlte mich von einer Welle überschwappt, die mich für den Rest des Tages schweben liess. Dass das möglich ist! Dass wir in dieser dunklen Welt dieses Erleben haben können! Dass wir wahrnehmen können, dass GOTT anwesend ist, und überhaupt: dass es einen GOTT gibt und nicht nur Dunkelheit. Es ist ein Wunder, dass wir GOTT wahrnehmen können, es ist ein Privileg. Tiere (Animal Consciousness) wissen von all dem nichts. Menschen sind dazu da, es zu erleben.