Über Macht, Demütigung und korrigierende Dialoge mit GOTT

Der andauernde innere „Dialog“ mit GOTT bereichert das Leben eines Menschen unendlich. Nichts in der Welt kann mit dem Empfinden konkurrieren, das diese inneren Offenbarungen begleitet. Priceless. Meistens kommentiert und antwortet ER wortlos und durch spontanes WISSEN, manchmal durch innere Filmszenen, innere Bilder oder auch mal durch äussere Hinweise (Reklametafeln, E-Mail-Werbung u.a.). Und jetzt gerade, in diesem Augenblick, zeigt ER mir, wie die beiden Themen zusammenhängen, die ich heute „irgendwie“ in diesen Artikel quetschen will.

Auf der Arbeit entstand neulich eine unschöne Szene. Ein beruflich Höhergestellter liess sich verbal an zwei „Untergebenen“ aus. Der einen verbot er dazu etwas zu sagen, was er dem anderen antat, und dieses Tun war etwas absolut gegen die Menschenwürde Gerichtetes: Er verbot dem anderen zu sitzen und liess ihn stehen, vor Zeugen, wie es dereinst vor dem Krieg in Schulen noch die Regel war. Mittelalterliche Methoden, wie noch meistens in den Strukturen dieser Gesellschaft anzutreffen und im Self Consciousness leider immer noch üblich.

Zu Hause überlegte ich mir einen verbalen Schlachtplan, denn ich wollte das Geschehen am nächsten Tag noch einmal zur Sprache bringen. Es liess meinen Puls auf 500 schnellen, weil ich Ungerechtigkeiten hasse, auch wenn ich sie nur beobachte. Am nächsten Morgen unter der Dusche rutschte das Thema erneut in mein Hirn und der Puls raste erneut los.

Moment, dachte ich plötzlich, ich fühle keinen Frieden … da muss mein Ego gerade die Zügel in der Hand haben. Ich bat GOTT, mir dabei zu helfen, das Richtige zu sagen, in der richtigen Weise. Dann hatte ich noch Zeit, bis der Bus fuhr. Mir sprang in der online Buchhandlung ein Buchtitel ins Blickfeld, über den Umgang mit schwierigen Menschen auf der Arbeit, und ich beamte mir eine Leseprobe auf das Tablet. Dort stand GOTTES Kommentar.

Die Frage wurde aufgeworfen, was mein Motiv sei. Den anderen erziehen? Ihm sagen, wie es richtiger ginge? Und mir kam der Satz meines LEHRERS zu Bewusstsein, einer der Merksätze aus dem wunder-vollen Buch „Alltägliche Merksätze für Inneren Frieden“:

Du sollst den anderen nicht kritisieren, sondern ihn unterstützen.

In diesem Moment schwang die innere Szene komplett herum, und ich fand mich in der Position sozusagen des Anwalts dessen, der die Ungerechtigkeit verteilt hatte. Der Puls war sofort wieder normal und der entrüstete Rachewunsch war … ge-stillt. Ja, was kann diesem Menschen am besten helfen? Ich war wie geflasht. Alles sah auf einmal anders aus. Und ich erkannte, „wo Jesus in der Szene war“ bzw. der CHRISTUS, so ist es korrekt ausgedrück: der „Unterdrückte“ stand – und er stand hoch erhobenen Hauptes. Ihm galt mein spontaner Respekt. Der Rumschreier … hat meinen Respekt eingebüsst.

Es blieben in meinem inneren Dialog zwei kurze Sätze übrig, die ich dem Unterdrücker sagen könnte. Am Ende kam es auf der Arbeit gar nicht zu dem Gespräch. Ich bin sicher, die passende Gelegenheit wird kommen, falls es wirklich wichtig ist, es laut auszusprechen, doch die lasse ich mir zeigen, ganz sicher werde ich sie nicht mit dem Ego provozieren. Für den Moment war die Lektion erst einmal für mich selbst.

Dann las ich abends die Leseprobe weiter und fand dort:

Einen anderen könne man nur dann erziehen, wenn man auch die dafür notwendige Macht besitze, wie etwa bei Eltern oder Lehrern.

STOPP. Alarmglocke dunkelrotmetallic!

Das Ausnutzen eines (lediglich durch gesellschaftliche Strukturen bedingtes! nicht natürliches!!!) Machtgefälles ist keine Erziehung, sondern Manipulaton und Unterdrückung, Nötigung vielleicht sogar. Es öffnet Unmenschlichkeiten Tür und Tor. Ich bin dafür, das Wort „Erziehung“ durch „Begleitung“ zu ersetzen, denn damit wird die Verantwortung für den zu Begleitenden in den Vordergrund gerückt, statt die Unterlegenheit desselben zu betonen. Niemand muss an einem anderen ziehen, das ist blankes Self Consciousness und hat mit mangelndem Vertrauen zu tun.

Diese  vermeintliche Unterlegenheit beruht auf temporär mangelndem Wissen, auf noch-nicht-Gelerntem, und nicht auf seinem Wesen, doch leider wird das in Schulen heute in 2020 noch immer verkehrt gehandhabt. Ich kenne viele Schulen von innen und habe das an jeder beobachtet. Traurig.

Eltern, die sich mächtig wähnen, sind selbst noch temporär Unwissende. Für Lehrer in Schulen gilt dasselbe. Ich wurde dereinst belächelt und auch verbal angegriffen, weil ich keine Macht ausgeübt habe, sondern sicher war, dass meine Tochter „es“ hinkriegen wird. Und sie hat. Voila. Strukturen ja, doch Unterdrückung: klares NEIN!

Ein spiritueller LEHRER ist ein ERINNERER und BEGLEITER, doch kein Despot. Das ist das Vorbild auch für weltliche Lehrer und solche, die es werden wollen. Ich habe dereinst einen Text über das LEHRER-Sein geschrieben. Ich werde ihn hier in den Blog ins Menü einflechten, weil er so urwichtig ist.

Wer einen anderen demütigt, zeigt damit nur eins: seine eigene Schwachheit und Unwissenheit, und er zeigt, dass er noch viel zu begreifen hat. Der Starke kann es sich leisten, andere zu unter-stützen.

Bei all dem wurde meine Frage beantwortet, die da lautete: Da ist es wieder, wieso hat das Buch von diesem „Coach“, der Erziehung falsch definiert, eine Auflage von mehr als 50.000? Antwort: Weil er dem Self Consciousness nach dem Mund redet und die Leute sich im tiefsten Inneren bestätigt fühlen, statt (wie durch meine Bücher) gestört.