Ein Pfarrer zum Abgewöhnen, Fortsetzung – sehr lehrreiche Serie!

Vorsicht: Wer sehr katholisch oder evangelisch ist, möge diesen Artikel nur dann lesen, wenn er oder sie berechtigte Kritik vertragen kann.


Diese (nur vordergründig, leider) sinnfreie Serie mit dem „Pfarrer“ lässt mich nicht los. Ich bin bis in die Haarspitzen fasziniert, was uns da vorgesetzt wird. Gestern gab es eine Folge mit einem Szenario, das an die Bilder des vigilant-citizen gemahnte. Natürlich kann ich tausendmal vom Citizen schreiben, doch wer setzt sich wirklich mit dessen Webseite auseinander? Um die Vorgänge in dieser Welt zu verstehen, tut das leider Not.

Wenn wir einmal den Kern begriffen haben: Nämlich dass es in dieser Welt hier auf der Erde nur um eins geht: Den Krieg um menschliche Spiritualität, dann zeigen sich die Wichtigkeit und Priorität der Sachverhalte, die wir alltäglich beobachten, ganz von allein. Es gab auf dieser Erde noch keinen einzigen Krieg wegen Geld, noch keinen privaten Streit deswegen und auch sonst nichts. Wer die Situationen zu ihrem innersten Kern hin verfolgt, erkennt dies sehr leicht: es geht einzig um GOTT.

IMMER.

Denn Geld ist sekundär, ebenso wie alles andere.

In der o.g. Serie zeigt man uns, wie bereits berichtet, ein Alpha-Männchen (er nennt sich in einer Folge selbst so, oder war es eine seiner Anhängerinnen?!), der der Problemlöser vor dem Herrn ist oder zumindest sich selbst so wahrnimmt, und dessen einziges inneres Ringen darin besteht, zwischen der Roten und der Schwatten wählen zu sollen, wo er doch beide gern abseits der jeweils anderen abküsst. Interessant, wie er in Konflikten die Zähne bleckt, gern auch nach einem davongetragenen Sieg. Es wird uns präsentiert, wie der irdische Mann heutzutage zu sein hat: ein stahlharter Kämpfer, geschickt mit Überredungskünsten und einen Schlag bei Frauen habend, gleichzeitig fähig, Kinder ohne Frau zu versorgen und auch sonst alles stets im Griff habend, den Kampf suchend – nicht scheuend. (Der braucht keinen GOTT, das ist leicht einzusehen). Merkt eigentlich irgendwer ausser mir, was da abgeht? Erziehung bedeutet für ihn eine altertümliche Mischung aus Anschreien und Kuscheln. Wer schreit, hat recht, vor allem, wenn er dazu im sexy Unterhemd im Türrahmen steht.

In einer späteren Folge sehen wir das eingangs angekündigte Szenario: Eine Modenschau in der Kirche mit fast nackten Jugendlichen.  Im Hintergrund hinter viel rosa Fleischbeschau der Altar. Es war so offensichtlich, dass mir fast die Spucke wegblieb. Schliesslich trumpfte die Rote mit einem weissen Schleier auf – Verhöhnung des Göttlich Weiblichen wie in jeder weltlichen 08/15-Modenschau ebenfalls üblich. Ich kann zur Erläuterung nur an die Webseite des Citizen verweisen.

Erschreckend, und zwar einzig deshalb, weil diese Methoden und Mitteilung an die Masse bereits über öffentlich-rechtliche Sender parodiert (wegen denen entstanden damals die Gebühren, wenn mich nicht alles täuscht). Seht her, ihr Lemminge, dies ist eure Spiritualität aus drei Buchstaben! Verfangt euch darin und degradiert euch selbst zu Tieren! Vermehrt euch, ihr Dummköpfe, und euren GOTT verhöhnen wir und euch gleich mit.

Aberaberaber Katrin, so schlimm ist das doch nicht, das ist eine lustige Serie mit einem Vater von vier Söhnen, der beispielhaft Alltagsprobleme managt! Und er sieht super aus in Boxershorts!

Wer so denkt, schläft leider noch tief und fest.

Mir fehlt auch sonst so einiges in der Serie. Ich frage mich, ob die evangelisch-institutionalisierte Kirche beratend zur Seite gestanden hat? Das wäre der Oberknaller, ehrlich gesagt. Nach meinem naiven Verständnis sollte jemand Pfarrer werden wollen, der GOTT mehr liebt als alles andere, in dem innersten Wunsch und Antrieb, von seinen erlebten Erfahrungen den anderen zu berichten. Wie Jesus es einst vorgemacht hat.

Mir fehlt bei dem Alpha-Männchen jedoch diese Vorbildfunktion, das innere Ringen mit GOTT und das Berichten an die anderen über seine Erkenntnisse. Er entwickelt sich spirituell gar nicht weiter, dafür aber wächst sein Ego in jeder Folge. Was gezeigt wird ist, dass der Mann die Kirchenregeln sehr gut daherplappern kann, und er setzt diese gegen seine Gegner sehr gekonnt ein, jedoch sein Privatleben klar davon trennt (Frauen, ach, die Frauen! Sportwagen! mal eben dem Zuhälter eins auf die Fresse hauen, usw.). Wenn man ihn doch einmal still sitzen sieht, dann kurz in seiner Kirche und mit seiner toten Frau aus  der Astralwelt redend. Beten heisst fordern, wie schon sein jüngster Sohn gelernt hat, was der eindrucksvoll in jeder Folge bei Tisch demonstriert. In den ersten drei Folgen mutet das noch drollig an, danach nervt es bereits. Jesus ist gar kein Thema in der Serie, seltsam eigentlich. Ausser in der einen Folge, als das Dach tropfte und die Jesusfigur dadurch scheinbar weinte. Es wurde dazu ein kurzer Seitenhieb auf katholischen Wunderglauben ausgeführt, das war alles.

Die Frage darf erlaubt sein, warum der Aufhänger für so eine Serie ein Pfarrer ist, und nicht einfach ein Bürgermeister, der ebenso in seiner Gemeinde Problemfälle lösen könnte. Doch ein Pfarrer gelangt mehr in die heimlichen Intimitäten der Leute hinein, klaro, und eine Knutscherei vor dem Altar ist mehr sexy als wenn ein Laie eine Frau anfasst. Der Mensch im Self-Consciousness liebt es, anderen (heimlich) zuzusehen, sie auszuspionieren, zu „spannen“, und dies umso mehr, je näher derjenige noch nahe dem Simple Consciousness lebt. Und bevor du dich jetzt empörst: Wieso sonst sollte das in jedem (!) Film und in jeder (!) Serie gezeigt werden? Einschaltquoten lügen nicht.

Fazit: Ich schaue mir das Spektakel bis zur letzten Folge an, denn lehrreicher geht es kaum. Wer wissen will, wie in dieser Welt gegen Spiritualität gearbeitet wird, möge zuschalten. Das ist meine konfessions-freie Meinung.