Serien und ihre Wirkungen – ein Pfarrer im Tiefschlaf

Und dann ist da noch … der Serienpfarrer mit Potential, der doch leider nur eine der üblichen Attrappen ist … Auf meiner Suche nach etwas, was frau sich anschauen kann ohne Pickel zu kriegen, geriet ich gestern an eine Serie auf amazon Prime, die einen vermeintlich modernen Pfarrer zeigt. Ich hoffte auf eine gewaltfreie Sendung. Ich vergass allerdings, GOTT um eine sexlose Sendung zu bitten … nun ja.

Sie zeigen uns einen Supermann ca Mitte vierzig oder so, der mit vier Söhnen in Saus und Braus lebt und jedem Minirock hinterher hechelt. „Na und? Ich bin evangelisch und das ist meine Privatsache!“ Ah, so, ja. Ebenso wie der Porsche, wahlweise Jeep (oder sowas, ich interessiere mich nicht für Autos), die Lederjacke, Turnschuhe (Berufsjugendlicher) und die ihm stets vorauseilende Eitelkeit (Bodybuilding).

Und damit die eingeschaltet habende Damenwelt auch wirklich von seiner Normalität überzeugt wird (denn einer, der Pfarrer wird, kann ja nur einen Knacks haben, gelle), spricht er auch in seinen stillen Momenten weder mit GOTT noch mit Jesus, sondern mit seiner verstorbenen Frau, die ihm offenbar aus der Astralwelt noch immer erscheint. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die Normalhausfrau so einen „Supertypen“ mit Traumbody anhimmelt (während ihr fuffzigjähriger Gatte mit Bierbauch schnarchend auf der Couch dahingammelt). Hach! so ein Toller, schlank geblieben, kinderlieb … und dann auch noch alleinerziehend und dabei so locker und so tüchtig, überhaupt nicht spiessig! Wir bedenken, dass die Zielgruppe für so eine Serie ebenfalls Mitte 40 bis 50 (oder älter) ist und daher spätestens in den 80er Jahren erwachsen wurde und Spiessigkeit nicht ausstehen konnte, damals, bevor man selbst dort hineinrutschte, gelle. (Ich glaube kaum, dass jemand Mitte 30 sich für sowas interessiert.)

Bei mir würde so ein Mann keinen Blumentopf gewinnen. Heuchler, Materialist, Schönling, was soll das bitteschön darstellen? Und ich staune immer wieder, was ich auch hierzulande beobachten kann: wieviel Geld Kirchens haben… Da suchen wir den Mann vergeblich, der alles weggibt für die eine Perle (für den Cosmic Sense). Religion ist eben doch ganz was anderes als echte Spiritualität.

Ich sag es euch: Es lacht die Verhöhnung. Einmal mehr. Schade, denn da wäre ein Potential, doch diejenigen, die solche Serien machen, die interessieren sich nicht für Spiritualität, sondern nur für Geld und Einschaltquoten. Und Schauspieler tun für Geld offenbar auch so ziemlich alles. Passt dann wieder zusammen.