Leidender oder Lernender

Oft habe ich mich gefragt, wer die Zielgruppe für dieses ulkige Büchlein ist, „Divine Romance“. Darin wird an jedem Tag aufs Neue eine Badewanne voll Schmeichelhaftem und Liebesbeteuerungen über den Leser ausgegossen, und ab und an tut das wirklich mal gut. Sicher brauchen manche Menschen erst einmal diese Grundlage, um überhaupt mit GOTT bzw. dem CHRISTUS arbeiten zu können. Doch bringt das einen Menschen dauerhaft voran -?

Antwort: natürlich nicht. Letzte Nacht hatte ich einen Durchhänger und moserte an allem herum, an dem mal-wieder-sich-Nichtverhalten meines LEHRERS und dütt und datt. Heute früh zog ich zwei Tarotkarten, die mir meine Auswahl sehr klar zeigten:

8 Schwerter oder 8 Münzen. Leidender oder Lernender (bzw. Übender).

Ich frage mich, was die braven kirchengeprägten Jesus-Fans tun würden, wenn der Meister ihnen eine sehr persönliche verbale Lektion schenken würde, die ihr Ego stramm stehen lässt. Das sind sie ja nicht gewohnt. In der Bibel liest man, wie er andere Leute zurechtgestutzt hat, doch wir sind ja nicht wie die von früher, gelle. (Scherz beiseite und Ironie aus.)

Gleiches gilt natürlich für die lieben Licht&Liebe-Esoteriker, die sich niemals auf „etwas Negatives“ konzentrieren, weil das dann kraft ihrer achsohohen Eigenenergie noch verstärkt würde. Ein Teufelskreis der Egomanie! Der CHRISTUS richtet sein LICHT am allerallerliebsten auf die dunklen Stellen in uns und zeigt sie uns absichtlich besonders scharf umrissen. Denn nur Erkenntnis bringt uns voran, und nicht der lilalalla Strahl der holden Englein aus der 8. Dimension. Diese sog. Engelein wissen sehr genau, wie spirituelle Entwicklung abläuft und würden so etwas niemals befürworten, das ist mein Verständnis der Sachverhalte. Du kannst natürlich deine eigene Ansicht haben … und schauen, wie weit du damit vorankommst. Denn nur Ergebnisse zählen, und damit meine ich natürlich nicht die Buchauflagen der Reibachesoterik.

Ein wunderbares Beispiel eines bockigen Egos findet sich in dem Buch, aufgeschrieben von Chico Xavier, Workers of the Life Eternal. Ein einstmals Priester (auf der Erde) windet sich in schmerzhafter mühsamer Selbsterkenntnis, während eine hellsehende Helferin aus dem Umkreis von Nosso Lar ihm exakt erzählt, was in seinem Leben abgelaufen ist, weil er selbst vor lauter Bockigkeit nicht mal mehr zur eigenen Lebensrückschau fähig ist. In den sturen Lamentos findet sich ein jeder von uns sofort wieder, jede Wette. Er wiederholt das immergleiche und besteht darauf, ungerecht behandelt worden zu sein. Seine eigenen Verfehlungen blendet er komplett aus.

Das Ungerechtbehandeltwerdenszenario ist ein zentrales Ego-Thema und resultiert gern aus Vergleichen mit anderen Menschen. Ich kenne mich da bestens aus. Wer nie „hineingepasst“ hat, der hat gelernt, sich dauernd zu vergleichen, um Fortschritte im Dochnochirgendwannhineinpassen feststellen zu können. Das muss komplett fallen gelassen werden … Denn wir erinnern uns:

GOTT behandelt alle Menschen gleich = nämlich individuell.

Diesen und mehr hilfreiche Anti-Ego-Sätze finden sich in dem kleinen feinen Büchlein, vor dem so viele von euch noch Angst haben.

Es ist selbstredend immer vorzuziehen, Lernender zu sein statt Leidender, und diese Wahl treffen einzig wir SELBST.