Wenn der Horizont verschwindet – mit den Augen der Ewigkeit sehen

Vielleicht denkt der eine oder die andere, die Katrin nervt mit ihrem Nosso Lar. Ich habe einfach die Hoffnung, dass es bei euch genauso vor sich geht wie bei mir, als ich den Film dazu zum ersten Mal sah: Etwas in meinem Bewusstsein hat sich dadurch und dabei geöffnet.

Früher nahm ich dieses Leben, mein persönliches meine ich, als eine Strecke war, die an einem mir unbekannten Punkt ihr Ende findet, auf das ich zulaufe, und was von mir oder irgendeinem anderen hier nicht geschafft wurde, lässt sich unter Umständen nicht mehr nachholen, wie für manche Leute das Kinderkriegen, oder eine bestimmte Karriere beginnen oder etwas anderes Irdisches „schaffen“. Irgendwann ist die Aussicht nur noch eine kurze Altersarmut oder letzte Rentnerferien auf Mallorca. So wird es uns eingeredet, von der Wiege bis zur Bahre. Und am Ende diese Mauer, die bisher alles Denken eingegrenzt hatte, ohne dass es mir bewusst war.

Nun fand ich mich am 23.09. des letzten Jahres unvermutet und aus heiterem Himmel vor eben diese Mauer gestellt, viel zu früh nach irdischem Denken, einfach indem die Diagnose der Darmspiegelung „Tumor“ lautete. Meine irdische Programmierung sagte mir, dass ich näher am Ende der endlichen Strecke sei als mir lieb wäre. Doch mein LEHRER zeigte mir etwas anderes …

So stiess ich mitten zwischen Weihnachtsschnulzen und Horrorbullshit auf amazon video auf den Film Astral City. Am Ende des Films wurde gesagt, dass der Film auf den gechannelten Büchern von Chico Xavier beruht. Ich war SOFORT angefixt. Und es hat sich bis heute nicht gelegt, keinen Millimeter, eher im Gegenteil. Dieses Gefühl kenne ich, ich habe es immer dann, wenn mein LEHRER mir etwas ans HERZ legt.

Als ich Nosso Lar – Unser Heim also als Film anschaute, wurde etwas in meinem Inneren wach. Seitdem sehe ich die gerade Strecke meines persönlichen Lebens auf der Erde nicht mehr als vor einer Mauer endend, sondern ich sehe eine unendliche breite Strasse ohne Horizont vor mir, auf der das Leben hier eine Etappe ist, eine nur, von vielen weiteren an anderen Orten, in anderen Welten. Es hört sich nach Sci-fi an, wenn ich das so ausformuliere, doch es ist eine innere Wahrnehmung von FREIHEIT; denn etwas lebenslang Vorherrschendes, Beengendes ist von mir abgefallen. Da es schwer zu beschreiben ist, hatte ich die Hoffnung, der eine oder die andere von euch würde sich den genialen Film auch anschauen oder das zugrunde liegende Buch lesen und diese FREIHEIT im Inneren somit auch erlangen. Vielleicht ist es sogar so geschehen. Ich werde jedenfalls nicht aufhören, die Arbeit von Chico Xavier zu empfehlen, da müsst ihr durch.

Nun befinde ich mich in einer neuartigen Wahrnehmung, es fühlt sich etwas fremd an, noch so neu, dass es ungewohnt ist. Wir lernen diese Wahrheiten nicht in der Schule, sie erscheinen uns neu, wenn wir sie zu Lebzeiten auf der Erde erkennen. Ich sass heute wieder in dem Krankenhaus (der Druckverband nach der gestrigen OP wurde entfernt) im Wartebereich und stellte mir all die Leute dort vor, wie sie hier nur auf der Durchreise sind. Wie sie hier etwas lernen und korrigieren sollen und es doch vielleicht gar nicht wissen, garantiert nicht wissen. Und sie sind so gut wie gar nicht zu erreichen, das zu akzeptieren fällt mir sehr schwer, weil ich es noch nie begriffen habe, mir ist das völlig unverständlich, seit Beginn meiner Arbeit im Jahr 2006.

Es ist ungewohnt, einen viel weiteren Horizont (nämlich keinen mehr!) des Lebens zu haben, nicht mehr in dieser winzigen Angstkiste zu sitzen, sondern eine … grosse MÖGLICHKEIT zu empfinden, unendliche Möglichkeiten, weiter und weiter Dinge zu erleben, unendliche Zahlen von Menschen noch kennen lernen zu werden, auch wenn ich diese Menschheit hier eines Tages verlasse. Ist das krass? Es beschleunigt meinen Herzschlag, daran zu denken, es ist aufregend und verheissungsvoll. Doch es führt mich auch jedes Mal auf die Frage zurück: Welchen DIENST habe ich bis dahin noch hier zu tun? Was kann ich hier noch tun, was wird von mir hier noch erwartet? Ich empfinde mich auch als Worker of the life eternal, und nicht als begrenzte Existenz mit einer Persona namens Katrin. Das sind keine schönen esoterisch angehauchten Worte, sondern es ist eine Beschreibung meiner tatsächlichen innersten Wahrnehmung zum aktuellen Zeitpunkt.

Gleichzeitig hat sich der innere Griff um diverse Dinge hier unten auf der Erde noch mehr gelockert. Es spielt keine Rolle, nichts muss festgehalten werden, nichts DARF festgehalten werden. Die nächste Welt kommt bestimmt, wozu also sich hier energetisch an z.B. ein Haus ketten, dass uns immobil macht und womöglich karmisch zurückzwingt. Das ist mein Verständnis der Sachverhalte. Jeder kann glauben, was ihm beliebt. Die Eintrittskarte in den HIMMEL (und damit meine ich NICHT das, was direkt nach diesem Leben kommt, sondern einen hohen Bewusstseinszustand) ist nichts, was du mitbringst, sondern etwas, was du zurücklässt.

Wer auf der Ewigen Strasse traveln will, muss ohne Gepäck reisen, das wissen wir doch alle schon. Hier merken wir, dass mit dem Kopf wissen nicht ausreicht. Denn lebt ihr alle danach? Könntet ihr morgen hier weggehen ohne euch noch einmal umzudrehen? Wer das nicht kann, hat noch Arbeit zu tun, und das bedeutet innere Arbeit.

Nun seht ihr hoffentlich auch die Menschen in eurer Familie mit anderen Augen, mit den Augen der Ewigkeit, sozusagen. Auch sie sind endlos unterwegs, un-ending, auf der breiten Strasse des Ewigen Lebens. Stellt euch das wirklich vor, denn das ist KONKRET so gemeint, nicht metaphorisch. Seht euch die Leute an der Kasse im Supermarkt an, wenn ihr dort warten müsst. Ewige Reisende, auf der Durchfahrt durch diese Erdenwelt. Und halten dies doch für das Einzige, und wiederholen diese Tour viele, viele Male als Reinkarnation. Tragisch, irgendwie.

Keinen Horizont mehr zu sehen macht alles in diesem Leben wesentlich entspannter. Es ist allerdings auch kein irdischer Haltegriff mehr da. In der Esoterik hiess es damals anno 2008, als ich noch dort herumeierte, dass man sich im Universum erden müsse, nicht mehr nur auf der Erde, sobald der (so hiess das damals) „Lichtkörperprozess“ in ein bestimmtes Stadium geraten sei. Jetzt fühle ich, was damit gemeint ist. Wer sich ausschliesslich als kleiner Erdenmensch sieht, wird ein ulkiges Erwachen haben – elsewhere.

Nichts ist es wert, sich drüber aufzuregen. Irgendwann ist es nur noch eine Erinnerung von abertausenden, so what. Niemand muss sich an einem anderen Menschen rächen, einem anderen etwas heimzahlen wollen, etwas Schlechtes wünschen, einen Krieg für Tingeltangel anfangen. Neid, Eifersucht, Ehrgeiz, Übervorteilen, Lügen, Betrügen, sich einen Vorteil verschaffen wozu? Es ist in der Ewigkeit nichts wert. Was unendlich wertvoll ist, ist den anderen Menschen zu unterstützen und ihm auf dem gemeinsamen Wegstück vorwärts zu helfen. Wir alle gelangen eines Tages über das hier hinaus.