Mein Galileo-Moment im Arztsprechzimmer, oder: Sind wir hier auf einem Basar?

Bitte lest zuerst den wichtigen gesundheitlichen Hinweis! Ich übernehme keine Verantwortung für eure Entscheidungen, nur für meine eigenen in meinem eigenen Leben.


Galileo rief angeblich aus: Und sie bewegt sich doch! Meine Inkarnationsaufgabe beinhaltet Ähnliches.

Heute musste ich zum Vorgespräch für die am Montag von mir geplante OP antanzen. Der Sinn so eines Gesprächs ist es, über die möglichen Risiken bei der jeweiligen OP aufzuklären. Stattdessen geriet ich in eine Art Inquisitionstribunal. Denn ich war unartig und dem System nicht treu und habe beschlossen, nicht nur die Chemo zu beenden, nein, schlimmer: Ich will auch noch den Port entfernen lassen. Heute habe ich gelernt, dass diese beiden Sachverhalte nicht automatisch zusammengehören, wie ich in meiner naiven Denkweise annahm.

Es geht mir nicht darum, die Schulmediziner in die Pfanne zu hauen. Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr glauben kann, dass Menschen mit einem IQ, der ausreicht um so etwas wie Medizin zu studieren, angeblich nicht in der Lage sind, ihren eigenen Beruf und die Zusammenhänge von Profit, Pharamaindustrie und der Einnahmequelle Patient zu durchschauen. Jeder muss glauben, was er oder sie will.

Doch mit welchen Methoden der Gesprächsführung jemand wie ich konfrontiert wird, der patiententechnisch aus der Reihe tanzt, sollte ruhig einmal klar berichtet werden. Denn nicht jeder gerät selbst in solche absurden Situationen wie ich aktuell. Vieles erfährt der Durchschnittsbürger also gar nicht, weil er immer brav ist.

Warum wollen Sie denn den Port entfernen lassen, wurde ich höchst erstaunt gefragt. Nun, sagte ich, die Chemo ist für mich beendet, ich brauche das Teil nicht mehr. Es soll raus. (Wer will schon einen Fremdkörper in der Vene über dem Herzen haben??) Ob es denn störe, zum Beispiel nachts beim Schlafen oder so?, wurde ich gefragt. Ja, sagte ich, das auch, es stört nachts beim Schlafen.

Dann wurde der Chefarzt angerufen und es wurde ihm berichtet, hier sitzt eine Patientin, die will den Port entfernen lassen, weil er nachts beim Schlafen stört. Mit einem Unterton, der durchblicken liess, dass ich eine dumme Maus bin, die Flausen im Kopf hat. Und als stur wurde ich bezeichnet, nun, dahingehend mag sie wohl recht haben.

Ich sagte zu der Ärztin, dass sie noch zehn Ärzte heranzitieren könne, doch ich werde meine Entscheidung nicht revidieren, weil ich mich grundsätzlich nicht überreden lasse.

Sie verfiel, wie es meiner Erfahrung mit enttäuschten Ärzten nach üblich ist, in eine brummige Drohhaltung und verabreichte mir eine unappetitliche Beschreibung möglicher widerlicher Krankheiten, die mir nun drohen, wie etwa ein Darmverschluss, das sei eine der ekligsten Todesarten, man muss dann Scheisse auskotzen. Ich sass da und dachte, Warum willst du mich programmieren?

Und ich fragte mich, was das wohl mit der geplanten Entfernung des Ports zu tun hat? Nichts natürlich. Ach doch, denn wenn ich dann sterbend im Krankenhaus daniederliege kann man mir über den Port Schmerzmittel einflössen, erklärte man mir. Oh, sagte ich, dann müssten ja am besten alle Leute einen Port bekommen, denn jeder kann schon morgen ins Krankenhaus müssen. (Ich bin sicher, dass der furchtbare Tag auf dieser Erde kommen wird, wo schon Neugeborenen eine mitwachsende Membran implantiert werden wird, zwangsweise versteht sich. Wobei die Leute auch mit ekligen Horrorszenarien leicht in sowas hineingezwungen werden können, dann bleibt es quasi freiwillig. Die Masse jedenfalls, Querulanten wie ich nicht.)

Auffallend ist auch, dass der Tumor in den Schilderungen der Ärzte immer böser wird und auch immer gewaltiger, je mehr ich den Ärzten Probleme bereite. Er wird immer grösser, obwohl er schon lange im Biomüll ist. Hm, sagte ich, vielleicht haben Sie auch schon einen, denn man merkt das 15 Jahre lang nicht. Vielleicht ist es besser, jeder macht vorsichtshalber eine Chemo ... das wird stets überhört.

Sie legte sodann orientalisch anmutendes Feilschprofi-Verhalten an den Tag und wollte mich auf „och kommen Sie, nur für ein Jahr drinlassen“ heraufhandeln. Ich sagte nein, keinen einzigen Tag länger als Montag. Ich wurde entlassen mit der Weisung noch einmal darüber zu schlafen. Hierbei wurde mir mit starrem Blick direkt in die Augen gestarrt, dasselbe erlebte ich übrigens mit der Onkologin, die mir unmittelbar zuvor prophezeit hatte, dass ich nun keine Überlebenschance mehr hätte.

(Ich stelle mir vor, wie eine Gruppe Ärzte in einem Wochenendseminar auf Tahiti, finanziert von der Murcks Pharma AG, lernen, wie man Patienten mit direktem Blick von unten herauf mental festtackert, mit leicht gesenktem Kopf und Blick starr nach oben direkt auf die Pupille des Kranken, der daraufhin in aller Regel einknicken wird und es sich noch einmal überlegen wird. Nachzulesen in Kapitel 10 „Umgang mit schwierigen Patienten“ des zuvor ausgeteilten Seminarhandbuches. Vielleicht habe ich nur zuviel Phantasie.)

Sie versuchte alles, um meine Entscheidung umzustossen…. nur für ein Jahr, nur eins!

Was um alles in der Welt hat die Frau innerhalb der nächsten zwölf Monate mit mir vor?? Kann sie hellsehen? Oder was?

Zwischendrin gab es diesen einen hellen Moment, der mich an biblische Tribunale erinnert hat. Oder an die Inquisition. Schwörst du der Eigensinnigkeit ab? Schwöre ab! Und glaube stattdessen an unseren Gott der Medizin! Ich kam mir vor, als wollte mich jemand überreden, dem Christus abzuschwören und Ihn zu verraten, indem ich umschwenke und Ihm nicht weiter vertraue, was ich bisher erfolgreich getan habe. Doch mein WEG ist in besten Händen und auch in festen Händen, und ich glaube meinem GOTT mehr als den Wahrscheinlichkeitsrechnungen der Vertreter einer Berufssparte, die von der Pharmaindustrie mit Urlaubsreisen versorgt wird. Dahlke schreibt in seinem Krebsbuch interessante Fakten über die vermeintliche Wirksamkeit von Chemos, was Ärzte antworten wenn sie gefragt werden, ob sie ihrer eigenen Familie eine Chemo empfehlen würden, uvam. Ein jeder möge selbst dort nachlesen.

Ich hege, wie bereits andernorts hier im Blog betont, keinesfalls die Absicht, anderen Menschen ihre Therapien auszureden. Jeder muss das tun, was er oder sie für ihr oder sein eigenes Leben für richtig hält. Ich muss ebenfalls das tun, was mein WEG mir vorgibt. Das muss nicht beides dasselbe sein. Dein Weg kann und wird ganz anders verlaufen. Doch kritische Vernunft ist immer angesagt. Das ist die Mindestanforderung an einen erwachsenen Menschen. Und ein jeder muss sich weiträumig informieren. Nie waren mehr Informationen jedermann zugänglich als heute; wir leben in einer Zeit, in der nicht mehr nur der Klerus Bücher zur Verfügung hat. Solange das noch so ist, sollten wir es nutzen.

Auf dem Tagesumklappkalender an der Anmeldung im Krankenhaus stand übrigens heute zu lesen:

„Geh deinen Weg, und lass die Leute reden.“