GOTT findet dich auch auf der Seitenstrasse zum Nettomarkt – und das (versuchte) Totschweigen meiner Bücher

Achtung: Bei Lektüre dieses Artikels wird sich manch ein Ego auf den Schlips getreten fühlen. Von Jemandem den Spiegel vorgehalten zu bekommen ist für Ego unangenehm, doch hier startet die Selbstbeleuchtung und -erkenntnis. Wer empfindlich regaiert, möge hier bitte nicht weiterlesen. Hinterher nehme ich keinerlei Beschwerden entgegen. Geht los:


Menschen, die nicht auf dem spirituellen Weg sind, entwickeln sich wenig bis gar nicht. Das ist keine böswillige Behauptung, sondern eine Beobachtung, die ein jeder leicht selbst machen kann. Wohingegen die Leute aus deinem nächsten Umfeld mit deinem eigenen Voranschreiten nicht klar kommen. Ulkige Beobachtung, manchmal traurig, meistens irrwitzig.

Achtung: Dies sagt nichts über den Wert einer Freundschaft aus oder über den Wert der betreffenden Menschen. Ego versteht bekanntlich gerne alles falsch und sucht den Angriff, wo keiner ist. Dies sind schlicht: erlebte Beobachtungen. Die Leute erwarten keine Entwicklung bei anderen und behandeln dich auch nach Jahrenenenen immer weiter wie einst. Das entspringt sicherlich einem Bedürfnis nach Sicherheit und Kontinuität, doch beide gehören zur Illusion dieser Gesellschaft.

Leben ist gleich = ENT-WICKLUNG. Stillstand ist Tod, und hier geht es um spirituellen Stillstand. Der nächste Entwicklungsschritt dieser Menschheit ist nicht technischer Natur, er ist spiritueller Natur. Der Gott Technik ist eine Ablenkung, die bestens funktioniert. Die Weiten des Kosmos erreicht niemand mit einer Rakete. Gereist wird auf anderen Ebenen, die nicht von denjenigen Menschen erreicht werden können, die bleischwer im Materiellen kleben bleiben.

Die Katrin hat zuviel Enterpreis geguckt.

Die meisten Leute in unserer Gesellschaft leiden unter dieser Art des geistigen (nicht auf das Gehirn bezogen, das lediglich ein Ausgabegerät ist) Dahinsterbens.

Das Gehirn ist das Heiligtum unserer Menschheit! Was redet die Katrin denn da?

Alles soll fein bleiben, wie es ist, vor allem wenn materiell alles rund läuft und der Partner sicher ist für die nächsten zehn Jahre. Ich will so bleiben wie ich bin, das ist der Schlachtruf der Verhöhnung der Menschheit. Und alle stimmen mit ein. Natürlich sind diese Leute im Recht, nicht wahr, denn sie haben die grosse Mehrheit einstellungsmässig hinter sich. Das denkt ein jeder Lemming auch… und doch gehen sie alle gemeinsam den Bach runter. Wer zur Quelle will, muss eben immer noch gegen den Strom schwimmen, daran wird sich niemals etwas ändern.

Die Leute schliessen also von sich auf andere. Wo sie selbst ewig auf dem gleichen Stand bleiben, setzen sie es auch bei anderen voraus. Oder warum sonst wird mir eine Mainstream-Esoterikzeitschrift zu Weihnachten geschenkt? Mir! Der fleissige Leser dieses Blogs wird sich ein Auflachen gegönnt haben. Ausgerechnet der Katrin, werdet ihr sagen. Doch meine Freunde vor Ort haben sich noch nie näher mit meiner spirituellen Arbeit befasst, mit meinen Büchern oder Blogartikeln, die seit 2007 (das sind ja auch erst 13 Jahre gelle) im Umlauf sind. Wenn ich diese Themen auf den Tisch bringe, werden sie behandelt wie Pornografie, etwas Unanständiges, was man schnell totschweigen muss. Dieses Totschweigen ist eine ganz spannende Sache.

Stellt euch vor, jemand den ihr schon viele,viele Jahre kennt, sagt euch plötzlich, er habe ein Buch geschrieben. Was ist die natürliche Reaktion?

Waaaas? Zeig mal her! Worüber denn? Wie kommst du denn dazu? Ich hab ja gar nichts davon mitbekommen! Lass es mich lesen!

… oder nicht? Weit gefehlt: Ich kann euch sagen, nein, die Leute behandeln meine Autorenschaft wie eine ansteckende Geschlechtskrankheit. Und an dem innewohnenden Thema liegt es nicht, also GOTT bzw. der menschlichen Beziehung zu IHM. Das Schockerstarren erfolgt weit vor Kenntniserlangung der Inhalte. Wenn es hoch kommt prallt mir die erste und leider einzige traurige Frage entgegen: Wie viele Exemplare hast du denn davon schon verkauft? (Nicht, dass du auch noch Erfolg hast und reich wirst damit!!)

Jemand sagte mir gestern, (und falls sie sich bis hierhin vorwagt und das liest, möge sie mir verzeihen, dass sie als Beispiel dient), nachdem sie anno 2012 das Intro zu meinem Roman gelesen hatte und sich nie wieder damit befasst hatte, sie wollte das Buch immer schon kaufen. Tja, meinte ich, zu spät, es ist seit Jahren aus dem Verkehr. Natürlich hatte die Betreffende auch den begleitenden Blog nicht verfolgt und verstand daher die Hintergründe natürlich nicht. Also, ich weiss nicht, wie es euch geht, aber wenn mir eine langjährige Freundin ein Romanintro vorlegt, das ich superschön finde, dann hefte ich mich dem Buch an die Fersen. Vielleicht liegt es an meiner „Verrücktheit“, keine Ahnung. Acht Jahre lang eine Kaufentscheidung auszubrüten ist wohl Rekord.

Leute erwarten bei anderen keine Entwicklung. Sie setzen den Charakter, die Einstellungen und den Wissensstand voraus, der bei Kennenlernen vorherrschte und wollen den offenbar auch nicht angetastet haben. Doch der Weg des Menschen auf dieser Erde ist als Ent-wicklungsstrecke vorgesehen, nicht als Urlaubsaufenthalt, in dem man nichts tut und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt. Natürlich ist das eine höchst unbequeme Tatsache. Doch es ist eine.

Wer sich ein wenig geistige Mühe machen möchte, der kann in der spirituellen Literatur aller Herren Länder forschen und wird die immer selben Aussagen aus dem Erlebensschatz derjenigen Menschen vorfinden, die sich auf den WEG zu GOTT gemacht haben. Egal ob es die alten Sufis sind oder die wenigen Mystiker, die die katholische Kirche nicht ausbremsen konnte: Wir Menschen auf dem WEG erleben alle exakt dasselbe, denn entgegen des Schlachtrufs der Wohlfühl-Esoterik gibt es nur EINEN Weg, nicht viele, ebenso wie es nur EINEN GOTT gibt. Unbequem, ich weiss. Doch es ist, wie es ist, und jeder, ausnahmslos, wird zu exakt denselben Erkenntnissen gelangen, die sogar eine einfache Frau aus einem kleinen Dorf irgendwo im Ruhrgebiet machen kann. Niemand muss dazu nach Tibet oder in einen Ashram fahren. Es geschieht immer dort, wo der betreffende Mensch gerade ist. GOTT findet dich auch auf der Seitenstrasse zum Nettomarkt. ER wird nicht am Ende deiner aktuellen Inkarnation sagen: Tja, mein Kind, ich hatte viel vor mit dir, doch du bist nicht nach Peru gefahren. Schade. Was sollte das bitteschön für ein Hosentaschengott sein? Unfug.

Natürlich ist es sicherer (für das entwicklungsresistente Ego), wenn GOTT weit weg in Tibet ist und nicht in Wipperfürth. Wenn ER plötzlich aus einem Buch herauslugt, das deine Freundin geschrieben hat, wird es akut gefährlich. Also schweigen wir es tot, vielleicht geht es dann wieder weg. Anders kann ich mir die seltsamen Reaktionen auf meine Bücher nicht erklären. Ihr etwa? Natürlich ändert das nichts an meinem WEG oder daran, dass ich weiterhin schreiben und veröffentlichen werde. Denn das ist das, wozu ich hier bin. Wer herausfinden möchte, wozu er selbst hier unten ist, kann jetzt gleich damit anfangen und muss dazu nicht nach Indien reisen.

Insgesamt steckt von meiner Seite vor allem Amusemang dahinter. An sich ist es jedoch sehr traurig, da programmatisch für die westliche sog. christliche Gesellschaft. Jesus an Heiligabend zu erwähnen ruiniert eben die Stimmung bei der Bescherung.