Im freien Fall

Heute früh unter der Dusche geriet ich in Tränen, als mir wieder einmal bewusst wurde, dass ich mich im freien Fall befinde. Habe ich das Richtige entschieden? fragte der Verstand. Doch die Argumentation des Körpers kann nicht geleugnet werden. Der Körper hat eben immer recht, denn er kann nicht lügen, ganz im Gegensatz zum Verstand, der sich Dinge schönreden kann und gefühllosen Menschen unterstellen kann, sie hätten angeblich Gutes im Sinn.

Ich nehme wahr, wie nah die bodenlose haltlose Panik dem vertrauensvollen Fallenlassen ist. Es ist nur ein Schrittchen nach rechts. Vielleicht haben deshalb die meisten Menschen einen Hang zu Versicherungsabschlüssen und Vorsorgen (= schon mal im Vorfeld Sorgen machen, bevor ein Grund entstanden ist). Heute früh ist in meinem Adventskalender ein Text mit der Überschrift „Vorsorge“, und das zugehörige Bild zeigt ein kleines Mädchen mit Schwimmreifen, das kurz vor dem Absprung vom 10 Meter-Brett ist. So schaut sie jedenfalls. Irgendwie ist ihre Haltung das einer Ergebenen. Da finde ich mich gerade sehr wieder, was neue Tränen hervorrief.

Wann immer mir die Sprüchlein der Schulmedizin ins Hirn hüpfen, sage ich mir: Ich weigere mich zu glauben, dass GOTT mein Leben von einer Giftmaschinerie abhängig macht. In einer Welt, in der Ärzte von Pharmaunternehmen nicht nur Kaffeebecher und Kulis, sondern Reisen ! geschenkt bekommen, wem glaube ich da eher? Was, wenn sie genau wissen, dass es nichts nützt … zumal mir etliche Geschichten zugetragen wurden, wo Leute einzig an den Folgen der Chemo wie multiples Organversagen etc. gestorben sind. Das sind die Momente wo ich vor Erleichterung fast ohnmächtig werde, dass ich dem Zirkus entkommen bin.

Nun geht es mir wie jedem anderen Menschen auf der Erde: Ich weiss nicht, was GOTT als nächstes mit mir vor hat. Ich schaue mir meine Besucher an, die sich für gesund halten und mich für krank, und dann sage ich ihnen vor den Kopf: Du kannst ebenso „gefährdet“ sein, wie sie es mir einreden wollen. Eigentlich müsste vorsorglich jeder an die Chemo. Dem haben die Leute nichts entgegen zu setzen. Man fragt mich, ob man reinkommen dürfe, wegen der Erkältung, die man mitbringe. Ich sage ja, sicher, weil ich weiss, dass man sich nicht „anstecken“ kann, es sei denn, man hat dasselbe Thema, das die laufende Nase not-wendig macht. Und wenn man es hat, kriegt man die laufende Nase notfalls im Supermarkt an der Kasse. Über die meisten meiner Gedanken zu HEILUNG kann ich nicht laut sprechen, weil es die Weltbilder der Leute durcheinander bringen würde. Nicht jeder braucht das. Manchen erkläre ich Näheres.

Ein wichtiger Gedanke, den ich zu all dem habe, lautet: Wenn ich es nicht wahr mache, was ich von Jesus dem Christusmenschen gelernt habe, wie soll ich je erfahren, ob seinerseits das  Weitere auch wahr ist, was Er uns noch so erzählt hat. Ich muss es selbst erfahren, um es zu wissen. Alles andere bleibt im blossen Glauben stecken. Wir erinnern uns:

BELIEVE turns to FAITH turns to EXPERIENCE.  (Ruby Nelson)

Wer nur Bücher und Blogs liest und sich doch selbst nie wirklich auf GOTT einlässt, der wird im Glauben stecken bleiben. Ich bin verrückt genug, mich bis zur Experience vorzuwagen. Und ich werde euch weiterhin berichten. Der kleinste Schritt im Vertrauen ist schon der grösste Schritt, den ihr je machen könntet. Niemand muss wie ich Therapien abbrechen. Im Kleinen kann jedoch ein jeder üben. Nicht mehr alles steuern und lenken wollen…. GOTT machen lassen, nur so entstehen sog. Wunder.

Momentan arbeite ich mich zurück auf das Level „mehr als 15 Minuten draussen laufen“. Ich komme bereits wieder unsere Treppe ins 2. OG hinauf ohne zwei Pausen machen zu müssen. Kleine Fortschritte. Mehr erlaubt man mir gerade nicht, also der Körper in seinem Komplott mit GOTT. Die Shakti-Kekse sind übrigens alle weg, verteilt und geschenkt und von Besuchern aufgemampft. 14 oder 15 Bleche Kekse. Sie haben eben das gewisse Etwas…

Schönen Tag liebe Liebenden!