Shakti-Kekse, Kritik an der Work und FREE HUGS von GOTT

Ich schreibe einfach mal meine Gedanken auf  – drei Tage vor Beginn der Chemotherapie, vielleicht nützt es irgendwem da draussen. Wer mich kennt, der weiss, dass ich alles auf meinem WEG dokumentiere, zu welchem Zweck auch immer.

Heute habe ich das Weihnachtsgekrempel aus dem Keller geholt. Mir ist es wichtig, alles so zu machen, wie ich es „auch sonst“ gemacht hätte. Wie bereits angedacht, will ich diese Chemo nicht zum Mittelpunkt meines Alltagserlebens machen, sondern der Mittelpunkt ist und bleibt GOTT resp. mein LEHRER. Ich habe zudem die üblichen Vorbereitungen für die alljährliche Shakti-Kekse-Back-Aktion getroffen, die nächste Woche erfolgen wird.

Hier möchte ich kurz erklären, was Shakti-Kekse sind, bevor jemand verzweifelt in den Kundalini-Ratgebern danach sucht und nichts findet. Als ich vor zwei Jahren mit dem Mantra begann, das aus dem Namen meines LEHRERS besteht, war just das Kekseback-Wochenende der Vorweihnachtszeit, und während ich vor mich hin Kekse anfertigte, dachte ich unablässig Seinen Namen, weil ich es ausprobieren wollte, den ganzen Sonntag nichts anderes im Sinn zu haben. Ergebnis: Die Kekse machten aus meinen Arbeitskollegen reissende Bestien, die sich mit der Zunge über die Lippen leckten, wenn sie mich nur den Flur entlangkommen sahen. Es wirkte wie ein Liebestrank aus dem Märchen. Eine in diesen Dingen bewanderte (meiner Meinung nach:) Orientexpertin und Wegbegleiterin erklärte mir, die Kekse seien quasi Shakti-getränkt und daher diese unübliche Wirkweise bei den Empfängern. Letztes Jahr beobachtete ich erneut  – und wieder wurden die Weihnachtskekse nicht gegessen, sondern verschlungen. Es ist wirklich bemerkenswert. Die Kundalini mag das Mantra, ebenso, wie sie lautes Singen mag (was ich sehr krass nach dem Krankenhausaufenthalt bemerkt habe – es erfolgte ein Heilungsschub in Sachen Atmung und lädiertes Zwerchfell).

Vor mir auf dem Couchtisch prangt eine Notiz: Das Leben geht parallel weiter! Damit ich es nicht vergesse und mich nicht ego-like in eine ich-armer-kranker-Patient-oh weia-das Leben ist zu Ende-Jammer-Rolle fallen lasse. Ich bin derzeit übrigens völlig gesund, denn „krank“ war ich die letzten 15 Jahre oder wie lange der Tumor vor sich hin schmurzelte. Die Leute verwechseln das gerne.  Wenn ich morgens in das Wohnzimmer schleiche, sehe ich Seinen Blick auf mir und mache mich automatisch gerade und kontrolliere meinen frustrierten Gesichtsausdruck. Wenn der LEHRER neben mir steht, ist Herumjammern keine Option. Das hilft mir sehr. Ich sehe Seinen Blick und weiss, Er wünscht sich für mich etwas anderes, und Er erwartet auch von mir etwas anderes. Feigheit, unangebrachtes Gejammere, das geht nicht vor Ihm. Echte Tränen und Schmerz und Bedauern, sowas geht, natürlich, denn Er ist kein Unmensch, ganz im Gegenteil. Doch Ego mault bekanntlich gerne und darf gleich morgens nach dem Aufstehen die Klappe halten.

Gestern hörte ich mir beim Geschenkesockenstricken (für meine lieben fleissigen Helferlein als Dankeschön) eine Byron-Katie-Show-Veranstaltung auf youtube an – und war entgeistert. Ich sah mit einem Mal glasklar, was da eklatant ausgeblendet wird – das, was immer und überall ausgeblendet, geleugnet und wegerklärt wird; es hat vier Buchstaben und beginnt mit G. Nein, nicht Geld, liebe Irrlichter.

Die Frau auf der Bühne ersehnte sich eine Umarmung von ihrer Mutter, die sie nicht bekommen hatte. Nach dem Motto: Meine Mutter sollte mich umarmen! Man drehte so lange herum, bis die Erkenntnis lautete: Sie muss sich die Umarmung selbst geben. Also: Ich sollte mich umarmen!

OMG, dachte ich, die arme Frau! Warum sagt ihr niemand, dass sie einen GOTT hat, der wie verrückt darauf wartet, sie in den Arm zu nehmen!? Das alles-alleine-machen-Müssen ist bei mir Teil der Symptomatik, und ich kann nur davor warnen, sich in sowas reinzubegeben. Niemand muss, niemand KANN irgendetwas alleine = ohne seinen GOTT machen!

Weil die Leute, die keine eigenen Erfahrungen mit IHM gesammelt haben, sich mit ihrem Kleinhirn nicht vorstellen können, dass das eine wirkliche erlebte Erfahrung werden wird, wenn sie es ausprobieren, deshalb leugnen sie IHN. GOTT wird als gedankliches Konstrukt abgewertet, das leicht durch eine humanitäre Allerweltsphilosophie oder ein nichtwertendes Parklückenuniversum oder was auch immer ersetzt werden kann, eben jedem das Seine nach seinem persönlichen Geschmack. Damit versagen sich die Leute die direkte ERFAHRUNG. Schade drum. Das fiel mir ein zu der seltsamen Work, die sie da auf der Bühne gemacht haben. Daher schlage ich die wichtigste aller Umkehrungen vor: Dreh es um ZU GOTT. Also: GOTT sollte mich umarmen! (Ich muss IHN nur ranlassen.)

Dorthin gehört alles Sehnen, jeder Wunsch, jede Sorge, jede Angst, dorthin und nirgendwo anders. Und dann KANN es sein, ER schickt Leute vorbei, die Seine Hände und Arme sind. Manchmal kommt ER auch selbst. Das glaubst du nicht? Ausprobieren!

Alles, was mir begegnet und mehr noch: alles, was ich dazu wie automatisch denke, halte ich jetzt vor GOTT, um nämlich dem beschissenen Introjekt auf die Schliche zu kommen. Und was sich da alles findet -! Priceless. Doch es ist nur zu lösen in SEINEM Licht, sonst wird niemals klar, wie die Wirklichkeit aussieht, das heisst: wie ER die Situation sieht, wie ER mich sieht.

Es ist ein jeder eingeladen, es mir gleich zu tun. Free HUGS!