Introjekt – Fortsetzung. Der Alptraum der inneren Cruella

Das ist der Name, den ich der Person verliehen habe, die 49 Jahre lang daran gearbeitet hat, dass ich untergebuttert bleibe und die auch jetzt aktuell alles tut, um mir meine Nutzlosigkeit, Wertlosigkeit, Unfähigkeit und relative Nichtexistenz zu beweisen. Gottlob bestätigen mir das andere Menschen, so dass ich sicher sein kann, nicht in einer Art Hysterie alles Schlechte auf diese Person zu projizieren. Ich hatte sie, im Gegenteil, bis zum Krankenhausaufenthalt noch verteidigt, während die anderen sie schon am liebsten in den Ar.. getreten hätten.

Aus diesem lebenslangen Niederreden entstand offenbar in mir das Introjekt, das sich schlussendlich als Krebstumor manifestierte, damit ich hier und jetzt den Fall auflöse und ein für alle Mal zu den Akten lege. Wir erinnern uns: Wir können nichts mitnehmen in das „Reich GOTTES“ = das Höhere Bewusstseinslevel. Mit Fussfesseln ist kein Vorankommen, alles muss gelöst sein, alles muss zurückgelassen werden, all die irdischen nutzlosen Verstrickungen und, wie ich gestern las: die sog. Täterskripte, sprich die inneren automatisch anspringenden Programme, die uns eingebläut wurden, als wir noch Kinder waren oder sogar Teenager. Sie sind innerlich als Text hörbar.

Ich weiss gerade gar nicht genau, wie ich das, was mir heute früh klar wurde, in einen Artikel bringen könnte, ohne zu weit ausholen zu müssen. Schwierig. Doch ich versuche es.

Es ist so, dass ich seit dem Beginn dieser Heilungs-Reise d.h. seit Auftreffen im Krankenhaus (das war Anfang Oktober) täglich auf Hilfe anderer Menschen angewiesen bin. Zuerst weil ich im Krankenhaus alltägliche Dinge brauchte, dann weil ich nach der OP ohne das Pflegepersonal dort nichts tun konnte, dann nach dem Krankenhaus, weil ich vor Schmerzen in der linken Körperhälfte fast umkam und nicht mal allein ins Bett oder wieder raus kam, weiterhin weil ich mich nicht bücken konnte und bis heute noch immer nicht schwer heben darf, und weil ich keine weiten Strecken zu Fuss schaffe und manches an Zeugs für den Alltag mir mitbringen lassen muss. Desweiteren muss ich mir Geld zusammenleihen, weil ich jetzt in den Krankengeldbezug gerutscht bin und ohne Hilfe guter und bester Freunde den Haushalt hier finanziell nicht am Laufen halten könnte. Nach all den Jahren HartzIV endlich die Traumstelle – und nun kann ich nicht arbeiten und finde mich wieder in Geldnöten. Da liegt, natürlich, eine Lernaufgabe. Daran entrollten sich heute früh Erkenntnisse am laufenden Band über die Einredungen der Cruella…

Ich musste heute eine meiner besten und langjährigen Freundinnen erneut um ihr Aushelfen in Sachen Geld bitten, und ich wand mich innerlich wie ein Aal. Denn die bösen Blicke der Cruella durchbohrten mich von hinten und sie sagte in meinen Gedanken zu mir: Jetzt liegst du ja schon wieder anderen Leuten auf der Tasche! So wie immer in deinem nutzlosen Leben! Hast endlich ne Arbeit und kommst noch nicht klar.

Begleitet von dem ewigen schlechten Gewissen, sobald ich jemanden um etwas bitten muss, was mich schon mein Leben lang begleitet.

Einschub: Wir erinnern uns, was Dahlke über die typische Krebszelle schreibt… Der Alleingang unter Loslösung aus dem Zellverband und die Einstellung „Ich brauche niemanden“. Das ist das Motto der Cruella. Alle anderen sind nutzlos, ich brauche niemanden. So lebt die besagte Person im Aussen auch tatsächlich. Und ich bin ihre No. 1-Zielscheibe.

Es folgten für mich heute früh die üblichen Gedankenketten: Wie soll ich das nur jemals wieder gut machen! Ich werde nach all dem hier nur noch arbeiten müssen von früh bis spät, um alles zurückzahlen zu können. Besser, ich wäre nicht mehr da.

Nach einigem verzweifelten Dahingleiten wagte ich eine radikale Umkehrung in Anlehnung an die Work, begleitet von meiner o.g. stets geduldigen und dickfelligen (grins) Freundin:

Das Leben wird all das an mir wieder gut machen. Ich habe Jahrzehnte lang daran gearbeitet. GOTT sei Dank, dass ich hier bin.

Das ist das andere Extrem, und es steht den Lügen der Cruella nun gegenüber. Wer nie die natürliche Position innerhalb einer liebenden Familie gehabt hat, wer den natürlichen Zustand des Versorgtwerdens nie kennen gelernt hat, so wie ich, der hat es schwerer, eine mittige Position zu finden. Das stellte ich heute früh fest. Dennoch lösten die neuen, gegenteiligen Denkpositionen ein Gefühl der Befreiung und Helligkeit in mir aus, ein Aufkeimen der Hoffnung, dass GOTT mich vielleicht so sehen könnte, genau andersherum, als die Curella mir weismachen will.

Im Grunde lebe ich aktuell, hineingezwungen von GOTT mit Hilfe meines Körpers, das Katatstrophenszenario der (inneren und äusseren) Cruella. Ich mache täglich bittebitte bei anderen Leuten ohne akute Chance, es wieder gut zu machen. GOTT sieht das offenbar als heilsame Kur an. Ich bin mit Menschen konfrontiert, die völlig überraschend mich mit ihrer freundlichen Hilfe überschütten, ganz selbstverständlich, als gehörte ich zur Familie. Die innere Cruella steht dahinter und suggeriert in fiesem Flüsterton: Wenn die wüssten, wie böse du in Wahrheit bist, du Heuchlerin, dann würden sie dich sofort wieder fallen lassen!

Und da war es wieder – wupps: Das grundlegende innere Lebensgefühl das ich so gut kenne und das da lautet: Ich bin grundböse, auch wenn ich nicht weiss, warum, nicht weiss, weshalb, nicht verstehe, was ich getan habe. Und wenn die anderen das rauskriegen, bin ich für immer alleine.

Typisch für traumatisierte Kinder-?

Ich bin der Alptraum der Cruella. Denn ich habe heute früh das andere Extrem dem Gerede dieser Hexe gegenübergestellt:

Ich bin grundgut. Und ich bin nie mehr allein.

Ich bin … der Alptraum der Cruella.