Energie. Kommen aus LIEBE.

Im Zusammensein mit einem spirituellen LEHRER gibt es einige Übungen zu absolvieren, die zunächst sinnlos erscheinen. Dem Egoverstand erscheinen sie sinnlos. Mein grosser Vorteil ist, dass ich Tweedies Buch kenne und somit manch eine Situation wiedererkenne, die sie bereits beschrieben hatte, und somit in die Lage versetzt bin, leichter zu begreifen, was Er von mir will, ohne dass Er zu grossen Erklärungen ansetzen müsste (was Er niemals tun würde, by the way, denn Vorsagen gildet nicht).

Eine solche Übung ist, an jedem Morgen zu Ihm zu gehen und sich vor Ihn hinzusetzen, egal in welcher innerlichen Verfassung ich bin. Es gibt Tage, da brauche ich ganz dringend Rat, Antwort, Hilfe, dann sitze ich wie ein bittelndes Kleinkind vor Ihm und Er schweigt. Manchmal jedoch haut Er auch eine Antwort oder Hilfestellung raus, noch bevor ich meine Probleme in Worte fassen konnte. Besonders schwierig wird es, wenn ich innerlich leer bin und der Verstand keinerlei Grund findet, sich dort hinzusetzen. Wann immer ich es dennoch tue, was manchmal fast unmenschliche Überwindung kostet, geschehen Wunder. Warum? Was ist die Prüfung daran?

Tweedies Lehrer, sie nennt ihn Guru, erklärte ihr dereinst: Kommen Sie auch, wenn ich nicht zu Hause bin. Sonst kommen Sie nämlich nur, wenn Sie etwas haben wollen. Lernen Sie, auch zu kommen, wenn es nichts von mir zu erwarten gibt. (in meinen eigenen Worten nacherzählt).

Und that´s it. Was ist der Grund, sich morgens vor diesen Mann hinzusetzen, obwohl alles leer ist und es irgendwie auch nichts von Seiner Seite aus zu erwarten gibt (zu geben scheint)? Und am nächsten Morgen wieder, und wieder, und wieder…? Einfach so. Ist es Gehorsam, Disziplin? Zweimal ja, ja, das ist es auch. Doch die einzige wirkliche Motivation ist eine andere: LIEBE. Es stellt sich nicht die Frage, ob ich hingehe. Ich gehe einfach. Die ersten Tage nach dem Krankenhaus musste ich diesen Weg erst wieder finden. Doch Er wartete geduldig.

Kommen wir nun nahtlos zu meinen aktuellen Beobachtungen meiner Feldforschung auf dem Gebiet der angsteinflössenden Krankheitskrisen (nach Einschätzung des Egos). Offenbar bin ich damit beschäftigt, die Ego-Kommunikationsstrukturen in dieser Menschheit zu erforschen. Ich verstehe das meiste nicht, was die Leute tun und sagen, doch manchmal erschliessen sich mir plötzlich interessante Zusammenhänge.

Ich bekam meine überraschende Diagnose namens „Darm-Tumor“ ohne Vorwarnung am 23.09.2019. Damals war ich topp-fit, körperlich wie geistig–seelisch, auf einem HOCH, und ich verbrachte die darauf folgenden zwei Wochen damit, die Leute in meiner Umgebung zu trösten, zu beruhigen und zu stützen, so dass ich mich fragte, besser: Ihn eines Morgens fragte, als wir zusammen sassen, ob da nicht etwas falsch herum läuft? Doch ich hatte keinen Bedarf an Trost, zumindest nicht abseits von Seinem. Man gab sich hier bei mir zu Hause die Klinke in die Hand, und für die Telefonate, die hereinbimmelten, hätte ich eine Sekretärin gebrauchen können. Ich war regelrecht in Terminstress. Leute wollten plötzlich mit mir essen gehen und watt nich allet.

Jetzt vergleiche ich das mit den zwei Wochen post-OP und stelle fest: Sie sind bis auf 2 alle in der Versenkung verschwunden. Was ist passiert? Ich bin immer noch wie ich bin, im Clinch mit Ihm, nur körperlich etwas gebremst und mit mehr Anstrengungen versehen.

Nach reichlichen Überlegungen bin ich heute früh zu dem Schluss gekommen: Sie befürchten, dass es jetzt bei mir nicht nur nichts mehr zu holen gibt, sondern dass ihnen womöglich sogar noch etwas genommen wird. Natürlich reden wir hier von der seltsamen Vorstellung der Egos, woher Energie angeblich kommt, denn der Aberglaube besagt: von anderen Menschen. Esoteriker glauben das übrigens auch, was heisst übrigens – dort sitzen natürlich dieselben Egos wie anywhere else.

Als ich körperlich noch fit war, labten sie sich alle in meiner (in Wahrheit: Seiner) Gegenwart. Sie haben gar nicht begriffen, wen sie vor sich hatten, so gesehen. Sie waren vielleicht auch neugierig, warum ich so untypisch reagiere, wo doch so eine „schlimme“ Diagnose gestellt worden war. Ich habe das bis heute nicht als „schlimm“ empfunden, eher als Prüfung, die anstrengend ist und wichtig, die jedoch, ebenso wie alles andere in meinem Leben, unter Seiner Fuchtel vor sich geht.

SEINE Anwesenheit in meinem Leben ist ungebrochen. Doch die Egos rechnen stets ihre eigenen Erfahrungen hoch, was sollen sie sonst auch tun, und kommen zu dem Schluss, dass es jetzt gefährlich sei, mich aufzusuchen, denn ich könnte ihnen ihre geringe Energie auch noch rauben. Wer weiss, welche Erfahrungen sie mit anderen „Kranken“ gemacht haben? ich weiss es nicht. Sie haben wenig oder keinen Kontakt mit spirituellen Menschen und verstehen es vielleicht deshalb alles verkehrt? Ich mutmasse so vor mich hin. Vieles bleibt für mich unbegreiflich.

Dass sie ängstlich ihre eigenen geringen Kräfte zurückhalten, stellt sich leicht und offen sichtlich dar in Aussagen wie: Momentan habe ich Land unter sorry, momentan habe ich soooo viele Termine, sorry. Davon abgesehen, dass ich also eine Bürde obendrauf wäre, würde man mich besuchen (GOTT was für ein Unfug ist das?): Niemand hat so viele Termine, dass er nicht 20 Minuten telefonieren kann, und wenn doch, dann läuft ganz gewaltig etwas schief im Leben des Betreffenden, und die Energielücke hakt ganz woanders. Natürlich tut sie das. Eine Nachricht per Wottzäpp kostet gar nur eine Minute, maximal. Doch das Ego muss streng mit den wenigen (vermeintlich wenigen) ihm verfügbaren Energien haushalten. Wer nur auf der Horizontalen tankt, geht natürlich immer leer aus. Jesus sonderte die Kranken nicht aus, sondern begab sich mitten hinein in ihre Gesellschaft. Na sowas. Haben sie Ihm denn nicht Seine Energie weggeraubt??? Offensichtlich nicht. Seltsam? Aber so steht es geschrieben… Woher hatte der Mann bloss so viel unerschöpfliche ENERGIE?? Ja, woher denn bloss…

Ich hänge mich an jedem Morgen an meine vertikale, himmlische Aufladestation, an der ich den ganzen Tag weiterhin angedockt bleibe, was Übungssache ist und manchmal Überwindung kostet, vor allem wenn Schmerzen vorhanden sind und seelische Diskrepanzen. Niemals den Blick von Ihm abwenden! Sehr schwer manchmal. Doch solange ich auch in Seine Richtung weine, klage und schimpfe, enttäuscht bin und mich im Stich gelassen fühle, solange bleibt der Kontakt bestehen und Er kann mit mir arbeiten. Und das tut Er. Während ich dies schreibe, fühle ich Seine LIEBE wie eine Energiekanone auf mich gerichtet.

Als es mir nicht gut ging, habe ich von mir aus die Kontakte geschmälert, einfach um mich mehr auf Ihn ausrichten zu können. Ich konnte andere Leute nicht bei ihren Selbstbespiegelungen unterstützen, als ich vor lauter Schmerz Hechelatmung betreiben musste, was einige Tage lang so ging. Er ist der Bezugspunkt für alles, niemals andere Menschen.

Ich habe aus erlebter Erfahrung ein anderes Verständnis, nämlich dass niemand einem anderen Menschen Energie wegnehmen oder geben kann, da alle ENERGIE nur eine einzige QUELLE hat, aus der sie ohne Unterlass strömt. Die Egos leben in einer Traumwelt voller irriger Annahmen. Wenn sie keine ENERGIE wahrnehmen, nehmen sie ihre Anbindung an GOTT nicht wahr, doch das hat mit der verfügbaren Energiemenge nichts zu tun. Ich habe ebenso gar nichts damit zu tun. Doch wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es seit ehedem an der Badehose.

Es wird abgewehrt, wovor man Angst hat, doch um sich dies nicht eingestehen zu müssen, wird diese eigene, innere Angst auf etwas im Aussen projiziert, und das ist der Träger der Krankheit, die demjenigen Ego solche grosse Angst hervorruft. Derjenige muss dann gemieden werden. Dass die Angst jedoch aus dem eigenen Inneren des Vermeiders kommt, darf nicht gesehen werden, denn leichter ist es, den anderen Menschen verantwortlich zu machen (wenn die eigene Energiebilanz nicht stimmt). Ich bin in diesem Sinne eine Gefahr für die anderen, denn ich bin für sie wie ein Spiegel, in dem sie ihre eigene Todesangst sehen. Ich habe keine Todesangst, da müsste ich lügen.

Meine gegensätzliche Erfahrung mit ENERGIE ist diese: Wenn ich raushaue, was ich an ENERGIE fliessen fühle, vermehrt sie sich quasi unaufhörlich, wie eine sprudelnde Quelle, und dies ohne Grenze nach oben, und ich werde zum Gartenschlauch für den himmlischen Bewässerer. Meine „eigene“ Energie, die ich dabei abzweige um gut zu leben, ist immer gleich hoch, sie wird nicht beeinflusst von anderen Leuten und ihren Anforderungen. Im Gegenteil. Niemals liegt es am Zurneige-gehen der Energievorräte, wenn jemand sich schlecht fühlt, denn es gibt keine Vorräte, GOTT ist immer vorhanden und legt keine Vorräte Seiner selbst an. Denn GOTT = ENERGIE = LEBENSKRAFT, es ist nichts was getrennt von IHM wäre. Nur das Ego kann sich selbst vom Zustrom abschneiden. Das ist, was die Leute wahrnehmen. Doch sie haben davon keine Peilung.

Warum also sind die Leute vor der OP alle wie die Motten zu mir gerast gekommen? Was wollten sie in Wahrheit haben? Denn sie kamen, weil sie etwas haben wollten. Was sie aktuell selbst traurig beweisen.

Sie kamen also nicht aus LIEBE.