Tausche Rolls Royce gegen rostige Ente

Mein Hauptproblem derzeit ist nicht so sehr das körperliche Unwohlsein, sondern eine Begreifensangelegenheit.

Als ich am 07.10. in das Krankenhaus ging, ging es mir ganz hervorragend. Ich hatte, wie ihr wisst, im April  mit dem Training im Fitnessstudio begonnen und meine Ernährung umgestellt, dadurch von zehn Kilo „zuviel“ Gewicht vier abgenommen und war bester Dinge und richtig fit. Eine Woche später werde ich aus der Narkose wach und alles mögliche ist kaputtgemacht worden.

Nun habe ich Schmerzen, wo vorher keine waren, mein Bauch sieht aus wie Frankensteins Braut im Monsterlabor, ich muss Atemübungen machen, weil das Zwerchfell meint, herumspinnen zu müssen. Zwar sagt mir mein Kopf, dass sie etwas Wichtiges an mir getan haben, indem sie den Tumor wegoperiert haben. Doch das KIND innen drin hat den Tumor nie gesehen. Es weiss nur, dass es ihm vorher gut ging und jetzt schlecht. Das Verstehen vom Kopf ist da, denn meine innere Erwachsene weiss das natürlich alles. Doch das KIND begreift es nicht. Das macht mir derzeit sehr zu schaffen.

Ich habe einen blankpolierten Royce in die Reparaturwerkstatt gebracht und eine kaputte schmuddelige Ente mit Fehlzündungen zurückbekommen.

Wenn ich das grundlegende VERTRAUEN nicht hätte, dass dieser ganze Zirkus zum WEG gehört und dass GOTT da ist und alles under control hat – ich wäre längst in ein Loch gesunken, aus dem ich vermutlich so leicht nicht wieder hervorgekommen wäre. Wie machen das Leute ohne den CHRISTUS? Woran klammern die sich, wenn es keinen Halt in der Welt mehr gibt? Das kann ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen. Denn ohne Ihn wäre ich echt am Ar…

Heute werden die Fäden bzw. Klammern entfernt, was den Weg frei macht in eine heisse Dusche. Ungeahnter Luxus steht mir also für dieses kommende Wochenende bevor.

Mir schwirrt immerzu der eine Satz durchs Hirn, im Krankenhaus schon und heute wiederum: Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach.

Es ist eine seltsame Sache, wenn Zitate aus dem Neuen Testament plötzlich im eigenen Leben Gestalt annehmen, darüber habe ich schon mehrmals geschrieben. Aktuell ist es wieder sehr massiv, denn natürlich ist die gesamte Jesus-Geschichte eine Beschreibung von Umständen rund um eine extreme Grenzerfahrung. Und ohne eigene Grenzerfahrung ist sie wohl nicht nachlebbar. In einer eigenen Grenzerfahrung jedoch zeigt sie sich 1:1 wie ein Bühnenstück, das plötzlich für einen selbst aufgeführt wird.

Mir begegnen Menschen, die bitteln und beten zu GOTT, dass der Kelch an mir vorübergehen möge. Doch warum? Es wäre sinnvoller, mir Kraft zu erbitten, das zu er-tragen, was GOTT für mich vorgesehen hat. Nicht mein Wille, sondern Deiner. Das ist das Schwerste, was ein Mensch schaffen kann. Nicht dauernd mit GOTT verhandeln zu wollen, obwohl in dem klaren Wissen, was auf einen zukommt. Zu sehr steckt in unseren Köpfen die esoterische Parole des Wir sind selbst Götter und können durch korrektes Wünschen alles in Wellness umzaubern. Dem ist nicht so. Darum geht es nicht unterWEGs. Merke: Dauer-Wellness und ein jugendlich-strahlender Körper sind keine Markierer des WEGs.

Ich weiss nicht, was aus mir geworden ist, wenn GOTT mit seiner Transformation an mir (fürs erste) fertig ist, irgendwann in einem halben Jahr von heute aus. Doch eins ist sicher: Ich werde darüber hier im Blog schreiben.