„unheilbar“ kann es nicht geben

Stimmungslage: Ego nimmt innerlich Anlauf Richtung Krankenhaus (ab Montag), und diverse Aggressionen kommen zum Vorschein. Das dauernde Miauen meines Katers, was sonst süss ist oder einfach überhört wird, reizte mich gerade bis aufs Messer. Interessant. Womit im Kleinsten wieder einmal bewiesen wäre, dass eine Situation an sich stets neutral ist, erst unsere Deutung und daraus resultierende Reaktion macht sie zu „etwas“.

Es gehen, wie gesagt, einige tiefschürfende Fragestellungen durch mein Hirn. Alles zieht erneut an mir vorbei – in einem diesmal anderen Licht. GOTT, Jesus und mein LEHRER haben alle etwas gemeinsam: Sie verhindern menschliches Leid nicht, zumindest nicht immer. Warum nicht? Es wäre ein Leichtes für meinen LEHRER, etwas zu unternehmen, damit ich um die kommenden Erlebnisse drum herum komme. Warum wird dies durchgewunken? Dazu fiel mir, wie immer, das wunderbare wunderschöne und so wahre Gedicht von Ephides ein (aufgeschrieben durch die Verfasserin Hella Zahrada), Eine Silberstrasse übers Meer…

Eine Silberstrasse übers Meer baut der Mond,

da komm´ ich dir entgegen,

ein kleines Stück nur – deinetwegen,

auf dass du selber findest zu mir her.

(frei rezitiert).

Der WEG in das nächsthöhere Bewusstsein kann nur aus freien Stücken erfolgen, aus eigenem Antrieb, aus eigenem Willen, der dann dem WILLEN GOTTES angeglichen ist, denn „untergeordnet“ würde ich das nicht nennen. So findet es erlebbar statt, daher behaupte ich das. Niemand wurde je an seiner eigenen Vernunft und an seinem eigenen sehnsüchtigen Wollen vorbei dort hin katapultiert. GOTT schätzt unsere Meinung und unseren Willen und zieht uns an unserer entfachten Sehnsucht wie an einem Seil zu Sich.

Dieser WEG in das nächst höhere Bewusstsein erstreckt sich über viele Lebensspannen, was die aufeinanderfolgenden Inkarnationen auf dieser Erde bedingt. Daher scheinen manche Strecken abrupt durch den „Tod“ (= Wechsel in eine neue Inkarnation auf derselben Bewusstseinsebene) beendet. Es scheint aus hiesiger eingegrenzter Sicht „Krankheiten“ zu geben, die „unheilbar“ sind. Wir können nicht den Weg eines Menschen durch mehrere aufeinanderfolgende Inkarnationen betrachten, weil uns hierfür das Bewusstsein (noch) fehlt. Ein Mensch in höherem Bewusstsein jedoch kann dies tun, ohne jeden Zweifel. Mein LEHRER weiss, wer ich noch gestern war (frei nach Rilke).

Doch schauen wir genau hin: un-heilbar würde bedeuten, ausserhalb von GOTT stattfindend, denn GOTT = HEIL = GESUNDHEIT = BEWUSSTSEIN. Das ist faktisch unmöglich, wenn wir die Wirklichkeit als Basis unserer Gedanken wählen, die besagt, dass GOTT immer und überall existiert. Unheilbar in einer einzigen irdischen Lebensspanne und für eine bestimmte Personengruppe – das trifft es daher eher. Denn es gibt ja immer die „wundersamen“ Ausnahmen, die beweisen, dass irgendwann in einer Inkarnation das Ende der betreffenden lange währenden Heilaufgabe erreicht ist.

Warum haben nicht alle, die Jesus geheilt hat, bis heute überlebt? (oder haben sie das womöglich? wer weiss) Falls sie nicht ewig weitergelebt haben, konnten sie vielleicht sehr lange weiter an ihrem Bewusstsein arbeiten und diese Stufe hier im irdischen Sinne „lebend verlassen“. Warum hat Petrus nicht ewig weitergelebt? Er hatte womöglich noch Arbeit zu tun, innere Arbeit, wir wissen es nicht. Denn die etablierten Kirchen befassen sich leider nicht mit solchen höchst wichtigen zentralen Fragestellungen. Ich hab mich das schon lange gefragt, wo Lazarus hingegangen ist, als seine komplette Familie irgendwann verstorben war. Natürlich wissen wir nicht, wieviele dieser Geschichten Mythos sind. Der KERN ist dennoch ein wahrer, wie jeder in seinem eigenen Leben für sich erfahren kann, im Kleinen oder im Grossen. Ich hadere immer mit der Tatsache, dass Jesus durch eine Heilung demjenigen seine Entwicklungsaufgabe genommen hätte. Hätte ein Mann wie Er das wirklich getan? Oder will uns jemand durch solche Geschichten einreden, dass wir einen anderen bräuchten, um HEIL zu werden = zu GOTT zu gelangen? Ein jeder Mensch ist aufgerufen, sich selbst eingehend mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch auf so einer hohen Stufe statt Entwicklungsimpulse zu geben umhergerannt ist und die Leute über ihren Kopf hinweg heil gemacht hat. Möglich ist es, natürlich. Mir erscheint das auf meinem derzeitigen Stand unlogisch. Eben WEIL mein LEHRER anders vorgeht, wie wir aktuell sehen. Es ist offensichtlich nicht der Weg, für mich zumindest, unbeschadet hier durchzurennen. Vielleicht gibt es auch keine einzige Antwort darauf, sondern mehrere. Denn GOTT behandelt natürlich alle Menschen gleich = nämlich individuell. Manche müssen vielleicht auch etwas zeigen.

Wie bereits erwähnt, kam die „Warum ich?“-Frage mir nicht in den Sinn. Mir ist klar, dass es jetzt darauf ankommt, was ich aus der Situation mache, d.h. nicht, wie ich mich selbst da hindurch trimmen kann, sondern welche Geschenke ich daraus ziehe und an andere Menschen weitergebe. Das ist der Punkt. Nichts geschieht nur für denjenigen selbst, immer geht es um das Ganze. Es ist wichtig, das eigene persönliche Thema dahinter zu erkunden, das ist ganz klar. Doch wann immer eine Erkenntnis aufblüht, muss sie weitergeschenkt werden.

Ego beschäftigt sich jetzt mit letzten haushaltsnahen Vorbereitungen und der Planung der Krankenhaustasche, bevor ich dann next week den Katzen das Regiment über meine Tochter überlasse.