Das unbekannte menschliche Organ namens ICH WEISS

Fahren wir fort mit der Dokumentation der sich entrollenden Ereignisse rund um den mir attestierten Tumor. Am Donnerstag erhielt ich den sog. Befund: gutartig nennen die Ärzte das, was sie in mir entdeckt haben, nicht. Der Arzt bretterte mir den Befund ohne jegliche Sensibilität entgegen, weil es für ihn schon einen Tag vorher klar war und weil er es tausend Mal schon fremden Leuten gesagt hat. Ich nahm das alles, was er tat und sagte, sehr klar war und war kurzzeitig ins Schleudern geraten, das gebe ich zu. Eine gute Stunde später hing ich bereits am Telefon. Es gibt nun einige organisatorische Dinge, die ich auf die Schnelle regeln muss.

Das self-consciousness unterscheidet bekanntlich stets in GUT oder BÖSE, das liegt an der Dualität dieser Bewusstseinsstufe. Mir wurde ein anderes Bild vermittelt, das einer Neutralität innerhalb des grossen Ganzen. Insofern nehme ich mich nicht als „krank“ war oder als „gefährdet“ oder was auch immer da so üblich ist. Heute an diesem bildschönen Herbsttag geht es mir gut und ich habe viel vor, Schreiben in erster Linie. Heute ist heute, und morgen ist morgen. jeder Tag hat seine eigene Plage, sagte JC. Und dass jemand kein Vertrauen in GOTT hat, der an morgen denkt. Ist bekannt, steht hier im Blog an vielen Stellen.

Mein Plan der engmaschigen Dokumentation dieser Heilungskrise wurde mir von OBEN auf einem unüblichen Kanal wörtlich bestätigt, als nämlich jemand, der nicht viel mit meinen Büchern und meiner Spiritualität am Hut hat mir gestern wörtlich riet: Nimm ein Tagebuch mit ins Krankenhaus. Mach ein Buch draus!

(Sie wusste nicht, dass das betreffende Tagebuch bereits auf dem Versandweg befindlich war, als sie das sagte …)

Aufgrund von allem, was mir in den letzten 13 Jahren durch meinen LEHRER mitgeteilt worden ist, habe ich eine sehr klare Idee, was dieses Geschehen in meinem persönlichen Gesamtzusammenhang bedeuten soll. Ich landete in dieser Inkarnation in einer Familie mit zwei grossen  hochmodernen „Krankheits“-Strömungen, auf der väterlichen Seite Multiple Sklerose, auf der mütterlichen Seite Krebs. Dass ich mit meiner HEILUNGS-Disposition auf eins der beiden verdonnert werden würde, wusste ich seit Jahren, nicht mit dem Kopf, der will sowas nicht wissen.

Kopfwissen ist das nicht. Es ist sicheres, innerstes GEWAHRSEIN DESSEN WAS DA KOMMT. Im Prinzip handelt es sich hier nicht um ein Organ im physischen Sinne, sondern um eine Fakultät, eine Fähigkeit, die der spirituellen Ebene, also dem Höheren Bewusstsein zugeordnet ist. Höher noch als Hellsehen und Hellfühlen der esoterischen Praxis. Es hat nichts mit dem sagenumwobenen Bauchgefühl zu tun noch mit einer Lektüre der sog. Akasha-Chronik. Es ist der CHRISTUS, der alles WEISS. Dieses Wissen zeichnet sich dadurch aus, dass es keine Ängste auslöst, es wirkt neutral. Kopfbefürchtungen und Unheilserwartungen aus dem Egoverstand sind gänzlich anders eingefärbt.

Nun weiss ich es also nicht seit der Darmspiegelung und nicht seit irgendein Arzt mir irgendwas vorgelesen hat. Nur dass es so schnell schon losgeht, mit gerade 49 Jahren, das war mir nicht klar, denn das wird einem wohlweislich nicht gesagt. Wobei es meinem lebenslangen Siebener-Rhythmus gemäss eingetroffen ist.

Unter allen sprunghaften Veränderungen meiner Lebensausgestaltung zieht sich ein irrationales Empfinden durch: FREUDE. Ich erzähle das nicht jedem, sie würden mich für kränk halten. Da ist ein innerster Tatendrang, Abenteuervorfreude, die ich nicht hervorrufen könnte, doch sie sind da. Dienstbeflissenheit, freudig einen Dienst erweisen, das schwebt alles mit, es ist höchst seltsam.

Nun gehe ich also vor einem komplett anderen Hintergrund an das Thema Tumor (ich nenne es für mich bewusst so nicht) heran und hatte gestern den ganzen Tag die Aufgabe, die Freunde und Bekannten, die informiert werden mussten, zu trösten. Als ich abends im Bett lag dachte ich, häh, hätte es nicht umgekehrt sein müssen?? Doch ich erhalte meinen TROST von elsewhere und muss dafür keine anderen Leute anzapfen.

Mir wurde durch das Verhalten meines Umfeldes klar bewusst, wie leicht es wäre, jetzt einen sekundären Krankheitsgewinn herauszuschlagen. Auch war mir bewusst, dass ich vorsichtig sein muss, damit ich andere, die nicht so ticken wie ich, nicht mit der Nachricht schwäche. Es geht alles sehr sensibel vor sich.

In der Zusammenfassung der vergangenen harten Woche muss ich sagen, dass ich seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie so viele intensive und voranbringende Gespräche über Spiritualität gehabt habe, denn nun habe ich das ungeteilte Ohr meiner Telefonpartner. Ist das schräg? Ich sagte Mister GOTT, bitte lass mich allein aus diesem Grund am anderen Ende wieder hervorgekrochen kommen, um für die nächsten 40 Jahre von DIR sprechen zu können!!  Ich nehme es sehr klar wahr, dass GOTT mit mir soweit zufrieden ist.

Dann fiel mir ein, dass ich am 15.11. leider nicht zu meinem aha-Konzert werde gehen können. Morten muss leider ohne mich singen, doch er wird das wohl hinkriegen, hat er ja bisher auch. Das kostete ein Tränchen, bis mir einfiel, dass es noch wesentlich wichtigere Begegnungen für mich gibt.

Eine weitere Wahrnehmung ist die totale Narrenfreiheit. Zwar befolge ich die an mich in den letzten Tagen herangetragenen guten Ratschläge bereits seit Jahren, als da wären „mal nur zu tun was ich gerne tue“ oder „mal eine ungeputzte Wohnung auszuhalten“ und sowas. Ich lebe bereits so, das ist mein grosser Vorteil jetzt. Auch gibt es nichts Materielles hinter mir aufzuräumen, ich schrieb bereits davon. Jo, es zahlt sich immer aus, „mitten im Leben zu STERBEN“ im Sinne der alten Sufis natürlich und nicht zwingend physisch. Doch ich habe so eine innere Totalwendung erfahren, als das Wort „Tumor“ fiel, die mich jetzt ganz anders auf Menschen zutreten lässt. Ich rede anders mit ihnen, ich lobe sie mehr, ich danke ihnen mehr, ich spreche Fremde an. So hätte es immer sein können, doch ich brauchte den aktuellen Ar…tritt, um eine ganz neue Sicherheit im Umgang mit ihnen in mir selbst zu entdecken.

Auch dass ich lebenslang eine schwere Strecke hatte, insbesondere auf psychischem Terrain, kommt mir jetzt sehr zugute. Dass ich mich immer selbst (doch nicht allein) an den Haaren aus dem gedanklichen Dreck ziehen musste, ist jetzt mein grosser Vorteil. Ich weiss schon, wie das geht… Ich kenne überdies meine Ressourcen und meine Quelle(n) der KRAFT und auch meine Grenzen und deren Anzeichen (stand bereits einmal vor einem Burn-out).

Meine Tochter … meinte ebenso pragmatisch, wie ich immer vorgehe, dass wir nun die gute Zeit noch ganz doll zusammen nutzen sollten, und daher läd sie mich für Samstag zum Eisessen ein. Und ich soll das Wort Oreo-Becher diesmal richtig aussprechen (d.h. mit Betonung auf dem ersten O, nicht dem zweiten), sonst haut sie mich.

Auf Kalorien achte ich jetzt natürlich nicht mehr. grins

 

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