Spirituelles Kalorienzählen plus Esoterikblüten. Was ist Hochachtung?

Es gibt etliche Dinge, die mich in dieser schrägen Welt erstaunen. Manches davon läuft unter dem Oberbegriff Spiritualität, hat jedoch mit ihr rein gar nichts zu tun.

Ebenso hatte ich mich lange Zeit gewundert, dass ich so gar nicht abnehme, obwohl es nötig wäre (zehn Kilo Fett laut meiner Fitnesstrainerin) und das, obwohl ich Stein und Bein geschworen hätte, dass es nicht am Essen liegen kann. Bis gestern, als ich mir spontan einen Kalorienzähler daungelohdet habe. Und eingab, was ich den Tag über gegessen hatte. Upsssss, well, ok. Wer ehrlich hinschaut, und zwar ganz genau, der entdeckt die kleinen und grossen Schummeleien, mit denen er oder sie sich selbst betrügt. Dies findet gleichermassen in der Spiritualität statt, auf dem spirituellen WEG, der ein LERNPFAD ist, auf dem es viel ARBEIT zu tun gibt, in sich selbst und nicht an zahlungskräftigen Klienten.

Das Problem ist nur, dass durch das genaue Hinschauen das Auge sozusagen geschult wird und dieselben Mankos bei anderen sofort wiedererkannt werden. Deshalb kann ein Meister auch nur der sein, der sich selbst bemeistert hat. Es fängt immer bei einem selbst an. Dann jedoch kann dir niemand mehr etwas vormachen, weil du es alles schon bei dir selbst ent-deckt hattest.

Nehmen wir als Beispiel Kommunikation. Dass in unserer heutigen durchtechnisierten Welt der Verrücktheiten kaum noch jemand weiss, wie ein ordentlicher Brief geschrieben wird, versteht sich von selbst. Anrede (korrekte Schreibweise des Namens?) gerne mit Ansage der Tageszeit statt nur ein lapidares „Hallo“, Komma und klein weiter, ganze Sätze, Schlusssatz, Grussformel, ggf. Ort und Datum sind nicht schlecht, vor allem wenn der Brief aufbewahrt wird, dies kann auch ganz nach oben an den Briefkopf. Ich finde, das zu wahren gehört sich so. Auch weitgehend in E-Mails. Vor allem zu Beginn eines Kommunikations-Threads, später kann vereinfacht werden, weil es sonst irgendwann unecht wirkt. E-Mails gehen u.U, täglich mehrfach zwischen zwei Menschen hin und her, da jedes Mal Sehr geehrter Herr Blabla zu schreiben, ist nervig.

Natürlich ist das Befolgen dieser Grundregeln umständlich und geht den Leuten heutzutage nicht schnell genug. Keine Worterkennung, selbst nach treffenden Formulierungen suchen, die ansprechend sind … nein, wer kann sich soviel Zeit zu haben heute noch erlauben? Nun, ich kann. Ich hatte hier im Blog dereinst angeregt, das Briefeschreiben per Hand mit Tinte auf schönem Papier wieder einzuführen, doch die Resonanz unter den Lesern hier war = Null. Es ist kein Rückschritt, alte Kunstfertigkeiten zu bewahren. Spiritualität ist vor allem das: eine Kunst. Wie in der Kunst geht es um Inspiration plus Handwerk. Die Esoteriker glauben an die Inspiration allein (und holen sich damit allerlei Foppgeister ran) und die Katholiken glauben an Handwerk und beten sich einen Wolf ohne ES jemals berührt zu haben, den weiten Saum des Universums jenseits ihrer kleinen Glaubensgelübde.

Das Kommunikationsverhalten in dieser achso modernen Welt zeichnet sich vor allem durch fehlende Wertschätzung aus. Kaum jemand, der meinen Namen richtig schreibt, ist ja auch sauschwer, gelle. Katrin, wie überaus ungewöhnlich. Kaum jemand, der sich ordentlich verabschiedet, wenn er die Kommunikation beendet. Da sind einem ja die nichtssagenden Floskeln der Esoteriker fast lieb, die fremde Sprachen bemühen müssen, weil ihnen ihr deutscher Alltag zu schnöde ist. Nammas-Tee, wer trinkt so etwas? Ich nicht.Doch ich heisse auch nicht Katrin Shallaleika oder Katrin Vishnuschidaradadanda. Nur Katrin. Schlicht und ergreifend.

Und dies ist der Klassiker: Mitten im Gesprächsverlauf wird einfach nie mehr geantwortet. Das finde ich besonders interessant, sagt es doch mehr über denjenigen aus als jedes schöngeschriebene Wort seinerseits je hätte tun können. Mir ist aufgefallen, dass besonders unter vermeintlich spirituellen Menschen so ein Verhalten offenbar die Norm ist. Ach ja, wir verständigen uns ja alle telepathisch, gelle. Wer braucht eine kurze Rückmeldung, ob das, was ich geraten habe, oder angeregt habe, beim anderen auch angekommen ist? Katrin ist die eierlegende Wollmichsau, die man melken kann und dann wegwerfen wie ein benutztes Handtuch. Wir holen es hervor, wenn wir wieder mal nicht weiter kommen mit unseren schwatten Händchen. Ich begucke mir das seit vielen Jahren und staune und staune.

Es geht hier nicht darum, dass ich unbedingt Post haben will oder müsste. Wer das so verstanden hat, hat leider gar nichts verstanden. Nö, ich beobachte bekanntlich das Verhalten der Egos in dieser ulkigen Egowelt und amüsiere mich tagtäglich über die Blüten, die es treibt. Manchmal möchte ich nur noch weinen. Besonders interessant finde ich eben berufsbedingt sog. spirituelle Menschen, also die sich dafür halten, und insbesondere die Esoteriker. Das sollen die „guten Beispiele“ dieser Gesellschaft sein? Da möchte ich ganz schnell ganz weit weglaufen, ehrlich gesagt. Beam me up, this planet sucks!

Grundregeln der Kommunikation können gelernt werden. Meine Tochter lernt sie bei mir, und sie regt sich oft genug auf, weil ich weithin als penibel gelte. Doch ich habe meine Gründe. Sie bemerkt es selbst ja bei ihren Freundinnen und Bekannten, die nichts davon wech haben. Es erschwert das Zusammenleben und mindert den Grad der Gesamtwertschätzung auf diesem Planeten. Meine Tochter glaubt noch an das Ehrbare in den Menschen, ist verlässlich und pünktlich, nicht weil sie deutsch ist, sondern weil sie zu Hause Wertschätzung kennenlernt.

Jeder trägt dazu bei, wie das Weltklima ist, auch wenn der Egomensch an sich das gern ausser Acht lässt. Jeder trägt zu der Gesamtmenge von diesem oder jenem bei, die insgesamt den Bewusstheitsstand auf diesem Planeten ausmacht. Denn, wir erinnern uns: „Welt“ = das Ergebnis des Gesamtbewusstheitszustandes einer Menschheit auf einem Planeten.

Erst wenn ich sämtliche Kommunikation unterbinde, werden die Gemüter unruhig. Fakt ist, ich brauche meine eigenen Tipps nicht, ich hab es ja schon mit meinem LEHRER durchgekaut und von Ihm gelernt. Jeder möge sich doch gerne einen eigenen Lehrer suchen, oder sich finden lassen, oder bei den willig alles ausposaunenden Esoterikern nachfragen.

Apropos. Gestern lauschte ich einem wunderbaren 80er Jahre Album von George Harrison, Cloud Nine, und bei einem Song fühlte ich mich durch die Tonfolge an ein Instrumentalstück erinnert, das ich dereinst von meiner Reikilehrerin bekommen hatte, auf CD, welche natürlich mittlerweile nach all den vielen Jahren verlustig gegangen ist. Die Lehrerin übrigens auch.

Ich goggelte danach und gab ein: „Spiral Meditation“. Was sich mir auftat, war eine bunte Hölle. Da waren sie alle wieder, meine Freunde, die Esoteriker. Erzengel Mjammjammael, der auf dem violetten kraftvollen Strahl des Aldebaran reitet oder Gott weiss allein worauf und vor allem: woher. Wohin dürfte klar sein. Ich war hin und hergerissen zwischen Lachen und Gruseln.

Anlässlich dieses Ausflugs in die Welt des Unfasslichen möchte ich euch noch einmal ans Herz legen: Fragt euch selbst, wie es wäre. Stellt euch vor, ihr begegnet in welcher Weise auch immer einem extrem hohen spirituellen Wesen, einem LEHRER. Dieses Wesen strahlt eine unantastbare WÜRDE aus, vor Ihm steht ihr da wie durchleuchtet, ihr erfahrt womöglich eine persönliche Unterweisung, ihr werdet in diese LIEBE getaucht, die es nirgendwo auf Erden gibt (auch nicht in Mainstreamdualseelenbeziehungen). Was werdet ihr damit tun?

Ich sag es euch: Der Gentleman geniesst und – schweigt. Ihr würdet wissen, was ihr weitergeben dürft, und was nicht. Und in welcher Form und in welcher nicht. Das sind Dinge, über die muss nicht gesprochen werden, das sagt einem das ureigene Empfinden.

Wenn es erfunden ist oder eine Täuschung, wenn es nur euer Ego kitzelt, dann rennt ihr los und bedruckt Buchcover mit dem Namen des Wesens, das euch selbst aufwerten muss, weil ihr kleine Lichter seid oder euch so wahrnehmt. Das erste und Wichtigste, was ihr bei einem LEHRER lernt, ist: euch selbst wertzuschätzen, weil GOTT euch wertschätzt.

Sich selbst für ein kleines Licht zu halten, ist Ego in Bestform. Die Kehrseite dieser Egomedaille ist grenzenlose Selbsterhöhung. Sich selbst wertzuschätzen und zugleich in totaler Hingabe dem Grösseren zu unterstellen ist eine Kunst, die erlernt werden muss, weil auf der Erde anderes die Norm ist und anderes als schick gilt und nur anderes den grossen Reibach garantiert.

Da gab es z.B. damals, und sicher heute noch, etliche Bücher, die Thoth der Atlanter geschrieben hat, obwohl doch dereinst Drunvalo Melchizedek, der gute alte Olav also, geschrieben hat, dass Thoth den Erdkreis für immer verlassen habe, und das wusste er von Thoth selbstpersönlich. Und verkauft noch heute sicherlich ganz gut damit. Dennoch kam Thoth auf irgendeinem geheimen Weg hinter Olavs Rücken zurück, um noch schnell ein paar CDs mit einer Frau aufzunehmen, die an Langeweile nicht zu überbieten sind (meine Erfahrung). Nichts zu spüren von dem, was ich mit meinem LEHRER erlebe. Nichts. Was soll das alles darstellen, und vor allem: wem dient es?

*In dem Moment schellt es an meiner Tür, ich sage laut: Da ist er schon, hahaha. Und der HERMES-Bote steht vor der Tür. So geht das hier.*

Leute, Leute, versucht doch einfach ein einziges Mal, euch selbst in die Lage zu versetzen. Würdet ihr eure heiligste LIEBE nach aussen spucken, Fremden vor die Füsse, noch dazu gegen Bares? Ich kenne einen anderen Begriff für dieses Gewerbe, sorry aber daran erinnert mich so ein Verhalten. Es KANN nicht echt sein. Think!

Würdet ihr euch vor eine PC-Kamera setzen und mit einem Gesichtsausdruck wie gerade aus dem Tiefschlaf gekommen schnöde in gelangweilter, tonloser Allerweltssprache beschreiben, wie Vishnu mit euch eine Transformation hatte? (Was genau soll das sein? Ich rätsel immer noch.) Das habe ich übrigens Krishna neulich beim Kaffeetrinken auch gefragt. Er warf vor Lachen seine Tasse um und versaute sich seinen schicken bunten Mantel. Ironie aus.

Im Ernst: Wer vergessen hat, was Wertschätzung ist, Respekt, Hochachtung, Ehrfurcht im besten Wortsinn, der ist von jeder Spiritualität weit entfernt.

Ich schreibe oft in einem saloppen Tonfall, doch niemals würde ich das Heiligste, was ich mit Ihm erlebe, euch oder irgendwem vor die Füsse rotzen. Darüber sprach und spreche ich mit niemandem, und schon gar nicht im Internet, GOTT bewahre. Manche Leute meinen mich genau zu kennen, weil sie 10 % von meinem Erleben irgendwo gelesen haben. Selbst die sich meine Freundinnen nennen wissen nur 20 %. Der Rest ist allein SEINS. Auch würde ich niemals Seinen Namen nennen. Das versteht sich ganz einfach von selbst! Wer nicht mehr weiss, was sich gehört, der hat vergessen, wem er gehört. Oder er gehört einem anderen, auf den mensch besser nicht hören sollte.

Wenn du das jemandem vor den Kopf sagst, dass derjenige auf solche Blender oder Verblendete reingefallen ist, wirst du fortan gemieden. Dabei hast du nur die Mitteilung überbracht. So funktioniert Ego, einst wie heute…. Es ist leichter, Katrin den schwarzen Peter zuzuschieben, als die eigenen Kalorien zu dokumentieren.

 

Werbeanzeigen