Schluss mit dem Sorgenmachen – und wie manche Menschen eine Lüge leben

Manche Lektionen wiederholen sich im Leben, und so auch hier im Blog. Da wir alle so ausführlich gelernt haben, uns ständig Sorgen zu machen, ist es sicherlich hilfreich, immer wieder mit mit dem Thema konfrontiert zu werden. Geht los:

Meine Tochter beschloss mit etwa neun Jahren, dass sie in die Verschönerungsindustrie möchte, wenn es eines Tages an die Berufswahl geht. Das bedeutet: Haare machen und Schminken anderer Menschen. Sie begann dementsprechend sehr früh, sich für die Schule selbst zu verschönern, was andere Eltern mir gegenüber anzumahnen pflegten. Ich erwiderte stets denselben Satz: Es ist wichtig für sie, sie möchte das beruflich machen. Den mitleidigen Gesichtsausdruck der anderen, die mich für eine Idiotin hielten und für eine schlechte Mutter obendrein, könnt ihr euch selbst ausmalen.

Ich jedoch beobachtete mein Kind täglich, was nicht ausbleibt, wenn Menschen zusammen leben, und nahm wahr, dass sie ihre Schulangelegenheiten seit ihrem Entschluss mehr in Ordnung hielt, ohne dass jemand ihr etwas dazu gesagt hätte. Meine Tochter wurde von mir kein einziges Mal in dreizehn Schuljahren dazu angehalten, ihre Hausaufgaben zu machen, und sie hat ein prima Abitur hingelegt, nicht dass uns das irgendwie beeindrucken würde, dies nur als Faktum am Rande. Nicht, dass die Schule per se wichtig wäre, sondern die seitdem veränderte Einstellung meiner Tochter zu einer grundlegenden Strukturiertheit ist wichtig, denn nur so kann jemand in dieser Welt der Strukturen angemessen klar kommen. Sie hatte über Nacht ihre Linie gefunden.

Es folgten zwei Schulpraktika plus zwei freiwillige Praktika in unterschiedlichen Salons. Sie bekam ohne irgendwelche Probleme eine Ausbildungsstelle in dem von ihr favorisierten Salon (wer will heute noch ein Handwerk lernen?) und ist dort: glücklich. Alle sind glücklich, die Chefin, die Kolleginnen, die Kundinnen. Fazit: Alles richtig gemacht. Und GOTT sieht, dass es gut ist.

Und nun kommen die üblichen Unken, die ich bereits daher kenne, wenn ich von meinem persönlichen GLÜCK in Sachen Schreiben berichte. Die erste Reaktion der Leute, sagen wir in 29 von 30 Fällen bisher, ist stets exakt dieselbe, wörtlich: „Friseurin? Reich werden kann man damit aber nicht!“ Das ist das Ergebnis der Programmierung im self-consciousness. Nur eine Frau, quasi No. 30, sagte: „Toll, das wollte ich auch immer werden.“ Alle anderen haben nur das Dollarzeichen in den verstrahlten Augen. Uns ging es bei der Berufswahl nicht eine einzige Sekunde lang um finanzielle Aspekte, es ging immer einzig darum, dass mein Kind das herausfindet und lebt, was ihres ist. Wir Eltern hätten sie unter allen Umständen bei allem unterstützt, was sie geäussert hätte, ungeachtet der Tatsache, ob wir es für uns selbst auch gut finden würden.

Jeder muss das tun, was er tun muss. So erlebt der Mensch Glück, und NUR so. GOTT hat für jeden eine Aufgabe, und nur wer gar nichts tut, macht es verkehrt. Das ist meine kleine selbst erlebte Lebensweisheit.

Als ich damals anno 2009 eine weltliche Coaching-Ausbildung machte, weil ich damals noch dachte, dort irgendetwas Gehaltvolles hinzulernen zu können, lernte ich eine direkte „Konkurrentin“ kennen. Insofern lernte ich massenweise dazu, nur nicht durch das Lehrbüchlein. Damals erklärte mein LEHRER mir, dass es keine Konkurrenz gibt (siehe das neue Buch mit den Merksätzen). Ich lud sie – um das zu verifizieren – zum Kaffee ein zwecks Kennenlernen, und wir haben eine tolle Zeit zusammen gehabt bis hin zu einer privaten Freundschaft. Als ihr Lebenswandel mir jedoch zeigte, dass sie die Maxime „walk the talk“ nicht beherzigte, war das nicht mehr mein Ding. Sie wollte damals mit Gewalt in ihr altes Leben zurück, ich wollte weitergehen in eine neue Welt, so passte das nicht mehr, na das kennen einige von euch sicherlich aus ihrem eigenen privaten Umfeld.

Damals jedoch beneidete ich diese Frau glühend, weil sie die fette Kohle hatte und eine Coachingpraxis wie aus dem Bilderbuch, wohingegen ich die Leute in meinem zu einer Art Büro umfunktionierten Esszimmer empfing. Bei ihr gab es die übliche Gesprächs-Sitzgruppe mit Tischchen in einem weitläufigen Raum, alles war neu schick und hell und teuer. Sie konnte sich ein Aufstellungsbrett leisten – was für mich damals utopisch war, sie kaufte gleich zehn Bücher zu einem Thema, die teuersten und nicht die aus der Tauschbörse, mit denen ich hantierte, usw. Natürlich hatte sie teure Flyer und daraufhin etliche Kunden, wohingegen ich mit meiner speziellen Art einst wie heute nur sehr wenige Menschen anzog. Wie wir wissen, wollen die Egos nichts von Göttlicher Veränderung hören, sondern nur davon, wie sie „ihr Leben besser in den Griff kriegen“. Ich kann mich nicht derartig verstellen. Bei mir gab es schon damals nur das, was echt war, und – unbequem.

Neulich traf ich diese Frau nach längerem beim Einkaufen. Sie fragte mich, wie es so ist, es wurde also der Stand der Dinge abgefragt, wie bei solchen Begegnungen üblich. Die Leute hoffen dann, dass es dir schlechter ergangen ist als ihnen selbst. Woher ich das weiss? Nun, schwärme ihnen vor, wie geil dein Leben ist – und beobachte ihre Mienen.

Ich erzählte ihr folgerichtig von meiner glücklichen Tochter, denn diese Freude bei der Ausbildung strahlt derzeit über unserem gemeinsamen Haushalt wie der Stern von Bethlehem. Es folgte von meinem Gegenüber in der üblichen Absicht des Ausbremsens der Standardsatz: „Reich werden kann sie damit aber nicht!“ – und die Dame lamentierte längere Zeit über ihre eigene Tochter, dass ich es kaum fassen konnte. Sie redet ihrer eigenen Tochter das Leben schlecht, dachte ich. Es folgte ein weiterer Bericht darüber, wie viele Sorgen mit jedem neuen Enkelkind nachkommen, sie mache sich seit zwei Jahren (oder so) schon wieder nur Sorgen. Und packte derweil den Einkaufswagen randhoch voll.

Ich verliess den Laden und war ein einziges fleisch gewordenes Dankgebet an meinen GOTT, dass mein einfaches kleines Leben so voller GLÜCK ist, dass ich mir keine Sorgen mehr machen muss, dass für alles gesorgt ist. Dass ich nicht mit dieser armen reichen Frau tauschen muss. Danke, danke, danke! Wohlgemerkt: das bedeutet nur zum Teil, dass alles reibungslos läuft in meinem Leben. Etliches würde anderen Menschen genügend Anlass zu Sorgen, Depressionen und sicherlich Schlimmerem bieten. Ich kennen niemanden, der mit mir tauschen wollen würde, weil sie alle nur auf die Dinge schauen (appearances, siehe Ruby Nelson), doch nie dahinter.

Ich wiederhole meine Aussage aus 2007, aus der Anfangszeit von meinatlantis.de: Ob du wirklich auf dem WEG bist, ob ES echt ist, erkennst du nur und einzig an einer Tatsache: an dem, wie dein Leben sich wandelt, und zwar zum GLÜCK hin wandelt. Wenn alles wie immer bleibt, lebst du eine Lüge. Es geht nicht darum, das dicke Geld mit Seminaren zu scheffeln, das hat mit Spiritualität nichts zu tun, es geht nicht darum, sich in der Szene einen Namen zu machen etc pp. Es geht einzig um die Rückkehr zur Einfachheit, zu einem schlichten dankbaren Leben, in dem GOTT anwesend sein darf.

Die Menschen, die spirituell sein wollen, finden gemeinhin die Idee toll, alle Sorgen einem GOTT zu überlassen, doch ihre bisherige (von Programmierung untermauerte) Lebenserfahrung sagt aus, dass von dort oben dann keine Antwort kommt, dass dieser GOTT fern ist, niemand hat IHN je gesehen, ER ist zu weit weg, um unsere kleinen Alltagssorgen hören zu können. Wenn sie in einer Kirche sitzen, so hoffen sie, bemerkt ER sie vielleicht. Die meisten gehen aus diesem Grund nicht mehr zur Kirche: Es wurde auch dort nichts besser.

Dass die Partnerschaft mit GOTT LEBENDIG ist, dass sie ein lebensveränderndes Umlernen anstösst, dass der übliche gesellschaftliche Irrglaube zurückgelassen werden muss, und schlimmer noch: dass immer wieder Kluften zu überspringen sind, voller Vertrauen, das wissen die meisten nicht einmal. Sie folgen dem falschen Gottesbild aus dem langweiligen Gerede von Leuten, die keine eigenen, lebendigen Erfahrungen mit unserem GOTT haben.

Und die, die es wissen, denen klingt das dann doch zu anstrengend, Ego will sich jedoch nicht anstrengen. Es glaubt lieber der Esoterik und anderen Lügenvereinen, dass GLÜCK anstrengungslos zu bekommen ist, oder aber für Geld (siehe oben), nur um dann eines Tages enttäuscht festzustellen, dass sie sich einen Bären haben aufbinden lassen. Natürlich halten etliche Leute materiellen Zuwachs für GLÜCK, und sie weigern sich der Tatsache ins Auge zu sehen, dass GLÜCK etwas ganz anderes ist, doch sie würden ihr Gesicht verlieren, wenn sie zugäben, dass sie ES mit all ihrem Tun und Machen nicht gefunden haben und dass die Sehnsucht weiterhin in ihnen nagt und ein Loch in sie hineinfrisst.

Es ist einfach, GOTT ist nah, just a heart away, und das einzige, was wir zu tun haben, ist stehen zu bleiben und IHN mit allem Mut und direkt zu fragen:

Ok, GOTT, WAS willst du von mir?

Mir wurde auf diese Frage vor etlichen Jahren von meinem LEHRER gesagt, und ich wage zu behaupten, dass das für alle Menschen gilt:

DU bist die Antwort darauf.