Vertrauen im Alltag üben, noch eine Folge – weil es das Wichtigste ist

Es gibt eine Menge kleiner ungefährlicher Gelegenheiten, Vertrauen zu üben. Denn Vertrauen haben zu sollen macht Menschen Angst, die etwas anderes gewohnt sind: Vorsorgen, Versichern, Sparen, Hamstern, Festhalten.

Es gibt einen Lebensbereich, der bestens zum Üben geeignet ist. Du magst das Folgende trivial finden, doch im Trivialen begegnen wir GOTT am leichtesten. GOTT ist das egal, ER findet nichts lächerlich, was dich betrifft. Woher ich das weiss? Erlebte Erfahrung.

Dieser übungstechnisch relevante Lebensbereich ist die Lebensmittelbranche.

Wann gehst du einkaufen, und wie kaufst du ein?

Gehst du los, wenn der Prospekt dir sagt, es sei ein Angebot, und obwohl du noch zwanzig Packungen auf Vorrat hast, nutzt du diese einmalige Gelegenheit? Gehst du los, weil du heute jemanden gefunden hast, der dich mit seinem Auto zum Supermarkt karrt und du nutzt nun diese Gelegenheit und kaufst alles Schwere ein, obwohl du davon noch etwas zu Hause stehen hast? Wirst du unruhig, wenn die Zahnpastatube halb leer ist? Wenn du die letzte Wasserflasche angebrochen hast?

Ich habe mich dabei ertappt, immer zwei von etwas zu kaufen, mit der inneren Begründung, falls eins plötzlich leer wird, damit ich nicht Probleme kriege. Hallo?? Der Supermarkt ist zwei Gehminuten entfernt und hat täglich von 7 bis 22 Uhr geöffnet ausser Sonntags. Ich kann quasi jederzeit hingehen und Ersatz kaufen. Woher um alles in der Welt stammt dieses schräge Denken, ich müsste jemals etwas bevorraten? Geht es dir nicht auch so? Es sei denn, du lebst in den Wäldern. (Doch selbst dann ist Panik unangebracht. Nur das Üben ist etwas anspruchsvoller.)

Hier ist also der am leichtesten erreichbare da materielle Vertrauensübungsplatz. Ein jeder möge sich dahingehend selbst beobachten.

Die materielle Ebene ist die niedrigste. Vertrauen in materielle Versorgung ist für GOTT eine Art durchlaufender Posten, das arbeitet ER quasi nebenbei mit dir ab, auch wenn du es heute vielleicht noch sagenumwoben wichtig findest. Wirklich interessant wird es erst bei immateriellen Umständen und Themen, dem Berufsfeld zum Beispiel, und mit der zwischenmenschlichen Liebesbeziehung als Krone aller Übungsschauplätze.

Beginne ganz unten, wo es leicht und ungefährlich für dich ist. Kann ich warten, bis etwas wirklich leergebraucht ist, bevor ich es auf den Einkaufszettel setze? Kann ich leben ohne eine Horde Konserven im Schrank? Kann ich die Tiefkühltruhe weggeben?

Ich kenne jemanden mit einer Palette Duschgel im Schrank. Wozu soll so etwas gut sein?

Noch ein Beispiel: Ich habe jahrelang ohne Eisfach gelebt. Und siehe da – es ging wunderbar. Natürlich ist es toll, Eis am Stiel einzukaufen ohne es sofort essen zu müssen. Doch es geht auch anders. Hier zeigt sich wieder der Unterschied von wollen und brauchen. GOTT wird das mit dir üben, und das bedeutet nicht, dass du nie wieder etwas bekommst, was du gar nicht brauchst. Doch vielleicht willst du diese Dinge dann gar nicht mehr haben … weil du den Unterschied fühlst – des Übersättigtseins und daneben die Leichtigkeit des Vertrauens… diese Leere wie bei einer heilsamen Fastenkur.

Diese Erfahrung nimmt mir niemals mehr jemand weg, und dir nimmt auch niemand mehr deine selbst erlebten ausprobierten Erfahrungen. Und auch wenn das oben Beschriebene albern klingt: Dies waren und sind die step-stones für das grosse VERTRAUEN, das Vertrauen auf einen perfekten Arbeitsplatz zum Beispiel. Das Vertrauen, das ich brauchte, als ich unzumutbare Arbeitsbedingungen beendete und zu HartzIV zurückging, freiwillig. Und nichts Schlimmes passierte, keine Sperre, kein nichts – stattdessen kam meine heute noch heiss geliebte Arbeitsstelle. Das geschah vor fünf Jahren. Wer schon einmal dem Jobcenter ausgeliefert war, weiss, was das bedeutet, eine Arbeitsstelle in den Sack zu hauen und das dem Sachbearbeiter erklären zu müssen. Doch denk dran: GOTT ist das Jobcenter. Es gibt in irgendeinem Buch diese Story, welches es ist weiss ich nicht mehr, da bekam der Autor eine horrende Rechnung und geriet in Panik. Ich glaube die Rechnung war vom Stromanbieter oder sowas. Plötzlich wurde ihm klar: GOTT ist der Stromanbieter, er verlor seine Angst und die Angelegenheit löste sich elegant.

Vertrauen ist Übungssache, mehr nicht. GOTT hat diese Kommunikationsform in jedem von uns angelegt, und wir können es nutzen oder eben nicht. Freier Wille.