Nimm den Hörer ab, wenn GOTT anruft!

Der CHRISTUS hat eine höchst unangenehme Eigenschaft: Spontaneität.

Wann hast du zuletzt spontan in irgend etwas eingewilligt, um das du gebeten wurdest, einfach WEIL du darum gebeten wurdest? Oder bist du der Typ, der tagelang überlegen muss, hin und her abwägen, seine Vorteile gegen die entstehenden Nachteile einer Entscheidung?

Der Grund, warum die Leben vieler Leute stagnieren, ist ihre grundlegende Angst vor dieser Spontaneität.

Willst du MIR folgen?  fragt ER dich, doch ER fragt dich plötzlich, wenn du es am wenigsten erwartest, ohne irgendeine Vorwarnung, damit ER deine spontane Reaktion abfühlen kann.

Moment, ich muss erst drei Tage Bedenkzeit haben und das Für und Wider gegeneinander abwägen. Was springt für mich dabei heraus? Welche Vorteile habe ich? Welche unbequemen Probleme könnten langfristig daraus entstehen?

Selbst wenn du bereits einmal Ja gesagt hast, wird ER immer wieder bei dir anklopfen oder dich anrufen und fragen. ER wird dich nie mehr in „Ruhe“ lassen. Ruhe meint in Egosprache nämlich Trägheit, Feigheit, Faulheit.

Wenn du jedesmal Nein sagst, wirst du eines Tages nicht mal mehr Sein Klopfen bemerken. Du bist dann spirituell versandet.

In der Tat habe ich die Aufforderung des CHRISTUS zum Mitgehen bisher sehr häufig in Form eines Telefon-Anrufes erhalten. Wie damals, als ich gerade eine furchtbare Sklaventreiberarbeitsstelle hingeworfen hatte und mich drei Tage später eine Bekannte anrief mit den einleitenden Worten: Du suchst gerade eine Stelle, nicht wahr? – doch ich hatte noch mit gar niemandem darüber gesprochen. Es handelte sich um die Stelle in der Übermittagsbetreuung einer Förderschule, mit „schwierigen“ (manche sagen: schrecklichen) Kindern, und ich wollte nach der Hospitation zuerst ablehnen. Ich hatte zwei Monate Bedenkzeit, und als der finale Anruf kam, wollte ich schon ablehnen, ich hatte meinen Text innerlich bereits zurechtgelegt.

Doch die Bekannte sagte ahnungslos in den Hörer: Die Kinder freuen sich schon, dass du bald wiederkommst. Ich sah ohne Vorwarnung das runde Gesicht eines kleinen Burschen vor mir und RUMMS der Zug fuhr. Mein HERZ war getroffen und obwohl mein Kopf immer noch protestierte, begann ich eine der wunderbarsten Arbeiten meines Berufslebens, die mich die folgenden zwei Jahre begleiten sollte.

Gestern bekam ich wieder einen solchen Anruf von „oben“. Ob ich nicht eine zusätzliche Stelle annehmen möchte, einen Vormittag pro Woche. Ich wollte diesmal klug sein und sagte, zu 99,5 Prozent ja, doch ich bitte um Bedenkzeit bis Montag.

Dreissig Minuten später war Montag, als ein zweites Mal angerufen wurde, von einer zweiten Person, und ich konnte nicht länger so tun: Ich WUSSTE, ok, ER will es so.

Ich gebe damit einen Teil meiner Freizeit her, die ich gerade erst mühsam wieder erlangt hatte (siehe hierzu diverse frühere Blogeinträge von Beginn dieses Jahres bis Mai), in der ich mich meiner Gesundheit und IHM widmen wollte. Nun, ER meint offenbar, dass ich mich IHM in der neuen Arbeitsstelle widmen soll und nicht nur zu Hause.

Meine einzige Sorge ist es derzeit zu rekonstruieren, ob der Gedanke an zusätzliches Geld schneller war als der nichtdenkende Gehorsam IHM gegenüber. Oder war der Gedanke Ich will lieber meine Freizeit behalten schneller? Ich weiss es nicht. Im Nachhinein habe ich den Eindruck, nicht viel mitzubestimmen gehabt zu haben. Ich weiss nicht, ob das ein altes Muster war, das mich automatisch handeln liess oder ob ER es war, der mich entscheidungstechnisch ausknockte. Jedenfalls wird ER diesen Vormittag zum ARBEITEN benutzen, so viel steht mal fest, das kenne ich schon… Ego erholte sich sehr schnell von der Überraschung und drängte sich flugs nach vorne als vorbildliche Angestellte. Gruselig, das zu beobachten. Die Arbeit mit dieser neuen Stelle beginnt ganz klar schon hier und jetzt, nicht erst im Herbst.

Gleichzeitig löst die Annahme der Einladung vordergründig mir bewusste Probleme in meinem Alltagsleben, auch in meinem beruflichen Leben, doch ich weiss sehr sicher, dass es um ganz andere, mir noch gar nicht bewusste Themen gehen wird, eben weil sie mir noch nicht bewusst sind. Ich freue mich jetzt sehr auf neue Situationen und neue Menschen, soweit hat ER mich schon längst. Für irgendwas werde ich dort nützlich sein, auch wenn ich nicht weiss, was ER vorhat.

Menschen in unserer Welt tun etwas in aller Regel nur zu ihrem eigenen Vorteil. Kaum jemand kommt auf die Idee, etwas einfach deshalb zu tun, weil es getan werden muss und sie Kenntnis davon erlangt haben, womöglich sogar angesprochen wurden, es doch bitte zu tun (siehe oben). Was habe ich denn davon? lautet die mehr oder weniger bewusste Standardfrage. Wie sieht es damit bei dir aus? Prüfst du deine Entscheidungsfindung dahingehend? Nein?

Wenn dein Leben in den immer selben Bahnen verläuft dann nur deshalb, weil du aus zuviel Angst und Eigennutz Seine Einladungen ausschlägst, dich auf ein Abenteuer ungeheuerlichen Ausmasses einzulassen in dem ER das Ruder führt. Denk dran: Ablehnen ist Stolz, Annehmen ist Demut.

Jemand, der mir sehr nahesteht sagte einmal „Ich will mich doch in meinem Leben nicht verschlechtern!“ – was den relativ hohen materiellen Lebensstandard meinte. Doch manchmal müssen wir genau das materielle Runterkommen erleben um zu erfahren, welchen niedrigen spirituellen Standard wir dabei hinter uns lassen dürfen. Meine Erfahrung ist, dass ich eine wesentlich grössere Lebendigkeit erlebe, seit ich mich auf Seine Touren einlasse. Und dass ich nie unten aufschlug, egal wie ich fiel, immer endete alles gut, bestens sogar. Dies betraf und betrifft auch den materiellen Bereich. Selbst wenn ich eine vordergründig „dumme“ Entscheidung gefällt hatte, wurde die Sache stets elegant gelöst, immer, ohne Ausnahme. ER macht das so. Das einzig wirklich Dumme wäre, nie eine Entscheidung zu treffen aus Angst, sie könnte falsch sein. Der CHRISTUS kennt kein falsch, nur hinderlich.

Unser GOTT sorgt für uns, das ist Fakt.

Doch erleben kann das nur, wer tatsächlich LEBT.

Ich weiss nicht, wer oder was dieser GOTT ist, doch ich erlebe Seine Art und Weise, mit mir, mit allen Menschen umzugehen, und wie ER mir antwortet, und wie ich IHM antworte – oder manches Mal meine Antwort noch verweigere.

Es gibt nichts Schöneres, Spannenderes, Interessanteres und nichts Abenteuerlicheres – und nichts Wichtigeres im Leben als diese intime Interaktion, die konkret wahrnehmbar ist, für jeden, der den Telefonhörer abnimmt, wenn ER anruft.

 

 

 

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