Erdflöhe, ein Gesprächstest zum Selbernachmachen, Serienkritik und der Sinn Göttlicher Prüfungen.

Heute gibt es diverse Themen. Diverses also. Nachdem ich die Flohplage beseitigt hatte (es handelte sich um Erdflöhe), gesellten sich zu meiner vernarbenden Flohstrasse auf den Unterarmen nahtlos die juckenden Pusteln der hiesigen Eichenprozessionsspinner-Plage hinzu. Ich hoffe, ich gewöhne mir nicht ein beständiges unbewusstes Kratzen an, doch seit Tagen könnte ich mich permanent überall kratzen, es ist unmenschlich, wie die Dinger jucken. Ruhig bleiben! lautet die Übung, so wurde mir bekanntlich von droben zu den Flöhen geraten. Ruhig bleiben. Auch dies geht vorüber! Und: Ich werde es überleben.

An sich sitze ich schreibtechnisch an meinem neuen BUCH. Doch am Wochenende wurde mir ein gründlicher Ausflug ins self-consciousness erlaubt: Ich war auf einem ländlichen Zeltfest, und dort ging es hoch her. Kaum waren wir wieder zu Hause, wurde einem Burschen der Schädel mit einer Bierflasche eingezimmert, oder so ähnlich. Vor einer Woche erst geschah dasselbe schon einmal. Und noch zwei Wochen zuvor gab es eine Massenprügelei bei einer ähnlichen Veranstaltung. Scheint normal zu werden. Früher gab es das hier nicht. „Früher“ bedeutet, bis letztes Jahr.

Was geht in Leuten vor sich, deren Bewusstsein so gering ist, dass sie so etwas tun? Ich kann mir vieles vorstellen, doch nicht, was in so jemandes Geist vonstatten geht – oder besser gesagt: eben nicht vonstatten geht. Da sind wir schon an der Grenze zum animal consciousness. Dieses wird natürlich ordentlich bedient auf solchen Festen, es wird durch Ausschalten des menschlichen höheren Verstandes mittels Alkohol aus dem Stammhirn quasi hervorgerufen, und in Begleitung von zünftigen pulsierenden Rhythmen wird dann ballermannmässig vom Sänger dirigiert: jetzt alle nach rechts (Meute tobt nach rechts), jetzt alle nach links (Meute tobt nach links), jetzt klatschen, jetzt Pause … es war faszinierend zu beobachten, wenn auch etwas gruselig, wie sie eifrig gehorchten. Wer die Massen steuern kann, der hat auf Erden die Macht… hier im Kleinen und ebenso im Grossen, wie wir leider in der deutschen Geschichte eindrucksvoll sehen konnten.

Aberaberaber Katrin, das kannst du doch nicht vergleichen!

Es liegt dieselbe Mentalität zugrunde: Nicht selbst denken, in der Masse verschwinden und andere führen lassen.

Dass die Massen gleich denken sollen, ist in diesem Sinne wichtig. Und es funktioniert, wie jeder leicht selbst testen kann. Wie das? Anlässlich der bereits erwähnten Urlaubszeit kommen die alljährlich absolut identischen Abfragerunden, wirklich identisch, mit immer den gleichen Fragen und gleichen Antworten, weil die Leute immer das gleiche erleben, zum Beispiel so:

Dialog gestrichen.

Nein, es tritt ein mir nach 13 Jahren mittlerweile bestens bekanntes, betretenes Schweigen ein. Dasselbe Schweigen, dass dir aus Telefonhörern entgegentropft, wenn du ungewohntes Zeug redest. Sie wissen mit dir nicht umzugehen, weil sie in ihrem Allerweltsdenken so unflexibel geworden sind, dass sie bei einer solch seichten Thematik schon steckenbleiben, wenn ihre abgespeicherten Floskeln nicht abgerufen werden. Das soll nicht gehässig sein, das sind Beobachtungen. Jeder muss es selbst ausprobieren. Himmel, man stelle sich vor, ich würde über all das andere reden, das mir tagtäglich an Erlebnissen geschenkt wird.

Leute im self consciousness wollen keine Erkenntnisse oder Hinzulernen, sie wollen seichte Gespräche ohne Tiefgang, die ungefährlich sind. Frage: Warum?? So ein Leben wäre mir viel zu langweilig. Mir ist das nach 48 Jahren immer noch unklar, was in ihnen vor sich geht.

Ausser dem Zeltfest beinhaltete mein Ausflug ins SC auch das Anschauen einer Serie auf Netzschitt. Sie wurde in meinem Bushaltestellenhäuschen beworben, und der Auftrag von droben lautete: Anschauen. Ich bin nun in der zweiten Staffel und finde sie auch wirklich sehr spannend. Leider wird das eigentliche Thema permanent gestört durch sinnfreie Sexszenen. Immerhin wurde bisher jede Spielart bedient, Mann – Frau, Teeniejunge -Teeniemädchen (mehrmals natürlich und in Varianten), Mann-Diverses, Frau-Frau. Ich spule das immer vor, und es hat nichts von der Handlung unverständlich gemacht, dass es fehlte. Na sowas.

Die üblichen Sezierszenen gab es auch, die tauchen doch immer wieder gerne auf, ebenso wie blutige klumpige schwarzgeränderte Wunden in Nahaufnahme. Warum brauchen diese Leute es, so etwas anzuschauen? Was geht da in den Hirnen bloss vor sich? Oder sind sie so abgestumpft, dass sie es gar nicht mehr wahrnehmen, dass das eklig und abartig ist, sich so etwas reinzupfeifen? Schwer von aussen zu beantworten. Sollen sie abstumpfen? Na klar. Ich hab das vorgespult. Und als ich mich schon verwundert fragte, warum noch keiner gekotzt hatte, so geschah es in der nächsten Folge. Na also, geht doch. Das ist der Erlebenshorizont der Masse? Prost Mahlzeit. Da würde ich auch Urlaube brauchen. Interessant ist die durchgängig verwendete Symbolik und die Idee der Geschichte an sich. Leider ist das Ganze störend gespickt mit Egoeskapaden der Protagonisten, deren jeder einzelne meiner Einschätzung nach in eine Therapie gehört, so wie die sich benehmen, wie sie fremdgehen und sich eigene Moralgerüste zusammenzimmern.

Also, was sagt das über die Zielgruppe aus, nämlich die Leute im self-consciousness? Was sagt es darüber aus, wie die Serienmacher uns sehen wollen = wie wir denken und in die Welt blicken sollen, alle gleich, lenkbar, steuerbar, jetzt alle nach links, hoppssassa, jetzt alle nach rechts, tralalla?

Ich weiss gerade gar nicht, wie ich den Schwenk kriegen soll zu dem wirklich Wichtigen, einzig Relevanten im Leben eines jeden (!!!) Erdenmenschen …

Nach diesem Wochenende hatte ich Mühe, wieder zurück vom „normalen“ Bewusstsein  ins natürliche Bewusstsein = Cosmic Consciousness zu wechseln. Seinen Namen atmen. Mich mit allem an GOTT wenden. Nach und nach gelangte ich zurück.

Heute liefen prompt etliche Dinge durch mein Absinken unter Niveau in schrägen Bahnen, und ich wusste, die Aufgabe lautet, siehe Anfang dieses Artikels: Ruhig bleiben. Kurz flammte Egos altes Denken auf: Will GOTT mich für den Ausflug etwa bestrafen? Warum werden mir jetzt all diese Unwegbarkeiten in die Spur geworfen? Typischer Montag?? Ruhig bleiben. GOTT testet dich, Katrin…

Nun wissen wir aus der Esoterikbranche, dass GOTT niemals Menschen testet, ich glaube es steht in den Gesprächen mit Neal Donald Walsh und/oder anderswo. Und doch tut ER es, natürlich, denn der WEG ist eine Schulung, ist eine Reifeprüfung, wer von uns hier unten bereit ist, diese niedrige Ebene hinter sich zu lassen und aus dem ewigen Rad des Karma auszusteigen.

(In der o.g. Serie wird den Leuten etwas anderes massiv eingetrichtert, was nahtlos in ihr starres Denken passt: Alles geschieht sowieso so, wie wir es nicht wollen, wir sind machtlose kleine Menschlein usw usf. Das meiste von dem Geblubber habe ich nicht verstanden, es war zu fern von dem, wie ich GOTT jeden Tag erfahre. Ach ja, den reden sie übrigens weg.)

Nun kommt unser massenprogrammiertes Schuldenken an den Start gesprungen: GOTT testet uns, weil ER uns ärgern will. Ich habe selbst etliche ärgerfreudige Lehrer in Schulen kennen gelernt, ich kenne die Defizitorientiertheit des Schulsystems bestens. Doch GOTT ist kein Volksschullehrer. Warum also tut ER es? Mir wurde dazu vermittelt: Weil ER sich an unseren Erfolgen erfreut. GOTT liebt das Erleben, dass wir es schaffen. ER will genau das mit uns erleben, das ist der Grund für jede einzelne Prüfung, der wir unterzogen werden. ER rechnet nur mit ERFOLG. Und dass wir uns der Prüfung stellen, ist bereits ERFOLG.

Dies ist eine ganz andere Sichtweise, und sie ist nichts, was uns unsere Lehrer in den Schulen beibringen würden. ES schaffen bedeutet nicht, fehlerfrei durchs All zu segeln. ES schaffen bedeutet, ruhig zu bleiben. Neu anzulaufen, nochmal und nochmal, geduldig zu sein, mit uns selbst. GOTT kennt keinen Misserfolg. ER kennt nur üben üben üben und ES dann schaffen, wie wenn ein Kind das Laufen erlernt, immer wieder hinfällt und dann, irgendwann, eines Tages, mit diesem erstaunten Triumph-Blick, den alle Eltern schon gesehen haben, den Raum eirig und wackelnd durchquert, zum allerersten Mal. Und die Eltern wissen: dies ist der Anfang einer ganz neuen Lebensweise für unser Kind. Der Beginn seiner Selbständigkeit, der Beginn des eigenständigen Welterkundens. Eltern machen sich keine Notizen über die Anzahl des Wiederhinfallens. Sie markieren sich jedoch den Tag stolz im Kalender und vergessen das Datum nie wieder, wann ihr Kind ES geschafft hat und losgelaufen ist. Wer diesen kindlichen Triumph schon einmal miterleben durfte, wird ein wenig mehr begreifen, was wir für einen GOTT haben. Der sich mit uns FREUT, weil wir es schaffen. Und der uns immer wieder mit neuen Aufgaben und Prüfungen aus unserer Kleinheit herauslocken will und wird, damit wir unsere wahre Grösse kennenlernen. Sonst würden wir für immer dumm und unmündig bleiben. Doch ER gibt uns Prüfungen, weil wir sie bestehen.

GOTT denkt nicht wie ein Erdenmensch. Das vergessen wir gern, weil die Programmierungen uns fesseln. GOTT jedoch verteilt Scheren, jeden Tag.