GOTT nimmt ein Geschenk niemals zurück

Gestern Abend sinnierte ich noch weiter über dieses die Kehle Hinhalten. Ich empfand den beinahe schmerzhaften Wunsch, mein Leben und alles, was darin ist GOTT hinzuhalten, doch auf einmal meldete sich eine fiepsige Stimme: Wenn ich IHM mein Leben hinhalte, kann es sein, dass ER es wegnimmt. Was in letzter irdisch-ego-istischer Konsequenz bedeutet: Tod.

Das ist die leidige katholische Egoprägung aus knapp 40 Jahren Kirchenzugehörigkeit. GOTT gibt und ER nimmt es. All diese self-consciousness-Unsinnssprüche. Ich fühlte die irrationale Angst des kleinen Egos gestern Abend auf einmal sehr deutlich.

Auf einmal kam mir ein neuer Gedanke: GOTT nimmt Geschenke nie zurück. Und wenn ER mir das LEBEN geschenkt hat, warum sollte ER es mir wieder wegnehmen? Hingabe bedeutet, hinhalten, und nicht „an GOTT zurückgeben“, so dass es fortan weg wäre. Ego begreift das natürlich nicht. Ich dachte an das zweitgrösste Geschenk meines Lebens: meinen LEHRER. Als ich in dem vergangenen Höllensommer dachte, Er sei weg, konnte ich doch nichts tun als weitergehen, und siehe da, Er war nicht weg, und ich begreife jetzt, dass Er nie weggehen wird, denn GOTT nimmt Geschenke nicht zurück.

Was dem kleinen Ego mangelt, ist natürlich wie stets nur das eine: VERTRAUEN.

Doch was ist Vertrauen? Um Begriffe und Sachverhalte auf eine höhere Weise verstehen und dann neuartig begreifen zu können, müssen wir sie von allem lösen, was uns bisher eingetrichtert wurde. Denn diese fehlerhaften Einredungen und Färbungen eines Begriffs verunstalten seine eigentliche Bedeutung meistens bis ins Unkenntliche. Das ist, was self-consciousness immer tut.

Also: Stellt euch vor, das Wort „Vertrauen“ gäbe es nicht. Beschreibt es ohne das Wort zu verwenden. Wie heisst das Gesellschaftsspiel noch?

Es gibt eine innere Geisteshaltung, die bedeutet, dass wir unser Leben unter den kompletten Einfluss und die Herrschergewalt GOTTES stellen, also des GUTEN, der LIEBE. Wir halten innerlich alles, was wir sind und was uns an jedem Tag begegnet, IHM hin. Sieh mal, GOTT, dies passiert mir gerade. Sieh mal GOTT, dies bin ich, jetzt gerade. Verfahre mit mir, mit der Angelegenheit, wie DU willst, denn ich weiss, dass so und NUR so das Beste daraus entstehen kann. Ich weiss, ich muss mich um nichts kümmern, denn DU regelst alle Details. Ich gehe aus dem Weg und bleibe ruhig, innerlich friedlich und voller FREUDE über die Tatsache, dass es so einfach ist, wenn DU da bist.

Das ist die Definition für VERTRAUEN. Sie gilt NUR und EINZIG in der Beziehung von Mensch zu seinem GOTT. An keinem anderen Ort ist VERTRAUEN möglich bzw. angebracht.

Was hat das self-consciousness daraus gemacht? Menschen setzen Erwartungen in andere Menschen, lassen sich von anderen bedienen, lassen andere ihnen etwas vermeintlich geben, was doch gar kein Mensch einem anderen geben kann, als da wären Sicherheit, Liebe, Geborgenheit, Unterstützung, Versorgung. Diese gehören in das Hoheitsgebiet GOTTES als SICHERHEIT, LIEBE, GEBORGENHEIT, UNTERSTÜTZUNG, VERSORGUNG.

Und wenn der andere Mensch dann seiner Natur entsprechend irgendwann nicht mehr mitspielt, dann lamentiert das kleine Ego: Du böser Mensch hast mein Vertrauen missbraucht. Ich habe dir doch vertraut! usw.

Selbst Schuld, denn das war nur vertrauen statt VERTRAUEN und an die komplett verkehrte Adresse gerichtet. Es waren Erwartungen, und die müssen naturgemäss ent-täuscht werden. Jede solche Ent-täuschung des irdischen „Vertrauens“ ist eine Chance für denjenigen sich zu fragen, ob er oder sie das VERTRAUEN nicht mal langsam an die korrekte Adresse richten will = GOTT. (Wer keine Beziehung zu seinem GOTT will, ist hier – wie stets im Leben-  im Hintertreffen. Jedes, wie es will.)

GOTT nimmt Geschenke nie zurück. Damit sind keine materiellen Spielzeuge gemeint, die der temporären Ebene des self-consciousness angehören und die deshalb naturgemäss vergehen und verschwinden müssen. Das, was GOTT schenkt, hat ewige Gültigkeit. Dies gilt nicht für Vieles, wie sich sicherlich jeder denken kann. Lebensentscheidende Sachverhalte sind also SICHER. Darauf sollte mensch sich stützen – und nicht auf das vergehende Pipapo der Welt. Sagte einst jemand, der das in einem Gleichnis verpackte von einem, der sein Haus auf Sand baute. Na, ihr wisst schon. Ihr alle habt, ebenso wie ich bisher, alles auf Sand gebaut und kriegt das täglich schmerzhaft zu spüren. Schaut genau.

 

 

Werbeanzeigen