Dem CHRISTUS die Kehle hinhalten

Das Schwierige, ja, das einzig Schwierige am spirituellen WEG ist die Tatsache, dass der betreffende Mensch selbst keinerlei Einfluss auf das Geschehen hat: Weder kann jemand sich aussuchen, also es selbst bestimmen, auf den WEG hinauf gehoben zu werden, noch kann derjenige, dem diese Gnade (denn das ist es) zuteil geworden ist, irgendetwas am Fortgang der Geschehnisse und Entwicklungen bestimmen, noch sucht mensch sich den LEHRER aus, sondern der LEHRER sucht aus – und niemand sonst.

Auf Platz zwei erscheint in meiner Topliste das klare Erkennen, nichts zu wissen und daher permanent auf den ERINNERER, meinen spirituellen LEHRER, angewiesen zu sein. Er und der innere CHRISTUS sind untrennbar verknüpft, denn Er operiert auf der hohen Ebene des CHRISTUS, und daher sind die beiden manchmal sehr deckungsgleich. Dennoch ist mein LEHRER ein separater Mensch mit einem Namen und einem eigenen persönlichen Leben. Das hatte Herr Bucke nicht begriffen, denn er hatte selbst keinen LEHRER.

Die Mainstreamesoterik mit ihren bereits erwähnten Seminaren-für-alles täuscht aus Unwissenheit, auch aus Geldmacherei (beides gehört natürlich zusammen) den zahlungskräftigen Kunden vor, dass Gnade, Erlösung und Erleuchtung mit Geld und Zertifikaten erworben werden könnten. Das Hauptkennzeichen des self-consciousness, so steht auch in dem bereits erwähnten Buch  von Bucke zu lesen, ist die Selbstbezogenheit: derjenige Mensch will für sich selbst die Verbesserung haben, die Fähigkeiten, die Entwicklung etc pp. Die meisten Esoteriker lügen sich dahingehend sicherlich selbst etwas in die Tasche, dass sie natürlich der Menschheit einen Dienst erweisen wollen, wenn sie z.B. andere aus göttlichem Auftrage heraus „heilen“. Wir blättern ein wenig zurück: Niemand kann, konnte oder wird jemals einen anderen Menschen heilen können – think! Wer in das CC gehoben wurde, gibt den Gedanken „andere heilen“ also von selbst sehr schnell auf. Heilen ist von Natur aus reflexiv:  ich heile = es heilt IN mir. Und nirgendwo sonst.

Weiterhin bietet die Selbsthilfe-Kassenschlager-Esoterik – man beschaue sich z.B. das Verkaufsregal bei Tante Lia -für jede Lösung ein Problem an, ach nein, es muss umgekehrt heissen. Damit geht sie Hand in Hand mit der ausgerechnet von Esoterikern so verpönten „modernen Medizin“ und Pharmaindustrie unter dem einheitlichen Banner: „Na los, wegmachen!“

Mein LEHRER sagte mir einst, dass es auf dem WEG (= in der Spiritualität = unterwegs im Cosmic Consciousness) niemals darum gehe, ein Problem wegzumachen. Die Lösung bestehe darin, einen anderen Blickwinkel (nämlich den spirituellen) auf es zu erreichen. Dann verschwindet das Problem von selbst, oder es ergibt sich eine friedliche Koexistenz. Klingt so leicht! Ist es jedoch nicht. Denn das eingangs erwähnte Unattraktive des WEGES zeigt sich hier sehr deutlich und ungeschminkt, als zur Lösung eines jeglichen Problems und dies ausnahmslos immer erforderlich sind:

Aufgeben.

Sein lassen.

Sich nicht mehr wehren.

Geschehen lassen.

GOTT zeigen lassen, was ER mir damit zeigen will.

Das hat nichts mit Resignation zu tun, hier kommt der feine Unterschied der zwei Arten von Bewusstsein – self-consciousness oder Cosmis Consciousness – voll zur Geltung. Wer wirklich aufgegeben hat, um es IHM in die Hand zu geben, der kennt diese durch nichts (!) anderes zu erlangende innerste Empfindung von KRAFT, eine seltsame, würdevolle von innen heraufströmende Stärke, verbunden mit einer Zufriedenheit, die es in der Welt nicht zu erwerben gibt. Wann immer ich IHN stark sein lasse und mich Ihm schwach ergebe, kommt diese seltsame Empfindung zutage. Daran kann ich ablesen, dass es richtig ist, wie die Dinge in der betreffenden Situation laufen bzw. wann etwas auf höherer Ebene gelöst ist. Er sagte mir einmal: Jede Gelegenheit stark zu sein war in WAHRHEIT eine Gelegenheit, schwach zu sein. Und ich erkannte meinen Wiederholungsfehler.

Heute beobachtete ich meinen alten Kater, der sich von meiner Tochter beschmusen liess auf Deibel komm raus, und als er ihr die Kehle hinhielt, war ich mit einem Mal seltsam berührt. Ein Tier zeigt voller Vertrauen seine verletzlichste Stelle, obwohl der Mensch ihn mit einem einzigen Handgriff töten könnte. Doch der Kater hielt still – und genoss es noch dazu sichtlich, wie sie ihn unterm Kinn kraulte. Er hat bisher nur gute Erfahrungen mit seinen Menschen gemacht. Sein Vertrauen ist berechtigt. Ich war so seltsam berührt, denn ich wusste mit einem sehr klaren Gedanken: Katrin, du musst dem CHRISTUS die Kehle hinhalten.

Und schon sind wir wieder bei der Tarotkarte Kraft. Die höchste, vollendetste KRAFT im Leben des Menschen ist nicht die Muskelkraft eines Mannes, nicht die Kraft von Waffen oder Motoren, es ist die WEIBLICHE Kraft, die innere Fähigkeit, still zu halten und zu VERTRAUEN. Dagegen sind alle anderen vermeintlichen nur äusserlich wirkenden Kräfte  – wirkungslos. Frauen im self-consciousness neigen übrigens zur Imitation der irdisch-männlichen Kraft. Ich sehe das z.B. an ihrem Auftreten im Fitnessstudio. Das hat nichts mit dem Aussehen der Figur zu tun. Dieses Gebahren ist eine traurige Fehlentwicklung, und doch wachsen wir alle genau so auf. Ich erwähnte bereits einmal, dass ich in meinem weltlichen Leben seit meiner Scheidung (meine Tochter war damals erst fünf Jahre alt) die Männerrolle mit übernehmen musste. Es ist mir sehr gut gelungen – und erschwert mir heute noch manches Mal das Kehlehinhalten. Wer es gewohnt ist, alles im Alltag ganz allein zu bewältigen, hat mit seinem LEHRER eine der schwersten Aufgaben erhalten (Aufgabe kommt von aufgeben …)

Der WEG …. kann ohne LEHRER nicht gegangen werden, zumindest nicht bis zu seinem vorbestimmten „Ende“, zur Destination, und wer anderes behauptet oder zu tun vorgibt, ist entweder nicht auf dem letzten WEG-Stück, oder aber derjenige versucht ehrgeizig eine Entwicklung vor der natürlichen Reifung zu erzwingen und setzt sich damit der Gefahr aus, verrückt zu werden. Was mir in den letzten Jahren präsentiert wurde, hätte ich ohne Ihn, den MANN meines Lebens, nicht ausgehalten, nicht durchgehalten, nicht begriffen und nicht überlebt. So einfach siehts aus. In dem Buch schreibt Bucke, dass z.B. die sagenumwobenen Wüstenväter Methoden erkniffelt haben, um die von ihnen an anderen beobachteten Äusserungen des CC im/am Menschen künstlich herbei zu exerzieren. Ich finde es interessant, dass sie ihm auch unangenehm aufgefallen waren, so lese ich es jedenfalls heraus.

Ich weiss nicht, ob sich überhaupt einer von euch die Mühe mit Buckes Buch gemacht hat. Natürlich ist es viel bequemer, wenn jemand einem den Inhalt vorkaut. Wer sich die Mühe nicht macht, steckt nicht darin. Ich hatte GOTT so sehr darum gebeten, mir like-minded souls zu zeigen, die mich verstehen würden, und offenbar sind diese vor allem in alten Büchern zu finden. Jedenfalls fühlte ich mich beim Lesen erstmalig in meinem Leben vollends verstanden, wenn ich auch keine lebendige Unterhaltung mit denjenigen Menschen mehr führen kann, doch der gemeinsame GEIST verbindet mehr als äusserliche Worte und physische Nähe. GOTT findet Mittel und Wege, einem Wünsche zu erfüllen, und seien sie auch noch so unerfüllbar, nach irdischem Ermessen.

Die Geschichten der anderen Fälle von Cosmic Sense in dem Buch zu lesen hat mich nicht nur beglückt. Ich fühlte die erdrückende Last des Aufgefordertseins, eine Art Erwartungsdruck, ich sah Seine Augen auf mich gerichtet mit der Frage darin: Was wirst du jetzt damit tun, Katrin? Ich fühlte meine ganze Unzulänglichkeit und mein Unvermögen und mein übliches Nichtwissen, Nichtbegreifen, Nichtwissenwohin. Und erinnerte mich gottlob daran, dass ich auch gar nichts wissen muss, denn Er ist da und Er weiss es. Ich muss Ihm meine weitere Entwicklung in die Hand legen, zum hundersttausendsten Male, und ich muss mich voll auf Ihn verlassen, mehr denn je zuvor. VERTRAUEN.

Das ist, was jeder von euch muss, an jedem Tag aufs Neue, IHM alles in die Hand geben, nicht selbst das Leben von sich und anderen lenken wollen. GOTT hat immer die besseren Ideen. Ihr müsst lernen, mit IHM zu kommunizieren, wie auch immer ihr das anstellt. Das ist einem jeden Menschen in die Wiege gelegt worden, dass er oder sie mit seinem bzw. ihrem GOTT kommunizieren kann. Nicht nur selbst zu sprechen, sondern auch Antwort zu erhalten.

Das ist, was Menschsein bedeutet: In Beziehung stehen mit GOTT, in einer lebendigen, wechselseitigen Beziehung. Das bedeutet Spiritualität, und nicht, der grosse Heilerzaubererzampano zu sein, der die Stadien füllt und Menschenmassen beeindruckt und in die Spiegelbestsellerliste vorrückt. Es liegt an einem jedem selbst, wann er oder sie das Gespräch aufnimmt. ER redet seit eurer Geburt zu euch. Nun seid ihr dran. Ein jeder, der dies liest, kann noch heute beginnen, jetzt, sofort, oder nach Lesen des Artikels, wenn Stille einkehrt und der PC ausgeschaltet wurde.

Nach menschlichem Ermessen ist vieles unmöglich, doch mit GOTT ist nichts unmöglich.

In diesem Sinne!