Frau Tweedie und ein Floh namens GOTT

Meine Kritik an Frau Tweedies Ausführungen über den WEG ist teilweise hier bereits erörtert worden. Dennoch birgt ihre Beschreibung der Lektionen des Gurus eine ganze Reihe hilfreicher Hinweise, was vor sich geht, wenn mensch es mit einem LEHRER zu tun hat. LEHRER ist immer der, von dem du lernst, sagte mir einmal mein LEHRER, der sich ERINNERER nennt, wie ihr schon wisst.

Frau Tweedie fand ich immer deswegen lustig, weil sie sich über alles beschwerte, was unangenehm war. Das ist so typisch für uns Erdenmenschen und eigentlich witzig. Nun hatte sie, so meint der untrainierte Leser, in Indien ja auch genug Plagen, die wir hier in Deutschland anno 2019 nicht ertragen müssen. Weit gefehlt!

Ich habe schon Etliches durch, u.a. ein nicht angestrebtes Zusammenleben mit einer Schimmelpilzkolonne vor ein paar Jahren in meinem Wohn- und Schlafzimmer in genau dem Sommer, als es über Wochen hinweg schwülwarm war. Es war indisch schwülwarm, und das ist es hierzulande jetzt übrigens schon wieder. Früher, als das Wetter noch normal war, war es ab Ende Juli schwül (mein Geburtstag) und im August. Nur dort gab es auch Gewitter. Jetzt ist es ganzjährig immer wieder schwül. Aber, natürlich, das sind nur „Verschwörungstheorien“. So beruhigt sich der untrainierte mind, um weiterhin nichts ändern zu müssen, gedanklich schon gar nicht.

Vor wenigen Tagen entdeckte ich früh morgens einige Mückenstiche auf meinem Arm, die klein und widerwärtig und juckend waren und mich den Tag über ganz schön nerrvten. Am nächsten Morgen hatte der andere Arm nachgezogen, so dass die Stiche nun symmetrisch auf beide Seiten verteilt waren. Ich suchte nach einem solcherlei abgebildeten Sternbild, entdeckte aber keins. Als gestern weitere Stiche hinzugekommen waren, sagte mir jemand, Lehrer von Beruf na sowas, das seien Flohbisse. Gegoogelt und: jo, Bingo. Es folgte das übliche Ego-Szenario im Schnelldurchlauf: kreisch, igitt, Waffen her, Gift herbei, ich muss sofort nach Hause und staubsaugen, kann das Krankheiten auslösen, woher habe ich das Biest eingeschleppt usw usf.  Ich hatte abends genug anderes zu tun und beruhigte mich nach gründlichem Staubsaugen auch zunächst wieder. Als ich heute früh gegen 4 Uhr aufwachte und weitere Stiche an den Beinen fand, wurde Ego erneut unruhig bis zur Vorpanik. Was, wenn ich den Plagegeist nie mehr loswerde??? GOTT, fragte ich, was soll das???

Diee Mainstreamesoterik hat für so etwas folgende Erklärungen: Da Flöhe Parasiten sind, musst du in dir eine parasitäre Ader haben. Hier musst du noch an dir arbeiten! Oder/Und: In deinem Leben muss es einen menschlichen Parasiten geben, schick ihn oder sie fort!

Wenn es danach ginge, müsste jemand mit Floh nach Tibet auf den sagenumwobenen einsamen Berggipfel mit Regenhöhle ziehen, denn alle Menschen im self-consciousness sind noch parasitär eingestellt. („ich-ich-ich, mir-mir-mir-mein-mein-mein auf Kosten aller wenn es sein muss!“)Der Esoteriker an sich sucht stets nur in Bezug auf sich selbst, daher der Begriff self-consciousness.

Als ich heute früh vor Ihm sass, kam mir ein anderer Gedanke. Ich merkte, dass ich seit dem Aufwachen statt wie sonst mit IHM nun mit dem Flohthema beschäftigt war. Auch beim Sitzen vor Ihm lenkte mich das Thema ab und ich musste mich innerlich immer wieder zur Ordnung rufen. Aha, dachte ich, how do you deal with distractions? (so lautete die Frage in einem der Bücher über Stillness) Es kann doch wohl nicht sein, dass ein Floh GOTT austrumpft! Mir war schon klar, dass GOTT selbstpersönlich den Floh geschickt oder zumindest durchgewunken hatte. Denn auch, wenn die Esoterik, die ihres Zeichens keinen GOTT benötigt, weil jeder Esoteriker selbst ein Gott ist, auch wenn die Esoterik es leugnet, so kommt doch stets alles aus GOTT. (Niemand im self-consciousness ist ein Gott, und Menschen mit Cosmic Consciousness meiden die Esoterik ebenso wie die Religion). Denn alles IST nun einmal GOTT, bzw. GOTT ist in allen und allem. GOTT ist in dem Floh, überlegte ich, und ER will mir auf diese Weise etwas beibringen oder zeigen. Wenn ich das begriffen habe, und erst dann, wird das Flohthema wieder verschwinden. Das Gute an dieser Weltebene ist, dass nichts für immer dauert und alles nur temporär ist und dann wieder von selbst verschwindet. Also keinerlei Grund zu irgendeiner Panik.

Als ich unter der Dusche stand, dachte ich: Wann immer es juckt, denke ich nun an GOTT, der präsent ist. Statt mich zu ärgern, wie die Tweedie es immer tat, begrüsse ich diese juckenden Flohbisse als Erinnerung an GOTT, der immer mit mir ist. Turn to the positive pole. oder etwas altertümlicher ausgedrückt: Kehret um!

Das ist der feine Unterschied von Spiritualität = GOTT-Zugewandtheit zur Mainstreamwegmachesoterik. Natürlich hätte jemand aus einerm erfolgreich absolvierten Esoterikseminar mit einigen Formeln und Ritualen und aufgrund dessen, dass er „was kann“ die Wohnung mal eben entfloht. Doch die LEKTION wäre demjenigen entgangen.

 

 

 

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