Gefäss für die LIEBE werden …

Wenn ich so durch meine Zimmer schaue, habe ich den Die-perfekt-geputze-Wohnung-Award 2019 leider versemmelt. Doch zuerst muss dieser Artikel geschrieben werden.  Der Staub wartet erfahrungsgemäss geduldig darauf weggesaugt zu werden. Da fällt mir auf, dass ich mir an ihm ein Beispiel nehmen könnte. Womit wir beim Thema des heutigen Artikels wären (und eigentlich aller Artikel).

Momentan gibt es einiges zu schreiben, was ich nicht erwartet hätte, doch es geschieht. Dies sind Dinge jenseits meiner persönlichen Planung. Persönliche Planungen waren gestern, seit Er führt. Zuerst muss heute ein zentrales Thema wiederholt werden, das schon einige Male im Blog und anderswo erwähnt wurde: Dienen.

Der WEG handelt von Meisterschaft, das ist allseits bekannt. Die Esoteriker machen daraus: Diene dir selbst! Deine Entwicklung ist das Wichtigste! Dass du Fähigkeiten erlangst (Hellsehen, Channeling also Hellhören, in Auras anderer Leute herumschnüffeln, in fremder Leuts Häusern astral spazierengehen etc pp), darum geht es! vertrauueeeee miiiirrrrr zischel zischel.

Die Wirklichkeit sieht wie stets ganz anders aus: Meister ist immer (nur) der, der den anderen die Füsse wäscht. Das habt ihr bereits in dem Artikel über gute Lehrer gelesen. Auf dem WEG geht es also darum, ein perfekter Fusswäscher vom Dienst zu werden, und nicht der grosse Zauberzampano, der Klienten in einer Praxis „heilt“, mit einem Bild an der Wand, auf dem aufgeschichtete Steine abgebildet sind. Was dort Heilung genannt wird, kann nichts anderes sein als Symptomverschiebung, denn Meister sind hier auf Erden eher nicht zu finden. Das ist meine Ansicht, jeder kann seine oder ihre eigene haben. (Meint das mit den Meistern, nicht das mit der Symptomverschiebung.)

Es geht also nicht um die perfekte Ent-wicklung zu persönlichen Zwecken, sondern darum, ein perfekt brauchbares Werkzeug zu werden. Um wem zu dienen? Allen. Denn ALLE = GOTT. Meine private Erfahrung lautet, dass einem nicht nachts ein Engelein am Bett erscheint und einen langen Monolog darüber hält, welche spannende Aufgabe man hier hat, die die anderen Esoteriker verblüffen wird, wenn sie darüber bei facebook lesen. Im Gegenteil: Es wird nichts verraten, weil VERTRAUEN unabdingbar wichtig ist. Wer die Antwort schon kennt wird überheblich. Wer rätselraten muss, bleibt auf dem Boden und lernt, einer höheren Kraft zu vertrauen und sich lenken zu lassen OHNE den genauen Weg zu kennen. Es muss einem schnuppegal sein, was ER mit einem vor hat. Derjenige channelt nicht wöchentlich drei DIN-A4-Seiten, die er stolz ins www stellen kann. Derjenige fragt und bittet – – und lernt aus dem Schweigen, dass das die Antwort ist: schweigen, statt dauern zu fragen und zu bitten.

Bei all diesem hochschmerzhaften demütig-Werden geschieht etwas Wunderbares: die LIEBE nistet sich dauerhaft ein. Wir reden wie stets nicht von irdischer Ver-liebtheit oder Liebe klein geschrieben. Sondern von LIEBE. Sie ist kein Gefühl, sie zu „fühlen“ ist vielmehr eine grundlegende WAHRNEHMUNG, des absoluten Grundzustands im HERZEN nämlich, jenes unnachahmlichen Strömens, das zwar unablässig für jeden von uns vorhanden ist, doch kaum von jemandem jemals wahrgenommen wird. Die, die es wahrnehmen, wissen, dass sie alles haben, denn das Strömen ist GOTT.

Es verstärkt sich seltsamer Weise nicht durch herkömmliche Methoden: der weltlich Verliebte braucht dringend häufige physische Nähe zum Gegenüber, mit anfassen und Blicken und Rückmeldungen, damit er oder sie sich der „Liebe“ sicher sein kann. Es wird geheiratet, um die Bindung zu zementieren, usw. Mit LIEBE hat das wenig zu tun. Ausser, dass es eine sehr äusserliche Randzone dieser unnachahmlichen zentralmenschlichen Erscheinung ist.

Ich mache die seltsame Erfahrung, dass die Wahrnehmung von LIEBE sich durch innere Einstellungen verstärkt, die eher unpopulär sind in der irdischen Welt: Gehorsam gegenüber meinem LEHRER (Erinnerer) und damit gegenüber GOTT, und durch das geduldige Mich-Zurücknehmen, des Hintenanstellens meines Eigenwillens. Sie wird deutlicher wahrnehmbar durch das, was im Englischen so ein wunderbares Wort hat: surrender. Sie erstarkt durch selbstlosen Dienst am anderen Menschen.

Statt also männlich-aktiv ungeduldig und sehnsuchend tätig zu werden, um das Objekt der Liebe näher an sich heranzuzerren, wird stattdessen auf dem WEG durch den Schüler weiblich-passiv erlaubt, selbst ein Gefäss dieser LIEBE zu sein, sie hinein- und überströmen zu lassen und dadurch (und NUR dadurch) zu erfahren, wie sehr GOTT liebt. Denn ER allein ist der, der liebt. Wir können nicht lieben, wir können nur die Wahrnehmer Seiner LIEBE = Seiner Selbst sein. Und genau das ist der Sinn des Menschseins. Leider wissen 99,99 % der Menschheit auf der Erde das nicht und glauben stattdessen, Reichtum in dinglichen Werten und weltlicher Erfolg seien die Ziele des Menschseins sowie ewige Schönheit (nach Definition einer kleinen Gruppe von Personen) und Jugend und all so ein Unfug. Wie sagte mein LEHRER: „Ich brauche dich nicht, um mein Selbst aufzuwerten.“

Gefäss für die LIEBE sein – nur das bringt dem Menschen, der ein primär spirituelles Wesen ist, wahre Erfüllung. Wo kein Gefäss ist, kann nichts erfüllt werden. Der Verstand kann das Spirituelle nicht erzwingen, doch er kann das alles schon mal vormerken, und der Leser oder die Leserin dieses Artikels kann die weiblichen Eigenschaften in sich schon jetzt kultivieren um sich vorzubereiten wie die berühmte Braut im Song of Songs. Um sich vorzubereiten auf das Aufbrechen des HERZENS und damit auf das Hervorströmen der LIEBE aus dem Allerinnersten. Du weisst nicht, wann du dran bist. Es geschieht unerwartet und plötzlich. Aber nur dann, wenn du nichts anderes willst als genau DAS.

Nichts anderes mehr wollen – nichts anderes mehr wollen.

Schönen Himmelfahrtstag liebe Liebenden!