Oh, da kommt Jesus, heute bauchfrei. Mal wieder eine Übung zum Mitmachen

Derzeit sieht es so aus, als würde auch das Schreiben so langsam aber sicher in der STILLE verschwinden… Das meiste Erleben ist nicht mehr mitteilbar. Als ich meinen LEHRER fragte, warum z.B. ein Jesus nichts Schriftliches hinterlassen habe, so als Anleitung für uns, kam wortlos die Antwort: Weil GOTT es mit jedem Menschen ganz neu erleben will. („es“ meint die Liebesgeschichte zwischen GOTT und Mensch). Ich kenne jemanden, der Religion unterrichtet und der studiert hat, der mir erklärte, Jesus konnte nicht schreiben, deshalb. Ich lasse die beiden Positionen einmal so stehen. Zweimal Bewusstsein, zwei unterschiedliche Antworten auf dieselbe einfache Frage. Darum geht es, in allen meinen Artikeln. Es geht hier nicht darum, den betreffenden Menschen zu bewerten, sondern um die unterschiedliche Offenheit des jeweiligen minds für höhere Versionen der Antwort. Für ihn ist seine Antwort richtig, und für mich ist etwas anderes hilfreicher.

Heute geht es auf andere Weise dennoch um das Thema Bewertungen. In der heutigen „modernen“ Welt wird unsereins permanent aufgefordert, etwas oder jemanden zu bewerten (Sternchen von – bis). Ich lief nur an einem Einkaufszentrum vorbei, schon wurde ich per Handy gebeten, es zu bewerten. Was hätte ich schreiben sollen? Sieht von aussen schon Scheisse aus? So machen sie es übrigens in einer seltsamen Fernsehsendung, die ich im Fitnessstudio von meinem Laufband aus vor die Nase gesetzt bekomme, gottlob ohne Ton.

Ich erlebte den üblichen Effekt, wie das viereckige (!) Flimmerbildchen weit weg an der Wand ungewollt den Blick permanent wieder auf sich zog (und dankte GOTT erneut, dass bei mir zu Hause fernsehfreie Zone ist). Dort zeigen sie übergewichtige Muttis (so nennt man hier im Dorf mittelalte Frauen, die sich und ihren Sinn für Ästhetik in einer Ehe aufgegeben haben), die sich Hawaiihemden kaufen, und rechts vorn im Bild einen Kommentator, welcher Qualifikation weiss ich nicht, doch er sieht aus wie ein Modeheini (etwas zu weiblich, na ihr wisst schon, etwas zuviel geschminkt usw.). Da diese Sendung im Studio ohne Ton flimmert, sieht der Zuschauer nur dessen missbilligenden Blick, weil der Mutti das Hemd nicht steht und sie es dennoch kauft. Frage: Was soll so eine Sendung?? Ich wundere mich nicht, dass das nie ausstirbt. Ich hatte vor Monatenen (Jahren?) bereits einmal im Blog über so eine Art von TV-Sendung geschrieben, und offenbar erfreut sich sowas immer noch bester Einschaltquoten. Ich glaube, der Artikel steht in dem Buch Just writing!

Gruselig. Warum bewerten wir andere Menschen?

Als ich meinen LEHRER einst fragte, wie Er ausgerechnet auf mich gekommen sei, das Paradebeispiel für Durchschnittlichkeit, gab Er mir eine erstaunliche Antwort, in Seinem klaren direkten Stormkiller-Ton: Ich brauche dich nicht, um Mein Selbst aufzuwerten.

Aha.

Ich dachte an all die schicken jungen Männer, die nur ein ebenso schickes junges Mädchen an ihrer Seite akzeptieren können. Logisch: Eine hässlichere (nach ihren Bewertungsrichtlinien und der der Gesellschaft, was in solchen Fällen identisch ist) Weiblichkeit an ihrer Seite würde natürlich ihr Selbst abwerten: Sieh mal den Mike, kriegt der keine hübschere Freuundin ab? muahahaha! Und schlimmere Kommentare. Jeder von uns hat sie schon irgendwann von irgendwem über irgendjemanden gehört. Ich hörte einmal, vor vielen Jahrzehnten, dass man nur auf seinem eigenen Niveau suchen dürfe (nach einem Partner). Es habe keinen Zweck, wenn man durchschnittlich aussieht, den schönsten Mann kriegen zu wollen. Zutiefst kränk und doch heute noch aktiv, wie wir alltäglich erleben können. Wer schon einmal den Schönsten hatte, und ich hatte einen solchen, weiss, dass alles andere die bessere Wahl wäre… denn neben „Schönsten“ ist gar kein Platz für einen anderen Menschen. Frau lernt nie aus.

Nun werten diese Kommentatoren sowohl den geilen Mike als auch seine possierliche Freundin ab, warum? Antwort: Weil sie Mike brauchen, um ihr Selbst aufzuwerten. Wenn der andere dümmer/hässlicher/dicker/magerer/vom Pech begünstigter…  ist, dann sind wir besser dran, oder nicht? Jedenfalls in unserer eigenen Vorstellung von uns… Denn für andere sieht das anders aus und wir wiederum werden daher von den anderen ebenso abgewertet. An jedem Menschen lässt sich leicht etwas auszusetzen finden, ausnahmslos. Und es gibt daher niemanden auf diesem Planeten, der nicht von anderen solcherlei benutzt wird, um das jeweils eigene Ego aufzuwerten.

Besonders gern wird Individualität abgewertet. Der Mike (Name wahllos genommen, es kann auch ein Uli sein) aus unserem Beispiel braucht natürlich eine Freundin, die ebenso wie er dem gängigen Idealbild entspricht, damit er nicht in der Gesellschaft auffällt, denn davor fürchtet er sich. Sein Ego verhindert, dass er stark und authentisch leben kann. Jemand, dem das Aussehen seines Partners egal ist, ist stark und authentisch und folgt nämlich einzig der LIEBE, was eine Bedrohung darstellt für die Mikes dieser Welt, denn der zeigt ihnen, dass sie selbst nicht authentisch leben, sondern nur Äusserlichkeiten folgen. Dies denken Mikes nicht bewusst, denn Bewusstsein und Eitelkeit schliessen sich aus. (Oder glaubst du, GOTT trifft vorab optische Kategorisierungen und lässt nur optisch gleichstufige Menschen sich ineinander verlieben, nur die hübschen Leute zu den hübschen und die schäbbigen Leute kriegen nur die schäbbigen ab? Unfug, natürlich. Die meisten Leute lernen LIEBE per se nicht kennen.)

Ich erlebe beinahe durch die Bank bei anderen Leuten, dass sie den einen Minifehler an meinen selbstgestrickten Kleidungsstücken suchen, anstatt ein lobendes Wort über soviel Individualität, Kreativität, Geduld, Mühe und Handwerkskunst zu finden. Sie suchen es erst gar nicht. Nein, sie suchen den einen Fehler, so, wie bei ihnen schullebenslang nach Defiziten gesucht wurde. Das ist ein trauriges Ergebnis der gesellschaftlichen Defizitorientierung. Wenn du es mit dem CHRISTUS zu tun bekommst, wirst du Ihn bekämpfen, denn du hältst es für eine Lüge, dass Er dich liebt, wie du bist. Er wird bedrohlich sein für dein Ego, das nie zufrieden sein darf, mit dir nicht und mit deinem Leben nicht …

Jeder von uns hat das Bewerten verinnerlicht. Wenn dein Bewusstsein weiter wird, wird es dir vermehrt auffallen, und sei es auch noch so subtil, wenn es in dir vor sich geht. Denn sobald ein Mensch den Raum betritt, wird sofort und vollautomatisch abgecheckt: Freund oder Feind? Und um diese Kategorisierung vornehmen zu können, geht es noch differenzierter: Mann? Frau? Stark? Hübsch? Sonstwie bedrohlich? Ich gehe davon aus, dass das jedem so geht, zumal wir alle ständig massiv dahingehend programmiert wurden und werden. Ich persönlich wuchs auf mit unberechenbaren Eltern, und der tägliche Check, wie sehen sie aus, wie ist die Haltung, wie ist die Laune, wie ist die Verfassung, war für mich überlebenswichtig. Zudem wurde ich zeitlebens massiv von einer überkritischen Schwester beeinflusst, von deren Stimme ich mich nur mühsam vor kurzem befreien konnte. Wie es bei dir ist, musst du selbst schauen. Vielleicht stehst du bereits oberhalb jeder Bewertung, dann gratuliere ich dir. Ich jedenfalls finde mich immer noch in dieser belastenden geistigen Tätigkeit wieder, besonders an öffentlichen Orten mit Fremden.

Der Esoteriker an sich ist zum Beispiel für so etwas viel zu heilig. Er oder sie flaniert gern durch die Gegend und meint, auf andere Licht abzustrahlen. Das glaubst du nicht? Lies wahllos 5 Bücher aus der Szene und du wirst es 5 Mal darin finden, mehr oder weniger deutlich formuliert. Mir sind etliche solcher Leute in der damaligen Tour durch die Esoterikfachabteilung persönlich begegnet. Sie strahlten ab, was das Zeug hielt. Nur Licht war es nicht. Nun ja. Damals dachte ich: Wow, die können was!

Doch eine andere innere Haltung ist hilfreicher…

Der Geist der Bewerterei umschwirrt uns, wie wir gesehen haben, tagtäglich. Gleichzeitig sagt mir mein LEHRER: Du wirst Mein Gesicht erst zu sehen kriegen, wenn du es in allen siehst. Ich habe eine lange Zeit darüber nachgegrübelt, was das meint und wie ich dorthin gelangen kann. So stellt Er mir Aufgaben…  Ich habe gestern daher mit einer leichten und doch fürchterlichen Übung begonnen, die mir Einsichten beschert und höchst egopeinliche Gefühle, Scham und Betretenheit, Ihm gegenüber. Ich habe es wörtlich genommen: Sieh Mich in allen. Also sehe ich den Christus jetzt in allen… Diesen Beschluss habe ich bewusst getroffen. Ich sagte zu Ihm: Also los, zeig es mir! Und das liess Er sich natürlich nicht zweimal sagen!

Ich kann wie immer nur für mich sprechen, und um den CHRISTUS in allen zu sehen, brauche ich eine Symbolfigur, die ich mir in meiner Vorstellung wie eine Schablone über alle Leute legen kann. Mein spirituelles Ideal ist, wie ihr wisst, Jesus, der CHRISTUS. Ich weiss nicht, welches du hast. Vielleicht Krishna (mit langem i, wie ich gelernt habe). Oder wer auch immer für deine Vorstellung am allernächsten am idealen spirituellen Menschen dran ist.

Egal wo du sich befindest, siehst du von nun an nur noch diesen idealen Menschen. Er oder sie ist allüberall um dich herum, und du bist der einzige Mensch, der nicht perfekt ist. Andersherum also als die Esoteriker sich sehen: die anderen sind jetzt alle Er und du bist eben keine Leuchte. Nicht, um dich abzuwerten, sondern um Demut zu erlernen.

Kennst du das Video zu dem tollen Song von George Michael, „As“? In dem Video sieht man nur ihn und eine einzige Frau (Mary J. Blige) in tausendfacher Vervielfältigung. Das Video hat mich schon damals enorm berührt, weil es etwas von der Wirklichkeit zeigt. So sieht GOTT uns: nur ein Mann, nur eine Frau. Mehr gibt es für IHN nicht. In immerwährender Wiederholung des Göttlichen Paares… Einzelheiten sind sekundär.

Du siehst ab sofort in diesem Sinne in allen nur noch den einen perfekten Menschen, den, den du niemals kritisieren würdest, der dir heilig ist, dem du unterstellst, dass Er oder Sie perfekt ist. Wie Ruby Nelson formulieren würde: ...with interesting results.

Ich war gestern auf dem Laufband im Fitnesstudio, und vor mir war eine sehr unförmige Dame auf einem Steppergerät. Mein Gehirn formte bereits eine kritische Bemerkung, als ich innerlich ganz bewusst dazwischenrief: Oh, da ist Jesus! Ich habe es geschafft, mich selbst zu verblüffen. Und ich schämte mich, dass ich Ihn kritisieren wollte. Im Bus kam eine Miezi rein mit bauchnabelfreiem Top – geistige Vollbremsung: Oh, da kommt Jesus! Jemand sass vor mir auf dem Sitz mit einer überlangen Nase: Tja, so sieht er aus, das ist Jesus! Die Frau mit den fürchterlichen Haaren, der Busfahrer, der seltsame Musik hört, das Kind das aussieht als wäre es dumm – Schau, das ist Jesus! Ich erlebe die Menschen neu, ich sag es euch. Indem ich diesen Befehl über alles lege, führe ich alles auf Ihn zurück. Und jede Bewertung verpufft, bevor sie aufstehen konnte.

Das ist also mein innerer Stormkiller, Leute ich sag es euch. Probiert es aus. Es stoppt euch und ruft euch in Erinnerung, dass es euch nicht zusteht, Bewertungen auszugeben. Egal, was die buntflackernde Medienwelt euch suggeriert.

Denn jeder ist Jesus.

 

 

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