Vorsicht, wieder ein „gemeiner“ Artikel. Leserzuschriften und Gespräche mit GOTT

Als ich mich heute hier an den PC hinsetzte, wusste ich, dass ich einen Artikel schreiben soll, doch ich wusste nicht, zu welchem Thema. Ich hatte einen anderen, bereits angefangenen Artikel im Sinn. Dies ist, was herausfloss:


Mir schreiben ab und an noch Menschen, die mir ihre Lebensgeschichte bzw. zumindest ihre Weg-Geschichte mitteilen wollen. Früher kamen sie ungebremst in grösserer Anzahl und ich fungierte als Müllschlucker vom Dienst. Für meine ungeschönten Antworten wurde ich teils noch angemotzt. Die meisten reagieren seltsam und melden sich nie wieder. Das sagt viel aus. Ich habe auf diese Weise in den zwölf Jahren meiner Internettätigkeit exakt dieselbe Geschichte ca tausend Mal gelesen. Heute bremse ich dieses Anliegen in aller Regel ab, weil ich weiss, dass es nicht um den Inhalt der Geschichte geht, sondern um die Motivation dessen, der sie unbedingt loswerden will. 

Es geht auf dem WEG eben darum: nicht, etwas Tolles berichten zu können und sich selbst gross und speziell zu fühlen, oder aber besonders bemitleidenswert. Es geht um das, was dahinter steckt. Ihr MÜSST stets einen Schritt zurücktreten, um den grösseren Zusammenhang zu erkennen. Das allein ist Vorankommen.

Fragt euch: Warum will ich, dass Katrin meine Geschichte liest? Will ich mein Leid klagen, es loswerden, Beifall und Bestätigung erhalten, Lösungen vorgesagt bekommen, Fragen beantwortet haben, Korrektur erfahren? Für all dies ist Katrin nicht der korrekte Ansprechpartner, wie jeder begriffen haben sollte, der diesen Blog liest.

Zweite Frage: Warum ausgerechnet Katrin? Warum schreibe ich es nicht irgendjemandem, den ich kenne? Warum schreibe ich es nicht einem Berater von Quetschmichso oder wie sie alle heissen? Was sehe ich in Katrin, was sie als Adressatin perfekt erscheinen lässt?

Das sind Fragen, die, natürlich, einzig etwas über denjenigen Fragesteller selbst aussagen. Das, was derjenige sich selbst auf diese Fragen antwortet, spiegelt seine eigenen Motive und Hoffnungen und Befürchtungen. Diese zu erkennen ist es, was wichtig ist, um voranzukommen.

Was nützt es, wenn ich die Geschichte lese und sage: Super! Gefällt mir, du bist hochspirituell. oder: Was´n das für´n Scheiss? Was nützt euch meine private Meinung?

Ihr MÜSST es begreifen: Es gibt nur EINE Autorität, und die ist nicht ein Mensch. Dieser einzigen Autorität in einem jeden Leben müsst ihr eure Geschichte berichten, sie mit IHM besprechen, denn ER ist ihr alleiniger Autor. Wieso sollte ich mit Reich-Ranicki über eine Geschichte sprechen, der sie auch nur lesen kann, wenn ich den Autor selbst befragen kann, der sie eigenhändig geschrieben hat?

Wie das geht? Ich habe hier im Blog bereits etliche Tipps dazu gegeben: Ihr müsst euch angewöhnen, ein spirituelles Tagebuch zu führen. In diesem oder separat dazu kann ein schriftlicher Dialog mit GOTT geführt werden. Ihr habt zweimal täglich eure Stille Zeit vor eurem Ishta Devata ( ´geliebte Gottheit ´). Auch das ist ein Dialog, nur meistens ohne Worte.

Wer all dies befolgt, wie kann der noch Verlangen haben, sich irgendwem auf Erden mitzuteilen, zumal es keinen Nutzen bringt und keinerlei Wert hat?

Ich frage mich manchmal, wie oft ich mich wiederholen muss, damit es begreifbar wird.

Eins noch. Auch wenn es manch einem nun gemein vorkommt, doch es ist nur euer Spiegel, den ich euch hinhalte, ihr habt es getan nicht ich: Zuerst wird in den betreffenden Lesermails stets eine schmeichelnde Einleitung geschrieben, in der grosses Lob für meine Arbeit dargestellt wird, und es wird stets betont, dass alles gelesen wurde. Eigentlich hatte ich gehofft, dass aus meinen Artikeln klar hervorgeht, dass weder Lob noch Kritik irgend etwas in mir bewirken, weil mein Referenzpunkt für alles und jedes definitiv woanders liegt, nämlich in meinem geliebten LEHRER. Statt also einfach klar und direkt zu fragen, das eigene Anliegen vorzutragen, wird zunächst die Tür mit Honig eingeschmiert.

Wenn ich mich morgens vor meine Geliebte Gottheit setze, sage ich nicht zuerst, Oh wie gross sind deine Werke, ich habe das Neue Testament hundert Mal gelesen! Nein! Ich setze mich hin und sage ohne Umschweife wie zu meinem besten Freund: Mensch, Jesus, was soll der Scheiss, was mir da gerade passiert?

Und das ist es, wie nach meinem Dafürhalten vorzugehen ist. Jeder darf eine andere Ansicht haben, doch dann lasst mich bitte da raus.

 

 

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