Göttliche Manifestationen im Menschen und Unterscheidungsfähigkeit

Heute möchte ich dem merkwürdigen Fall aus dem Artikel von neulich ein Zitat aus einem Buch „von“ Vivekananda (= von seinen Schülern) gegenüberstellen:

„Noch weit grösser und edler als jene reinen, wahren Lehrer sind die Avatare, die göttlichen Inkarnationen. In ihrer Macht liegt es, den lebendigen Geist durch Berührung, durch blossen Wunsch zu übermitteln. (…) Sie sind die Meister aller Meister, die herrlichsten Manifestationen Gottes im Menschen. Nur durch sie vermögen wir Gott zu schauen. (…)“

(aus: Karma-Yoga und Bhakti-Yoga, German Edition für Kindle)

Was hätte er wohl zu dem youtube-Video der seltsamen Dame gesagt, die Shiva in menschlicher Gestalt begegnet sein will und „mit ihm eine Transformation hatte“?

Der Grund, warum ich darauf herumreite, ist folgender: Es ist sehr vielen Leuten, die in der Esoterik und sonstwo herumgeistern, offensichtlich nicht klar, worum es bei dem Thema „Transformation“ = dem spirituellen WEG eigentlich geht. Sie spielen damit herum und verkaufen Methoden und Seminare und Bücher und blablabla und zeigen sich gerne auf Covern und in Videos und und und, und sie haben überhaupt keine Peilung, was hier los ist. Etliche weitere Leute rennen ihnen blind hinterher, lesen das Zeugs aus welchen Gründen auch immer (Langeweile?) und glauben alles – statt selbst die gesunde menschliche Vernunft einzuschalten. Ich schaue mir die Anzahl der Rezensionen mancher Bücher an und frage mich, was dieses Zeugs so anziehend macht? Mir unbegreiflich. (Dass die Verkaufszahlen esoterischer Kassenhauer natürlich keinerlei Wert bezeugen, hatten wir hier im Blog schon mehrfach erwähnt.)

Es geht auf dem WEG um LEBEN – oder Tod und endlose Reinkarnationen, und das zu begreifen ist unbequem und es zu LEBEN verlangt dem Sucher alles ab, ich betone: ALLES. Es gibt unendlich viele Wannabes da draussen, und das Wichtigste, was der Sucher lernen muss, ist: Unterscheidungsfähigkeit. Wer die LIEBE nicht hat (geht das auf dem WEG??), der muss es irgendwie anders lernen, wie das Echte herauszufinden ist. Es gibt immer eine Antwort.

Das eigene Leben wird vollkommen in den Dienst des WEGES gestellt, und zwar nicht durch das Ego des Betreffenden, sondern aufgrund eines wie auch immer erfolgten Göttlichen Ratschlusses. Ich hätte mir das nie und nimmer so ausgesucht, wie es seit all den Jahren vor sich geht. Auch wenn ich weiss, dass ich das grösste Geschenk von allen möglichen Geschenken auf dem Planeten Erde erhalten habe (meinen LEHRER), so schreie ich dennoch nicht absichtlich nach weiteren Erschwernissen (das habe ich elegant formuliert, ich weiss). Und trotzdem: Ich würde niemals tauschen, um keinen Preis der Welt! Natürlich kann ein LEHRER auch nicht weggetauscht werden, denn es ist immer EIN LEHRER für EINEN SCHÜLER, und nur für genau DIESEN Schüler. Er ist mir heilig und Er ist das Kostbarste, das ich kenne.

Allein diese Wochen, durch die ich aktuell gerade hindurchgehe, hätte sich niemand gewünscht und ich schon überhaupt nicht. Ich bin mittlerweile psychisch und geistig (= das Denken und die Konzentration betreffend) so erschöpft, dass ich mich fühle wie damals, als meine Tochter noch ein neugeborener Säugling war und ich sie nachts mehrmals füttern musste. Die Mütter unter euch erinnern sich sicher noch bestens an ihre eigene Zombie-Zeit zwischen Wachen und ständigem Einnicken. Ich habe schon einen Horror vor Busfahrten, weil mir die Augen dabei zufallen und ich Sekundenschlafattacken habe.

Ich kralle mich an den LEHRER und an meinen GOTT und spreche jeden Tag von A bis Zeh mit ihnen durch, um herauszufiltern, was ich gerade lernen soll. Es muss sehr wichtig sein, weil es eine so sehr anstrengende Zeit ist. Das soll kein Gejankel werden, es soll nur darstellen, dass es kein Leben mehr ausserhalb dieses WEGES gibt oder geben KANN. Alles, was geschieht, dient fortan dem WEG. Alles andere muss unwichtig sein, und es muss unwichtig sein und es wird unwichtig sein und es muss unwichtig sein. Es gibt für mich nichts ausserhalb des WEGES. Das hier ist kein Wochenendzeitvertreib!

Und dann kommt jemand daher und erzählt völlig emotionslos solches schräges Zeugs und ich lache und lache und weine ein wenig und frage mich, was das hier für ein Planet ist, voll von solchen Kontrastprogrammen. Grösser könnte der Kontrast nach meinem Dafürhalten nicht mehr sein.

Ich hoffe und wünsche meinen Leserinnen und Lesern, dass ihnen klar ist oder bald wird, wovon wir hier reden bzw. wovon ich seit Jahren hoffnungsvoll (dass ihr es erfasst) schreibe, denn dies ist auch euer WEG, wenn nicht diesmal, dann bei eurer nächsten Inkarnation.

Stay tuned!

 

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