Was bedeutet „Transformation“ eigentlich wirklich?

Der heutige Artikel behandelt ein etwas schwieriges Thema, und ich hoffe, dass es mir möglich sein wird, ihn so zu formulieren, dass sich nicht jeder zweite auf den Schlips getreten fühlt. Und doch wird es manchem nicht gefallen, was darin steht. In solchen Fällen heisst die Empfehlung: a) wegklicken und etwas Genehmeres lesen oder b) den eigenen Ärger als Entwicklungsimpuls erkennen.

Nach diesem Intro mit einem attraktiven Hook kann es losgehen.

Was bedeutet Transformation?

Ist es die sprunghafte Perfektionierung eines menschlichen Schlabberkörpers in ein Superwoman-mässiges Äusseres? Dann würde jedes Fitnessstudio Transformation anbieten. Ist es die Hochstufung eines durchschnittlichen Menschen auf ausserordentliche Gehirnleistung, so dass er ein Savage wird und Rechenaufgaben mit 13 Stellen hinter dem Komma ohne Schmierzettel ausrechnen kann? Geht es um Zauberei, Magie, um die Fähigkeiten wie absichtliches Hellsehen und andere-Leute-Heilen, um eine bestimmte persönliche Machtanhebung also? Oder geht es schlicht und einfach um Maximierung des persönlichen Wohlbefindens („Wellness“) in Körper-Geist-Seele?

Wer sich mit der Mainstreamesoterik befasst, wird alle diese Ansätze darin wiederfinden. Doch nichts davon ist – ich nenne es mal: echte Transformation.

Transformation ist eine Verfeinerung.

Die normalen Sinne, mit denen der Mensch gemeinhin in dieser Erdenwelt operiert, sind relativ grobe Sinne. Darüber hinaus gibt es Höhere Varianten dieser Sinne, dabei wird aus sehen hellsehen, aus hören hellhören, aus fühlen hellfühlen, … hell bedeutet hier nicht „voraus“ (das wird im undifferenzierten Sprachverständnis gleichgesetzt), sondern „höher“, feiner. Wer brav die Chakrenlehre studiert hat, die eine Analogie darstellt, weiss, dass die unteren Chakren der groben Erdenwelt zuzuordnen sind (essen, trinken, Fortpflanzung, Macht, Kontrolle, in Urlaub fahren, grillen, grins) und die höher „im Körper“ zugeordneten Chakren (ab Herzchakra aufwärts) den anderen, höheren, feineren Ebenen des Seins, anderen Welten, anderen Erden, hopefully.

Der spirituell wenig entwickelte Mensch operiert, wie es ihm eingetrichtert wurde, hauptsächlich mit der linken Gehirnhälfte, die für Verstandeslogik zuständig ist. Hier wohnt die vielgerühmte Kopfintelligenz, die auf Kosten der rechten Hälfte in der Welt der niederen Chakren bevorzugt wird. Erst wenn beide Gehirnhälften zusammen operieren, entsteht jedoch das, was wir Ganzheit nennen. Doch diese kann niemand auf Basis der linken Hälfte herbeizwingen. Es wird einem gegeben, es entwickelt sich, es ist nicht kontrollierbar oder käuflich. Es ist unverfügbar. Die rechte Gehirnhälfte lässt sich, anders als die linke, eben NICHT trainieren.

Stellen wir uns einmal den allseits bekannten Höheren Menschen, den wir unter dem Markennamen „Jesus“ kennen, vor. Springt dir ein Bild ins Hirn von einem Hulk Hogan, der muskelbepackt herumgröhlt? Siehst du einen hochintellektuellen fuchsgleichen Manipulateur vor deinem geistigen Auge? Nein. Du siehst einen sehr feinen Mann, eher nicht dem Attraktivitätsstandard der Fitnessbranche genügend. Dennoch strahlt Er etwas aus, was Ihn unnennbar attraktiv macht. Ist es so? Oder nimm seinen (Er verzeihe mir die saloppe Ausdrucksweise) Kumpel Krishna. War Krishna ein Hulk? Oder eher ein männlicher aber doch feiner, poetischer Mann? Was ist denkbar?

Wir wissen es nicht, doch wir wissen sehr klar, was keinesfalls wahr sein kann. Ist es nicht so? Mir jedenfalls geht es so.

Es gibt also für alle Arten, auf die Menschen wahrnehmen, eine Höhere Version. Nun geht es in diesem Artikel um Sprache. Menschen sprechen und reihen dabei seriell Wörter aneinander um Sachverhalte zu be-schreiben. Das kann so gut wie jeder. Was ist die Höhere, feinere Version davon? Was geschieht, wenn beide Gehirnhälften dabei gleichermassen in Betrieb sind? Antwort: Es entsteht Poesie. Die alten indischen Ideen sind in Sachen Spiritualität äusserst erhellend, und ich las neulich in diesem Zusammenhang, dass GOTT und Poesie zusammengehören. Das entspricht meinen Beobachtungen. Die Höhere, Göttliche Sprache ist eine poetische Sprache. Höhere Sprache ist Inspiration. Wenn wir uns das Hohe (!) Lied der Liebe anschauen, das uns schon sehr überladen vorkommt, so erhalten wir eine Idee davon. Paradepferd für spirituelle Poesie ist natürlich Rumi.

Doch nicht jeder Dichter ist spirituell. Dies ist ein Trugschluss. Wer ein sehr aktives Stirnchakra hat, ist noch lange kein Gott. Es ist also keine umkehrbare Gleichung! Dichten kann jeder, der ein gewisses Mass an Intelligenz besitzt und einen reichen Wortschatz. Doch diese Gedichte sind Kopfgedichte und sprechen nicht die Höheren Sinne an. Es gibt Gedichte aus sehr einfachen Worten, die einen schier verrückt machen können, und es ist nichts in den Worten auffindbar, das dies begründet. Das ist Hohe Poesie. Die Ladung ist eine andere als bei groben Kopfgedichten. ES ist nicht käuflich, nicht trainierbar … denn hier ist das offene HERZ die Grundlage. HERZ-Öffnung kann nicht von dieser Ebene her geschehen, sie geschieht IMMER und EINZIG von der Höheren Ebene aus, und zwar von der höchsten, so steht zu vermuten. Niemand auf Erden kann Herzen öffnen. Und derjenige selbst schon gar nicht. Da sind esoterische Lügen im Umlauf, die behaupten, es könne dafür Seminare geben, die sie sich teuer bezahlen lassen. Doch wer ein wahrhaft geöffnetes HERZ hat, der gibt keine Seminare (mehr).

Poesie ist die Sprache der Liebenden, ebenso, wie es für den Umgang mit Babies eine Ammensprache gibt. Was sind „Liebende“? Natürlich meinen wir in unserem hier betrachteten Zusammenhang nicht die Paare der Erdenwelt, die nur um sich selbst kreisen, jeder für sich, und deren Schnittmenge in Bett und Bankkonto besteht. LIEBENDE sind die, die GOTT lieben und deswegen einander. Echte LIEBES-Gedichte sind Ausdruck der Sehnsucht nach dieser Art von Liebespaarsein. Oder, in Ausnahmefällen, Ausdruck des tatsächlich erlebten Paarseins in GOTT. Rumi konnte davon sein Lied singen … Denn Gedichte sind, natürlich, Lieder.

Wer sich nun in der Transformation wiederfindet, die stets eine hochpersönliche Sache ist, die IN jedem einzelnen für sich genommen abläuft, der hat die entsprechenden Vorausetzungen bereits in die Wiege gelegt bekommen. Das Sprachzentrum dieses Menschen ist bereits in einem anderen Modus. Sprachtalent gehört zur Spiritualität hinzu. Das ist meine Beobachtung seit all den Jahren.

(Wer sich nun aufregt: ich kann nichts dafür, ich hab es nicht erfunden. Beschwerden bitte mit drei Durchschlägen an Mr. GOTT).

Diese Beobachtung erleichtert es uns, die Attrappen unter den geistigen Lehrern herauszufiltern, und damit kommen wir zu meiner erschreckenden Beobachtung von gestern Abend. Nun werde ich hier natürlich keinen Namen nennen. Auch werde ich den entsprechenden Link nicht verteilen. Am liebsten würde ich es jedoch tun, denn in der betreffenden Person-a findet sich DAS Beispiel der Esoterikerin, wie ich sie immer meine, die Sorte, die uns verhöhnt. Ob ihr das bewusst ist, weiss ich nicht, dafür kenne ich diejenige nicht gut genug (gottlob gar nicht). Die Verhöhnung springt einem beim Anschauen des betreffenden Videos jedoch gut wahrnehmbar ins Gesicht, und das bereits nach wenigen Sätzen.

Ich gebe den Text, den sie sichtbar ablas (!), relativ wortgetreu aus meiner Erinnerung wieder: Neulich traf sie auf Mauritius einen verkörperten Anteil von Shiva und hatte eine sehr intensive und harmonische Zeit mit ihm verbracht. In der Transformation, die sie „zusammen hatten“, verankerten sie das Datum des betreffenden Tages in der Matrix. Und er hat mit ihr, so sprach sie es aus: Se gätt of häppinäss installiert oder geöffnet, ich weiss es nicht mehr.

Danke schön, das wird die Menschheit zweifellos retten.

Ist es vorstellbar, dass jemand, der sehr weit auf seinem WEG nach innen/zu GOTT vorangeschritten ist, über eine Begegnung mit einer hochverehrten spirituellen Gestalt (einem Aspekt GOTTES nach indischer Philosophie) auf youtube der groben sensationsgeilen Masse berichtet, noch dazu in einem Tonfall, als würde sie das Spargelrezept von Tante Erna aus Gelsenkirchen-Schalke vorlesen? In einer völlig gefühllosen Stimme?

(Wer sich öffentlich auf so eine Weise darstellt, muss sich Kritik gefallen lassen.)

Wenn ich, sagen wir einmal, Krishna begegnet wäre, wüsste ich keine Worte zu finden, um die Begegnung – die auf einer anderen Ebene stattfinden würde als der alltäglichen – in Worte zu fassen, allerhöchstens in einer…: poetischen Sprache. Es würde ein Liebeslied daraus. Warum, weil ein Krishna ein Mr. Lover-lover ist? Nein, weil die Höheren Sinne aktiv sein müssen, um überhaupt eine solche Begegnung möglich zu machen. Es ist nicht mal eben nach dem Mittagessen zu absolvieren. Ich würde in tausend Jahren meine solcherlei intime Begegnung (intim im Sinne von herzensintim) nicht auf youtube der Meute zum Frass vorwerfen, aus Respekt vor Seinem und meinem Wesen nicht, niemals! Das versteht sich wohl von selbst. Ich berichte auch von meinem LEHRER nur rudimentär, weil es gar nicht möglich ist, es in normaler Alltagssprache wiederzugeben, was in mir mit Ihm vor sich geht. Und es gehört nicht vor eure Augen oder gar Ohren, was ich erlebe. Natürlich nicht. Spiritualität ist von allerhöchster Intimität gekennzeichnet. Geht in euer stilles Kämmerlein und dort besprecht euch mit eurem GOTT. Doch manche gehen stattdessen im Internet auf youtube auf Sendung und breiten es vor allen aus und entwerten es damit (falls ein solches Erleben überhaupt stattgefunden hat.).

Was also hat diese Persona aus dem Video erlebt, das sie so unbeeindruckt zurückgelassen hat? Ich sage: nichts. Was also bezweckt sie denn dann durch diese Selbst-Präsentation in einem öffentlichen Video auf Youtube? Neidischmachen der anderen Esoteriker, denen das Urteilsvermögen fehlt? (das unter der Transformation massiv entwickelt wird, eigene Erfahrung). Es ist natürlich dies, und es ist – gewollt oder ungewollt – die übliche Verhöhnung der Menschheit, die von gewissen Leuten/Wesenheiten beneidet wird ob ihrer Fähigkeit, die Höheren Welten zu erreichen. Nicht, weil diese Wesen auch dorthin wollen, weit gefehlt, sondern weil Neid ihre Natur ist. Wer nun mit solchen Wesen offenbar kooperiert, wer sagt, das schwarze Licht sei das eigentliche Licht und wer aus Gott zwei macht, die Macht also teilt, der muss sprechen wie diese und denken wie diese Wesenheiten es tun (es gibt übrigens auch Bücher der Dame).

Dies ist ein trauriges Beispiel, und zwischen zwei Lachern gestern abend nahm ich eine grosse Traurigkeit wahr. Ich empfand Mitgefühl für diese Frau. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Das ist meine Rezension dazu. Nichts für ungut.