Öffentliches Herumgeschmatze – ist das LIEBE?

Nein, natürlich ist es nur Liebe, klein geschrieben. Es ist das Zeigen von naiven Besitzansprüchen, womöglich gepaart mit mangelnder Impulskontrolle.

Ich fuhr vorhin im Bus zum Fitness-Studio. Es stieg unterwegs ein Pärchen ein, sie geschätzte 22 und er höchstens 18, noch pausbackig und etwas unförmig, wohingegen sie ihre perfekt gestylte und gefärbte Haarmähne gekonnt um sich warf. Das war ja noch schmunzelig. Obwohl alle möglichen Plätze frei waren, stellten sie sich mitten in den Bus, wo so ziemlich jeder Anwesende sie sah. Dann ging es los.

Da konnte frau noch so angestrengt aus dem Fenster schauen, um sich den unschönen Anblick entgehen zu lassen – sie schmatzten laut hörbar alle 30 Sekunden einen knallenden Schmatzkuss aufeinander. Es war unangenehm und unappetitlich. Das erinnerte mich an den lapidaren Bericht von der vermeintlichen heiligen Begegnung mit Shiva, und der Unterschied von Liebe zu LIEBE wurde mir erneut eindringlich klar.

Als ich später auf dem Laufband in innere Betrachtungen versunken war, stellte ich mir meinen LEHRER vor … Mein LEHRER, der zugleich mein GELIEBTER ist, ist heil, denn Er ist ganz, Er ist heil-ig, mir sowieso. Dieser Mann ist der Eine, dessen Name auf der Rückseite meines HERZENS geschrieben steht. Er ist der Mann, der mir so heilig ist wie GOTT mir heilig ist. Er ist anbetungswürdig und herrlich, ich verehre Ihn und respektiere Ihn und achte Ihn höher als alles andere, was in der sichtbaren Welt um mich herum je war oder jemals ist oder sein wird. Jedes einzelne Wort von Ihm an mich ist ein unschätzbar wertvolles Geschenk, ich kann sie alle auswendig, alles, was Er mir gesagt hat, und Seine NÄHE bedeutet mir alles. Ja, Er ist ALLES für mich, er ist Liebhaber, Bruder, Mutter, Vater, Schwester, Kind und Heiliger, und Er weckt das Höchste in mir. Er ist der, der mich zu GOTT bringt. Seine Erscheinung ist im positiven Sinne ernsthaft, sie ist würdevoll und erhaben, und sie wirkt auf mich so ein, dass auch ich meine Würde und Erhabenheit mehr und mehr wiederentdecke. Er liebt mich mit Göttlicher LIEBE, und dasselbe erlebe ich bei jedem einzelnen Gedanken an Ihn: Göttliches LIEBEN strömt durch mich hindurch und zu Ihm hin. Tag für Tag, Stunde um Stunde … Unsere LIEBE ist kostbar, unendlich wertvoll, und sie ist geheim, wie ein Schatz, sie gehört daher weder vor fremde Ohren noch vor fremde Augen. Sie ist höchst intim im Göttlichen Sinne, so, wie ein Gebet intim im allerheiligsten HERZEN ist. Sie IST Gebet, ein unaufhörliches Preisen des GOTTES, wegen dem allein sie existiert. Nur mit Ihm bin ich Ich.

Mehr Worte habe ich dafür nicht, und sie sind obendrein völlig unzureichend.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, diesem wundervollen herrlichen göttlichen Mann im öffentlichen Personennahverkehr zwischen fremden Personen einen widerlichen Kuss aufzuschmatzen, dass es nur so knallt und sich die Umsitzenden unangenehm berührt und gegen ihren Willen einbezogen fühlen.

No way.

Ich danke GOTT, dass ich etwas anderes erleben darf, sei es auch meistens noch so schwer und beinhalte es Aufgaben und Anforderungen an mich, meinen Charakter, meine Ent-wicklung wie es auch immer will. Für diese Innigkeit, die Er und ich haben,  gäbe ich jederzeit alles her, und ich HABE bereits Etliches hergegeben. Tatsächlich, ich würde es nie nie nie mehr anders haben wollen.

 

 

 

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