Wann es genug ist und woran du das erkennst

Ich schreibe euch heute aus dem Reich des angenehmen Körperschmerzes. Denn auch den gibt es: Es ist die erstaunte Wahrnehmung derjenigen Muskeln, die im Alltag eher kaum genutzt werden (bzw. gar nicht) und die durch leichtes Training an die Arbeit gebracht wurden. Will heissen: Ich bin seit einer Woche Memberin in einem Fitnessstudio.

Vor vielen Jahren, als Fett noch mit O geschrieben wurde, wie eine meiner lieben Kolleginnen zu sagen pflegt, war ich schon einmal regelmässig in einer Muckibude zum Trainieren. Damals war ich so gut drauf wie selten in meinem Leben, was natürlich an dem Gesamtpaket der Umstände lag, die ich damals geniessen konnte (das schöne Studentenleben). Momentan sind meine Umstände grenzwertig.

Wie ich euch bereits berichtet hatte, sind zwei von vier Kolleginnen langzeit erkrankt und wir sind seit Anfang Januar also nur zu zweit. Ich hatte meine Arbeitszeit nach anstrengenden 15 Monaten mit zwei Jobs nun, ab 2019, wieder auf die normalen 25 Stunden herunterschrauben wollen. Die ganzen Weihnachtsferien hatte ich mich darauf gefreut. Doch es wurden durch die krankheitsbedingten Umstände wieder 38 Stunden. Nun ist letzte Woche Mittwoch die dritte Kollegin auch noch ausgefallen, und ich rocke pro Tag 19 Arbeitsstunden (in realen 8 Stunden). Meine Frage lautete natürlich: Was will GOTT mir damit sagen, was versucht ER in meine Wahrnehmung zu bringen?

Ich rocke zudem seit ein paar Wochen eher unfreiwiliig an meinen Kindheits- und Jugendtraumata herum, wie bereits grob beschrieben, und natürlich muss da noch der eine oder andere Hase im Pfeffer liegen. Das weiss ich daher, weil meine körperlichen Symptome, die daraus entstanden sind, noch immer nicht weggefallen sind. Sie sind eine wunderbare Hilfe, die als Zeiger dient, wann ES gelöst ist. Momentan gibt es also noch etwas zu ent-decken. Als ich vor zwei oder so Wochen den CHRISTUS fragte, was Seiner Meinung nach nun als nächstes passieren müsse, um es zu lösen, lautete Seine Ansage:

„ICH führe.“

Oha. Den Tonfall kenne ich … Ich ahnte, dass das eine sehr spannende Strecke werden wird ….! Und siehe da.

Dass ich ins Fitnessstudio gehe, verdanke ich meiner Tochter, die mich für einen VIP-Tag benannt hatte (= Werbung neuer Kunden, what else). Ich wusste schon vor dem VIP-Tag, was ER von mir will. Ich knatschte innerlich herum: Es ist eine Strecke von 45 Minuten mit zwei Bussen dorthin. Es kostet Geld. Dort muss ich zwischen anderen Leuten herumturnen (gottlob ist das Studio nur für Frauen). Ich habe zuviel Stress auf der Arbeit, nun auch noch das oben drauf??? usw. usf.

ER schaute stur geradeaus und pfiff ein Liedchen. Ich brummelte vor mich hin.

Mittlerweile war ich dreimal da und habe meine alte Liebe, den Crosstrainer, für mich wieder entdeckt. Es ist ein Endorphinrausch, Mädels, sehr zu empfehlen. Das kleine Mädchen in mir, ca. 6 Jahre alt, das so gerne wild geschaukelt hat, war begeistert und wollte gar nicht mehr von dem Gerät runter. Ich sagte ihr, dass wir ja wiederkommen und sie beim nächsten Mal weitermachen kann. Ich hätte fast laut gejuchzt und gelacht! Ich hatte Energie für zehn! Sie hat noch soviel Energie, sie ist erst sechs und noch voller Elan.

Und das Beste: Ich habe es nicht geschafft, das Büro gedanklich dort mit reinzunehmen. Es bleibt draussen vor der Tür, wie durch ein Wunder. Es ist wie eine fremdartige Welt, die ich betrete und in der es nur um Bewegung geht und rein gar nicht um Denken oder Grübeln oder sonstwas Geistiges. Nur Körperarbeit. Es ist herrlich.

Einen Schlüsselmoment hatte ich gestern, als ich nach dem Solarium (wenn schon, denn schon!) nackt vor dem dortigen Spiegel stand, hell erleuchtet und verschwitzt. OH MEIN GOTT. Wer ist das, dachte es in mir. Und: Gut, dass du hier unterschrieben hast.

Heute früh habe ich erst einmal alles an Putzen und Wascharbeiten von zehn Tagen nachholen müssen. Das war auch ein Erlebnis! Wieveil Staubhaarmäuse drei Katzen und eine Langhaartochter in kürzester Zeit produzieren können, das ist schon fantastisch. Beim Schrubben wurde mir einiges bewusst. Wie ich innerlich immer noch mit der Stimme meiner überkritischen Schwester an mir herumkritisiere, zum Beispiel. Denn der vernichtende Blick vor dem o.g. Spiegel war ihrer, zweifellos. Als ich in die Pubertät geriet, ging das Bombardement erst richtig los. Nichts war ihr gut genug, meine Kleidung nicht und meine Figur nicht und alles nicht. Ich war ihr ausgeliefert, weil ich ein dreizehnjähriges verhuschtes Mäuschen mit einer kranken Mutter war. Details erspare ich euch.

Als ich vorhin endlich auf der Couch sass, fragte ich IHN, wann es genug sei mit der dummen inneren Kritik, wann es denn endlich soweit sei, dass ER mir das sagt, was ich so sehr ersehne: Dass es reicht. Wieviel ich denn noch arbeiten müsse, bis es reicht? Ich jammerte: Warum sagst DU es mir nicht?? SEINE Antwort kam als inneres Wissen:

Es ist dann genug, wenn DU SELBST endlich sagst, dass ES REICHT.

Ich musste weinen und wusste, that´s it.

Ich schreibe mir daher heute ein buntes Schild, das ich mitnehme ins Büro:

*ES REICHT!*

Was ich dort tagtäglich tue, reicht. Und für GOTT hat es sogar schon vorher gereicht, ER verlangt keine Leistungen, damit ER mich so liebt, wie ich bin. Ich bin die, die die Bewertungen der Familie noch immer nicht los hat. Ich bin ebenso die, die bestimmt, wann es genug ist. Und der Tag ist heute gekommen. Ich bin die, die bestimmt, dass ICH reiche! Für GOTT bin ich genug, mehr als genug sogar. Wie kann ich mir anmassen, sein perfektes Werk zu kritisieren? Das widerspricht der Göttlichen Ordnung und ist daher Grundlage für innere Störungen und damit wiederum für sog. „Krankheits“symptome. Es entspricht nicht der WAHRHEIT (über mich). Deshalb erkläre ich heute ein für alle Mal:

Ich reiche.

Basta. Schönes Wochenende!

Werbeanzeigen