Weltliche Traumabearbeitung und ihre Grenzen

In der letzten Woche habe ich vier Bücher zum Thema Traumaauflösung gelesen. Sie sind untereinander sehr unterschiedlich und hatten jeweils DIE Lösung, ist ja klaro. Demzufolge wird es morgen keine traumaleidenden Menschen mehr geben, denn sie brauchen sich ja nur eins der Bücher an Land zu ziehen, einen Therapeuten, der derselben Ansicht ist wie der Autor – und schwupps! (Das ist, natürlich, nur Spass.)

Bis auf eins der Bücher bewegten sie sich brav unterhalb der Grenze, die die „moderne Psychologie“ noch immer emsig aufrecht hält und jenseits derer der Mensch als „verrückt“ eingestuft wird. Will heissen: nur eine Autorin arbeitete mit dem (inneren) CHRISTUS. Und siehe da, die Aussagen und Beschreibungen in diesem einen Buch brachten mir die grössten Erkenntnisse. Und löste die wenigsten inneren Kämpfe und Probleme aus.

Ein Buch ist dabei, das pocht darauf, dass der zentrale Satz gefunden werden müsse, es geht also vorrangig ums Denken. Am Rande auch ein bisschen ums Fühlen … Insgesamt ist es ein sehr psychologisches Buch mit einigen ganz brauchbaren Ideen – doch das innere (traumatisierte) Kind fühlte sich in die Ecke gedrängt und vom kognitiv gesteuerten Erwachsenen bevormundet und übergangen. Es machte (erneut) dicht, das habe ich klar wahrgenommen. Ich fand einige Schlüsselsätze, doch das vorsprachliche Kind lässt mich sozusagen vor zuener Tür im Regen stehen mit meinen hilfreichen Sätzen.

Ein weiteres Buch erklärte sehr gut die inneren Anteile, das traumatisierte Ich, das Überlebens-Ich usw., was ich als sehr brauchbar empfunden habe. Ich verstehe meine früher unkontrollierbaren Stimmungswechsel jetzt sehr genau. Jedoch wurde alles „Mythologische“ darin weit von sich gewiesen und zur Esoterik in dieselbe Ecke gestellt (aua). Dort stoppte das ansonsten ganz gute Buch leider an einer unnötigen Grenze.

Das vierte Buch lese ich aktuell noch, es hat keine klar definierbare Richtung (das ist meine Wahrnehmung), was mein traumatisiertes Kind auseinanderzieht, und ich merke zudem, dass innen drin einer keine Lust mehr hat auf noch mehr Bücher zu dem Thema (offenbar die traumatisierte 13jährige). Das Buch wird also das letzte sein, das ich dazu durcharbeite. Allerdings werde ich das mit dem CHRISTUS noch einmal lesen, da es am meisten berührt.

Insgesamt ist mir – ausser in dem CHRISTUS-betonten Buch – aufgefallen, dass es stets lautet: Raus aus den Fesseln, und hinein in ein „selbstbestimmtes Leben“. Das Leben wieder in den Griff bekommen. Also alles exakt wie in der verpönten Esoterik. Dass die ursprüngliche Problematik (Ego als Chief Commander) damit nur verschoben wird, wissen die Autoren nicht, denn sie brauchen ja, aufgeklärt und modern und intelligent wie sie sind, keinen GOTT …

„ich brauche niemanden! ich kann alles alleine!“ ist jedoch leider der Schlachtruf des traumatisierten Kindes. Vielleicht findet der eine oder die andere sich da wieder. Die Lösung kann nur in einem bestehen: denjenigen wieder zum Bewusstseinszentrum zu machen, der es eigentlich nur sein kann. Ego = der Verstand kann kein Zentrum sein, ist es jedoch bei 99 % der lebenden Menschen in dieser durchgeknallten Menschheit. Dies hat Joseph Benner ausführlich in seinen sehr empfehlenswerten Büchern durchleuchtet.

Hellinger wird, natürlich, in den Büchern hie und da bemüht, seines Zeichens einst katholischer Priester, wie zu lesen stand, der also durchprogrammiert wurde von derselben Denke, die die Inquisition und allerlei anderes Teuflische begründet hat. Hierzu kann ich aus eigener Erfahrung und eigener Erkenntnis nur betonen, dass „Vergebung“ (die ein Kernpunkt in der Aufstellungsarbeit ist) niemals Sache des Menschen sein kann und lediglich ein Zeichen der eigenen Getrenntheit von GOTT ist. GOTT allein ist der Vergebende. Menschen, die sich anmassen, ihren Eltern der Kindheit zu vergeben, haben noch einen langen Weg vor sich. Wir können nicht einmal uns selbst vergeben. Ebenso können wir auch weder andere noch uns selbst heilen.

Wir können GOTT – resp. den CHRISTUS in uns – darum bitten, uns die Wahrnehmung zu schenken, dass uns vergeben IST und ebenso allen anderen, doch nicht etwa durch unseren eigenen Entschluss, sondern weil es GOTTES Wesen ist. Gleiches gilt für HEILUNG. Hier geht es also nur um unsere SICHTWEISE, und nicht darum, dass wir irgendetwas bewirken könnten, zudem noch in anderen Menschen, völlig absurd! Das anzunehmen stärkt lediglich das Ego, das keinen GOTT gebrauchen kann, weil sonst seine Alleinherrschaft bedroht ist. Wenn Ego umherrennt und allen anderen vergibt, fühlt es sich grossartig. Doch was wurde dadurch geheilt, etwa die Trennung von GOTT? Dort ist der EINZIGE Bruch, der zu kitten ist. GOTT zuerst, und alles andere wird hinzu gegeben … Das kann ein jeder alltäglich an sich selbst erleben, wenn er offen ist für diese Erfahrung. Es ist wahr, denn GOTT ist wahr.

Um die anderen Familienmitglieder haben wir uns nicht zu sorgen und nicht zu kümmern. Es hilft, auch das weiss ich aus Erfahrung, die anderen zu verstehen und mitzufühlen, wie es ihnen einst ergangen ist. Doch GOTT hat sie alle unter Seinen Fittichen, ebenso wie ER uns selbst dort hegt und hütet. Der Gute Hirte braucht keine Hütehunde, die den Mitgliedern der Herde vergeben. Hier ist Wachsamkeit geboten.

Ego erkennt sich als Ahnenklärer und sieht sich fortan in wichtiger geheimer Mission. Doch der Ahnenklärer hat nur eine einzige Aufgabe: das zu tun, was kein anderer aus der Linie vor ihm geschafft hat: sich demütig GOTT zu überlassen. Die Leidenskette enden zu lassen, indem er oder sie sich von CHRISTUS im Innersten HEILEN lässt. Das ist nicht wildromantisch, sondern eher unattraktiv für die Egos, da es still und leise vor sich geht. Es ist das simple Loslassen aller bindenden Stricke, mit denen sich die Mitglieder von Sippen aneinandergeknotet haben. So einfach ist das? Es ist das Einfachste und daher Schwerste von allem, denn Ego gibt niemals gern etwas aus der Hand …

Da die meisten Menschen nicht wissen, was Göttliche LIEBE ist, die keinerlei Bedingungen hat, verwechseln sie biologische Bündnisse (Eltern-Kind) mit dieser LIEBE. Kinder lieben ihre Eltern zwar, doch LIEBEN tun sie sie nicht. Denn wären es nicht ihre Eltern, zu denen sie also in einem bestimmten Versorgungsverhältnis stehen, dann würden sie sich auch nicht „lieben“. Karmische Bindungen wirken unter Verwandten vorrangig vor allem anderen. Wer LIEBE erlebt hat, kennt den Unterschied. Beschreibbar ist er -leider- nicht. Oder GOTTseidank, denn dadurch kann LIEBE auch nicht vorgetäuscht werden.

Interessant war in dem einen Buch die Erklärung, warum so viele Leute heutzutage meinen, ihren Seelenpartner gefunden zu haben. Dahinter stecken, natürlich, unerlöste Eltern-Kind-Verstrickungen. LIEBE und Symbiose haben nichts miteinander zu tun! LIEBE bedeutet vollständige FREIHEIT. Es handelt sich bei den sagenumwobenen Seelenpartnern (siehe Esoterik) um karmische Bindungen. LIEBE jedoch bindet nichts.

Nach meinem Empfinden und meiner bisher erlebten Erfahrung geht ohne die Hinwendung zum heilenden Pol (= GOTT) nichts voran, in keinem einzigen Lebensbereich. Das innere Kind flüchtete sich nach jedem Lesen in Seine Arme, und ohne diese Konstante wäre es unterwegs verloren gegangen. Eltern können nicht die Rolle GOTTES übernehmen, denn sie sind selbst lediglich Kinder GOTTES und nicht GOTT selbst. Hier liegt bereits ein Irrtum des Egos. Wir haben leider keine Beispiele von HEILEN Eltern auf diesem Planeten, Eltern, die den WEG mit GOTT bereits zu Ende gegangen sind.

Und ich betone nochmals: ohne spirituellen LEHRER ist die Bearbeitung von Traumata höchst gefährlich. (Ich rede hier nicht von selbsternannten Gurus.) Es braucht einen Anker in der WIRKLICHKEIT, ungleich weltliche Realität. Da in der Welt alles ständig in Bewegung ist, ist dort draussen kein Anker zu finden, weder in Ehepartnern noch in studierten Therapeuten. Es MUSS zuerst eine Beziehung „nach oben“ im eigenen Inneren etabliert sein. Da der CHRISTUS in jedem Menschen ist, sollte ein jeder, der darum bittet, diesen Anker auch etablieren können.

Halt ist NUR dort zu finden, wo STILLE herrscht. Im Zentrum, wo alles unveränderlich ist, ewig, unbeeinflussbar von irdischen Querelen. Dort geschieht HEILUNG, und nur dort;  dort richten sich die Dinge an dem einzigen echten Massstab aus. Ein weltlicher Therapeut kann helfen, doch nur bis zu einer Grenze und schon per se gar nicht, wenn er, ebenso wie alle anderen Leute, gegen das Göttliche arbeitet. Das ist meine persönliche Ansicht. Nun muss ein jeder seinen eigenen WEG finden und ihn selbsttätig gehen.

Ich erlebe echte Entlastung meiner ständig rotierenden Überlebenspersona nur auf eine einzige Weise (und ich habe alles ausprobiert über all die vielen Jahre): Indem ich alles GOTT hinwerfe und IHN damit verfahren lasse, wie ER es für richtig hält. Das ist wie ein Sichfallenlassen in etwas Grösseres, das also, was Kinder versehentlich auf ihre menschlichen Eltern projizieren bzw. von ihnen verlangen und später von ihren (ebenfalls un-heilen) Ehepartnern fordern.

Zu diesem Sichfallenlassenkönnen ist eine geheilte oder weitgehend geheilte Beziehung zu GOTT notwendig. Ich erlebe in dieser Beziehung, der wichtigsten von allen, die allen anderen vorausgeht, dass ich nicht für alles und jeden verantwortlich bin. GOTT hat alle Antworten, nicht Katrin, die die ganze Familie zusammenhalten und heilen wollte.

Das sind meine persönlichen Gedanken zur Traumabearbeitung. Hinweis: Ich werde die Buchtitel NICHT herausgeben. Jeder muss selbst seine Bücher herausfinden, falls er welche lesen will. Teil meiner eigenen Traumabearbeitung ist es, wie schon erwähnt, niemand anderen mehr mitzuschlören. Jeder muss sein eigenes Leben selbst durchwandern.

 

 

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