Wenn zu allem Ärger noch eins oben drauf kommt – laut meckern hilft, die Lösung zu finden

Manchmal erleben wir zusätzlich zu einer eh schon angespannten oder schwierigen Lebenslage noch zusätzlich (so meinen wir:) unnötige Querelen, und wir fragen, muss das jetzt auch noch sein, reicht es denn noch nicht? Nein, es reicht noch nicht, denn es geschieht. Sonst würde es nicht geschehen, einfache Formel! GOTT hat stets die volle Kontrolle. Später erkennen wir, dass das Ereignis lediglich das I-Tüpfelchen war, um einen grösseren Gesamtzusammenhang zu erhellen, und GOTT hat wieder einmal alles in Reichweite für seine Lösungszwecke eingespannt …

Mir geschah das, erneut, bei dem an sich einfachen Vorhaben, eine Tasche voll gut erhaltener Kleidung über eine Kleinanzeige „zu verschenken“. Es meldete sich jemand, kaum dass die Anzeige veröffentlicht war. Leider, so die Person, könne sie nur am WE, also liess ich mich darauf ein, die Tasche eine Woche lang herumstehen zu haben, damit sie am Samstag um 11 Uhr abgeholt würde. Bin ja ein netter Mensch, gelle. Und ich weiss ja, wie es ist, wenn frau kein Geld hat und auf solche Kleiderspenden angewiesen ist. Samstag früh, sehr früh wie immer, stand ich auf und fand eine Mail vor: Geht auch 15 Uhr? (Aus diversen Gründen.) Ja, antwortete ich, 15 Uhr geht natürlich auch. So ganz passte es mir nicht, aber nun ja.

Es wurde 15 Uhr, 15:15 Uhr, 15:30 Uhr, 15:45 Uhr, 15: 50 Uhr. Also schrieb ich, dass ich noch bis 16 Uhr warte und dann müsse ich aber wirklich weg, und dann müssten wir den Abholtermin eben noch einmal verschieben. In der Tat hatte ich das, was mir wichtig war, wegen dieser Sache bereits stundenlang verschoben.

Ich bekam keine Antwort mehr, bis heute nicht. Wes Geistes Kind …?

Ich ärgerte mich ziemlich sehr, weil es obendrein eine Wiederholung desselben Unnützen war, ich hatte das exakt so schon mehrmals erlebt. Doch als ich laut vor mich hin schimpfte, hörte ich mich unverhofft den Lösungssatz, den Schlüsselsatz, sagen: Muss ich mich denn immer nach anderen richten??

Aha.

Irgendetwas in mir glaubte bis zum vergangenen Samstag noch immer, dass die anderen die Richtung hätten, richtig wären, richtiger als ich, und ich hätte mich nach ihnen zu richten, auch im Sinne von: zu beurteilen, und ihrer Richtung zu folgen, Meines hintan zu stellen, damit es ihnen gut geht. Natürlich steckt meine Traumabearbeitung dahinter … Hier muss ich einfügen, dass ich niemandem da draussen an den Geräten raten kann, ohne therapeutische Begleitung eine Trauma-Arbeit zu tun. Es gehen dabei unkontrollierbare Dinge vor sich, die nicht jedermann einfach so ertragen kann. Ich würde es ohne Begleitung auch nicht tun.

Zurück zu der Kleidungstaschenaffäre: Mir gingen tausend Kronleuchter auf! In meiner Herkunftsfamilie wurde das stets so von mir erwartet, und zwar von allen Beteiligten: richte dich gefälligst nach uns, wir sind krank/alt/schlauer/älter als du usw.

Frühkindliche Prägung… Ich erkannte an diesem hellstrahlenden Samstag, aha, ich bin vielleicht selbst ebenso richtig oder womöglich oft genug richtiger als die anderen, und ich darf meine eigene Richtung vorgeben und ihr folgen. Und die anderen dürfen sich nach MIR richten. Oder sie haben eben Pech gehabt, das ist nicht meine Verantwortung. Das bedeutet in meinem Fall, natürlich: nicht mehr den Wölfen folgen, sondern dem Hirten. Und wer es anders will, kann wegbleiben.

Die Klamotten schmeisse ich auf den Müll. Fertig Feierabend. Ich brauche sie nicht, und alles andere interessiert mich nicht weiter. Das knüpft an an die Erkenntnis von neulich, dass ich niemanden mehr mitschlören soll und auch nicht darf (und nicht kann). Irgendwo hier im Blog schrieb ich darüber.

Es mutet an wie ein sehr simples Beispiel, und wenn du die Programmierung nicht hast, die ich hatte, siehst du vielleicht gar kein Problem darin. Die anderen, die es auch in sich haben, werden es begreifen und vielleicht sich selbst nun anders beobachten. Das steht zu hoffen!

Also kann das, was als I-Tüpfelchen auf deinen Problemberg oben drauf geladen wird, der Schlüssel zur Lösung sein. Laut schimpfen ist Gold wert. Muss ja ausser IHM keiner mitbekommen.