Nichts

Falls du zu den klugen Menschen gehörst, die das Sitzen vor IHM (oder Ihm) in der STILLE zu ihrem täglichen Vergnügen gemacht haben, wirst du sicherlich gemerkt haben, dass kein Tag dem anderen gleicht und keine Sitzung der letzten.

Es gibt Tage, an denen rege Gespräche stattfinden, die du natürlich toll findest und die dich den Rest des Tages beflügeln. Ego kommt sich gebauchpinselt vor, vielleicht, und die Motivation ist gross. Entsprechend auch die Erwartung vor der nächsten Stillen Zeit …

Es gibt Tage, an denen du grundlos (scheinbar) weinst, sobald deine Kehrseite den Sitzplatz berührt. Hinterher bist du wieder etwas leichter … etwas hat sich gelöst. Wundervoll.

Es gibt Tage, da fühlst du die Emotionen, die dich blockieren, die Wut, den Ärger, lauter unangenehme Empfindungen, und du spürst, dass du sehr nah an deinen Themen bist.

Es gibt Tage, da fliesst du nur so dahin in schierer LIEBE zu IHM, einfach glücklich, dort zu sitzen …

Dies alles ist wunderbar und wichtig. Doch am allerwichtigsten von allen sind andere Momente … und das sind die Momente, in denen du dort vor IHM sitzt und – NICHTS.

Nichts geschieht.

Keine Einsicht.

Kein Kommentar von IHM (oder Ihm).

Keine Empfindungen.

Keine LIEBE.

Nur du und sonst nichts.

Warten. Das ist das berühmte Warten auf den HERRN.

Was wird geschehen? fragt Ego sich.

Und wartet.

Und NICHTS geschieht.

Und Ego wird unruhig und beginnt, dir Fragen zu stellen, wie ein Kind: Machen wir was falsch? Ist ER wegegangen? Warum kommt GOTT nicht? Warum spricht ER nicht mit uns?

Und wenn dein Herz dir nichts verrät … siehe Rilke.

 

Werbeanzeigen