Was beschäftigt dein Denken am meisten?

Denn das ist dein Gott. Der Normalmensch auf der Erde kreist um so wichtige Angelegenheiten wie Kleidung, Auto, Geld, Arbeitsstelle, ihre Figur, seine Frisur, um Essen und Trinken, die Ehebeziehung, um Sorgen, Kummer, Nöte, Ängste, Vorsorgen, Krankheiten, Urlaube, Rechnungen, manche sogar um ihre Religion bzw. deren vorgeschriebenen Inhalte.

Wenn es so sein soll, wirst du eines Tages erleben, weil ER es dich erleben lässt, wie es ist, wenn ER dich verlässt. Wenn du plötzlich allein im Stockdunkeln stehst, mit zerrissenem Herzen und vor dir nur noch der schwarze Abgrund, weil du in einer Schrecksekunde kapierst, dass du ohne IHN niemals nach Hause kommen kannst, dass dein WEG dort endet, wo du gerade stehst, plötzlich, abgebrochen, versagt. Das namenlose Entsetzen greift dann nach dir.

Nach Hause ist, wir erinnern uns, so wie Himmel und Hölle, kein räumlicher Ort irgendwo (obwohl es das zugleich auch sein kann, auf einer anderen Ebene). Es ist ein Ort IN DIR. Zu Hause ist, wo GOTT in dir wohnt.Und plötzlich ist ER mit Sack und Pack ausgezogen, und du stehst da und fühlst dieses Verlassensein bis in die kleinste Zelle. Eiskalt und schwärzer als schwarz. Es ist, als würde dir das Leben unter den Füssen weggezogen, unvergleichbar, nichts auf Erden gleicht diesem Schrecken.

Dies ist sehr deutlich beschrieben in dem Tagebuch von Schwester Maria Faustyna Kowalska. Sie war – kurz gesagt – mit einem Mal und unvermittelt völlig am Arsch. Ohne zu wissen, warum … Und dann, lange lange Zeit danach, sagte Er einen Satz zu ihr, und das Leben kehrte in sie zurück. Ein sehr ergreifendes Buch, wenn auch in einem relativ engen katholischen Denk- und Vorstellungsrahmen. Doch allein für ihre Beschreibung der Dunklen Nacht lohnt es sich, sich das durchzulesen.

Wenn ER es will, wirst du diesen schwärzestmöglichen Punkt deiner Existenz erleben. Und ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern: du wirst dich hinterher weder daran erinnern, welche Kleidung du dabei anhattest, noch, was du kurz vorher  gegessen hattest, ob deine Rechnungen bezahlt waren, ob deine Frisur richtig sass, ob du den Bauch eingezogen hattest – nichts von alledem. Es verschwindet alles komplett in jener einzigen entsetzlichen Sekunde des Begreifens im Nichts. Nur noch das, was dir entgeht, wenn ER nicht mehr da wäre, das allein ist dir vollständig bewusst. Es war das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Es hat alles für mich verändert, wirklich alles. Ohne IHN bin ich nichts – das zu sagen und es zu erleben, sind, wie stets, zwei verschiedene Dinge. Ich bete, dass ich den schwarzen Moment nie nie nie mehr vergesse.

Durch diesen Punkt müssen offenbar alle hindurch, die Ernst machen mit ihrem GOTT. Der „Punkt“ dauerte bei mir Monate, und er kann Jahre dauern.

Ruby schreibt bekanntlich in ihrem Buch, das wir hier häufig zitieren, weil es alles beinhaltet, was entscheidend wichtig ist: Wenn du noch einen einzigen Gedanken an morgen hast, beweist du, dass du Mich nicht an die erste Stelle in deinem Leben gesetzt hast. (frei zitiert).

Wenn irgendeins der eingangs aufgezählten Dinge dir noch so wichtig ist, dass du dich darum sorgst, bist du noch weit davon entfernt, dass du GOTT an die erste Stelle in deinem Leben gesetzt hast. Sobald du erlebt hast, wie es wäre, wenn ER weg wäre – relativieren sich diese materiellen Umstände und werden täglich unwichtiger. Irgendwann spielen sie keine Rolle mehr. Nichts von deinen materiellen Gütern kann GOTT festhalten, das wirst du dann begreifen.

Vielleicht also ist es dir ein Trost, zu wissen, dass deine Sorgen wie alles auf Erden: temporärer Natur sind und eines Tages aus deinem Bewusstsein verschwunden sein werden, sobald du dein Bewusstein wieder an der richtigen Stelle hast: in GOTT – statt im Verstand, der keine Ahnung hat, wie LEBEN funktioniert. Deine Sorgen haben keinerlei eigene Existenz, ausser als Ideen in deinem Tasgesbewusstsein. Think! Sorgen hat noch niemand gesehen, sie sind nicht anzufassen und sie haben keine Farbe. Der moderne Mensch glaubt doch angeblich nur an das, was er sieht. Seltsame Welt …

Vermutlich kennst du niemanden, der dir das vorlebt, GOTT an erste Stelle zu setzen. Ich kenne jemanden, einen wunderbaren Mann, der sich völlig von allen Dingen losgekoppelt und GOTT nach vorn gesetzt hat. Er lebt ein Leben jenseits der üblichen Zwänge, was nicht für jeden von uns auf dem Tagesplan steht. Er lebt so, und er ist eine der grössten Inspirationen für mich in meinem Leben. Einen kenne ich also. Einen. Traurige Bilanz. Ich hoffe, auch dorthin zu kommen, und die Hoffnung ist berechtigt, das zeigt sich mir täglich mehr und mehr. IHN zuerst – und der Rest kommt ganz von selbst …

 

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