GOTT ist nicht „alles-was-ist“ – Wiederholungslektion

… sondern weit mehr als das. Jeder kann und muss glauben, was er oder sie will. Religion ist so intim, dass niemand einem anderen dort hineinreden kann. Zumindest sollte sie intim sein – und nicht nur ein Kriegsschauplatz, den die Egos verteidigen, um Recht zu haben. Immer ist es interessant und aufschlussreich, sich dieses Thema, ketzerisch wie gewohnt, anzuschauen.

Heute können wir bestaunen, dass es offenbar Leute gibt, die geglaubt haben, dass der Frühling bereits diese Woche beginnen sollte, und nun steht auf der allseits beliebten Wetterwebseite, (die ich frequentiere, wann immer ich Bestätigung brauche, dass die anderen verrückt sind und nicht ich), dass es doch nochmal kalt wird. Unfasslich, dass es Anfang Februar in Deutschland noch Winter sein soll. Tststs. Vielleicht haben das auch nur die geglaubt, die ihren Wetterbericht interessant gestalten wollten. Doch so werden Meinungen gemacht. Heute geht es in diesem Artikel um eine andere Art von „glauben“. Exkurs Ende.

Jemand schreibt auf seiner Werbewebseite für seine Beratungspraxis, für ihn sei GOTT nicht GOTT, sondern lieber „Alles-was-ist“. Das ist, natürlich, der esoterische Klassiker, der beweisen soll, wie weit fortgeschritten jemand in seiner Entwicklung schon ist, dass er nämlich aus dem Kleinkinderglauben an einen persönlichen GOTT schon hinausgewachsen ist. Ich frage mich bei so etwas, wie liebt derjenige denn ein „Alles“? Denn es geht nur um eins in der Göttlichen Beziehung: um sehr persönliche, intime LIEBE, „keine Briefmarke mehr zwischen“ dich und GOTT. Es geht um Sehnsucht und den Wunsch nach NÄHE, es geht um das Hinstreben zu IHM, das Hineinwollen in IHN, leidenschaftlich, ungebremst, verzehrend, Mut und Kraft gebend, alles aushalten lassend, um nur IHM nah und näher zu kommen. Fühlst du das wirklich, im Hinblick auf dein namenloses, nebulöses Etwas? Das finde ich ganz erstaunlich, denn das könnte ich nicht.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ein Neutrum alles verzehrend lieben soll, das im Nichtsnebel versteckt bleibt und bleibe daher bei meinem sehr persönlichen GOTT, der so sehr persönlich ist, dass ER mir, mit meinem albernen Kleinkinderglauben, täglich Liebeserklärungen schickt. Heute früh z.B. sang ER mir zum Aufwachen vor: Liebst du mich so sehr, wie ich dich liebe? Und so war ich schon mit Augenaufschlagen wieder eingewoben in diese LIEBE, die ich manchmal so intensiv wahrnehme, wie vorletzte Nacht, als ich dachte, mein Herz schafft es nicht bis zum Morgengrauen. Immerhin besass Jesus offenbar denselben Kleinkinderglauben, und Er ist, wie bereits beschrieben, mein Vorbild No. 1 (and the only) in Sachen Leaving Earth. Also hat Er bewiesen, dass ein Mensch mit diesem albernen Kleinkinderglauben ganz offensichtlich sehr weit kommt.

Natürlich bin ich intellektuell schlau genug, mir vorzusagen, dass GOTT alles ist, sein muss, denn jedes Sandkorn wurde aus Göttlicher MATER-ie gemacht, dem Mutterelement (Ruby Nelson) und jede Zelle meines Körpers ebenso. GOTT lebt in mir, auch das weiss ich, es ergibt Sinn, denn: wer schlägt mein Herz? Ich ganz klar bin es nicht.

Eine andere Nummer wird jedoch daraus, wenn ER sich sehr, sehr persönlich, IN DIR fühlen lässt. Ich erinnere mich immer wieder mit Erstaunen an die Vorgänge vor einigen Jahren, als ich mit einem Switch die LIEBE nicht nur zu einem Menschen fühlte, sondern zu einer Gruppe von Menschen zugleich; ich stand da und schwankte und dachte, mein Inneres wölbt sich nach aussen. So liebt GOTT zugleich alles-was-ist. Doch ER selbst ist weit mehr. Das Ganze ist eben doch mehr als die Summe seiner Teile … GOTT ist ebenso sehr intimpersönlich wie überpersönlich. Das eine ist erfahrbar, das andere ein theoretisches Konzept. Was nutzt mir ein Konzept? Ich lebe nicht als Mensch, um in Theorien zu schwelgen, sondern weil ebendieser GOTT durch mich konkrete Erfahrungen erleben will.

Natürlich ist Ego sehr trickreich und hat eine breit gefächerte Auswahl an neudeutsch: Tools, um GOTT von sich abzuspalten und schön fern zu halten. Alles-was-ist kann der Durchschnittsmensch nicht lieben. Das menschliche Bewusstsein ist so gestrickt (von wem nochmal?), dass es ein persönliches Gegenüber benötigt, um überpersönliche LIEBE wahrnehmen zu können. GOTT selbst hat sich das grosse Gegenüber geschaffen, das wir die sichtbare Welt nennen, ER  hat uns Sich gegenüber gestellt, warum hat ER das wohl getan?

Ihr merkt schon: Es ergeben sich spannende Fragen, wenn es „MEIN GOTT“ ist – statt irgendein ungreifbares ALLES. Doch Ego will nicht gern persönlich von einem GOTT beobachtet werden, weil es einen ständigen Autoritätskonflikt auslebt. Ebenso praktisch für Ego ist es, GOTT auf andere Personen zu verschieben. zum Beispiel auf Jesus oder Buddha. So haben diese Leute die Verantwortung, spirituelle Reinheit zu Lebzeiten zu erreichen bzw. zu halten, und nicht mehr derjenige, der sich hinter ihnen versteckt. Ego ist bei Gelegenheit gern sehr klein und unfähig (stell dich dumm, dann gehts dir gut). Andere Male ist es so gross wie ein Wolkenkratzer. Lass dich nicht von ihm täuschen. Jeder von uns hat die persönliche Verpflichtung, ein CHRISTUSMENSCH zu werden (Und nein, wir sind es nicht automatisch, der Keim ist zwar in uns angelegt, doch er muss ausreifen!)

Wie ich immer rate: Bitte den erfahrbar sehr persönlichen GOTT doch um ein Zeichen, wie sehr ER dich sehr intim und persönlich liebt. Das erfordert Mut, denn Ego muss damit rechnen, dass sein schlaues Theoriegebilde zusammenkracht. SEINE LIEBE wirst du auf eine sehr interessante Weise wahrnehmen: indem du auf einmal die LIEBE zu GOTT fühlst, denn du bist der Spiegel. ER lässt dich fühlen, wie sehr ER liebt. 

Und das ist nicht mehr die allseits bekannte kleine Ego-Liebe, die aus Hormonexplosionen gespeist wird, wenn die schicke Blondine im Blickfeld auftaucht oder der tolle Mann mit dem vielen Geld und der Machtposition. Es ist dann nicht mehr die kleine Ego-Liebe, die immer einen Grund benennen kann, warum man mit dem Partner zusammen ist oder bleibt, oftmals aus Gewohnheit. Manche belügen sich jahrelang selbst, alle tun es in der Phase der Ver-liebtheit.

Es ist nicht Jesus, der dich liebt. Es ist GOTT durch Jesus, der Menschen liebt.

Du bist es nicht, der oder die den spirituellen LEHRER liebt, auch liebt dieser nicht dich.

GOTT liebt sehr persönlich durch uns hindurch, am Ego vorbei.

Wenn wir IHN lassen.

 

 

Werbeanzeigen