Jenseits des spirituellen Ehrgeizes

In der Spiritualität geht es darum, mit dem TUN aufzuhören. Das bedeutet nicht, liebe Egos, die Wohnung nicht mehr zu putzen, den Job hinzuschmeissen und nur noch zu meditieren. Es bedeutet stattdessen: nicht mehr die Vorstellung zu hegen, etwas dazu tun zu können, auf dem WEG zu GOTT „aktiv“ und „aus eigener Kraft“ voranzukommen. Du kannst keine „eigene Kraft“ haben. Es gibt nur eine KRAFT, die ER durch dich strömen lässt oder eben nicht, sofern du mit deinem Ego den Kanal versperrst. That´s all. Jegliche „Kraft“ wurde bei IHM entnommen, woanders gibt es keine solche zu bekommen.

Wie bereits beschrieben, muss zuerst innere Arbeit getan werden, um erst einmal den Zugang freizulegen, damit die eigentliche „Arbeit“ getan werden kann, die keine Arbeit mehr ist, sondern ein Seinlassen, ein Geschehenlassen. Dieses Geschehenlassen entfaltet sich in absolutem Vertrauen, und ein solches findet nicht statt, solange noch irrtümliche Ideen über GOTT und LIEBE und BEWUSSTSEIN mit sich herumgetragen werden, solange der Begriff VATER noch irdisch-angstbesetzt ist, gleiches gilt für den Begriff MUTTER, und solange andere Dinge noch als wichtiger erachtet werden als ER, so zum Beispiel Macht, Ruhm, Geld, Sex, … und sei es nur die nächste Urlaubsreise. All diese Themen müssen sauber sein, gelöst, emotional geklärt, damit der innere Spiegel so klar ist, dass GOTT sich darin zeigen kann.

Natürlich musst du nicht warten, bis es „irgendwann soweit ist“. Du setzt dich jetzt schon still hin und übst das Warten. Denn wie willst du, kleines Egolein, denn wissen, wann es soweit ist, dass du genügend Themen geklärt hast? Hier gehst du dir wieder selbst auf den Leim. In GOTT gibt es keine Linearität, erst dies – dann das. Nur für unseren irdischen Verstand geht es so vor sich, der ohne eine lineare Struktur durchdrehen würde.

Meine Erfahrung ist, dass es keinen intensiveren Beschleuniger auf dem WEG gibt als das Hinsetzen vor IHN in STILLE. Seitdem geschehen interessante Vorgänge in meinem Bewusstsein, die ich noch nie zuvor im Leben erlebt habe. Sie sind unbeschreibbar, und das sicherlich aus gutem Grund, denn ein jeder muss es selbst für sich erleben und darf nicht vorab mit irgendwelchen Beschreibungen anderer Leute geimpft sein, die wieder irgendwelche Erwartungen provozieren, die dann dem eigentlichen Geschehen im Wege stehen …

Je mehr du versuchst und willst, desto weniger kommst du in den Genuss des Stillseins. Es ist sehr schwer für uns moderne, denkende Macher, die weibliche KRAFT zur Blüte bringen zu lassen, wohlgemerkt von IHM, die da lautet: Ich gehöre DIR, ich erwarte DICH.

Die Hohe Kunst des Nichtmehrtuns löst einen Tsunami aus an Erfülltsein, Wohlgefühl, der Wahrnehmung von Frieden und LIEBE, was auf keinem anderen Wege zu „bekommen“ ist, besser gesagt: zu erfahren ist, zu er-leben ist, als auf diesem Weg des schweigenden Zusammenseins mit unserem GOTT.

Du musst „es“ nicht „schaffen“, deine Gedanken abzustellen, das strengt dich nur wieder an. Du musst gar nichts mehr müssen, eben darum geht es. Einfach hinsetzen wie vor einen guten Freund und entspannt abwarten. Wenn Gedanken da sind, sind sie da, beobachte sie oder auch nicht. Bitte IHN, dir zu helfen. ER stellt sie ab, wenn ER will, das wirst du dann schon merken. Du musst nicht zehn Jahre lang irgendwelche Meditation üben, das ist ein Irrtum.

Woher ich das weiss? Ich bin der lebende Beweis.