Nicht mein Wille, sondern DEINER…

Als ich noch im Stahlbau unterwegs war, gab es nach der Ausbildung von Schweissern einen Hinweis auf dem Zeugnis, der besagte, derjenige habe zusätzlich zu den grundlegenden Fähigkeiten auch solche im Schweissen „unter Baustellenbedingungen“ erworben. Grundlage dafür war bzw. ist, dass auf einer Baustelle unter erschwerten Bedingungen gearbeitet werden muss statt nur geradeaus, u.U. muss über Kopf gearbeitet werden oder was auch immer Unbequemes die Örtlichkeit gerade so anbietet.

Derzeit erlebe ich wieder eindrucksvoll, dass mein Mister GOTT seine ganz eigenen Ideen für mein berufliches Leben auf dieser Erde hat und sie auch durchsetzt, egal, was meine Ansicht ist oder wäre. Wir erinnern uns, dass ich vorhatte, in 2019 wieder weniger Wochenstunden (also nur noch 25) zu arbeiten, weil etliche Dinge in den vorausgegangenen fünfzehn Monaten aufgrund meiner Arbeitszeiten ins Hintertreffen geraten waren, allem voran das Schreiben. Ich traf also, wie ebenfalls hier berichtet, unter einer Krankheitskrise die recht heikle (aus irdischer Sicht) Entscheidung, zurückzuschrauben und mit weit weniger Geld meine schreibende Freiheit zu geniessen. Wochenlang freute ich mich auf den Beginn der schönen Zeit – die exakt eine Woche lang andauerte.

Dann brachen Ereignisse über meinen Arbeitsplatz herein, die niemand voraussehen konnte, so dass ich zuerst nur andere Zeiten bekam und nun auch noch, so wie es derzeit Stand der Dinge ist, wieder Vollzeit arbeiten muss-soll, für einige Monate lang als Kranheitsvertretung. Und wenn ich diese Arbeitsstelle auch noch so heiss und innig liebe – ich geriet letzte Nacht in wirkliche Panik, weil ich meine frisch zurückgewonnene Zeit mit IHM schwinden sah. Es gab einige Tränchen, und ich fühlte mich wirklich im Stich gelassen, nicht sonderlich erwünscht „da oben“, usw., das ganze Programm. Da ich keine Warum-Fragen mehr stelle, nehme ich es jetzt hin. Nicht mein Wille geschehe, sondern DEINER.

Und versuche, wenigstens hier im Blog weiterhin zu schreiben. Mein innerer Eindruck ist, dass es gewollt ist, dass ich diese „Schwierigkeiten“ (die letztlich keine solchen sein können), dokumentieren soll, denn ich schreibe bekanntlich für Leute, die nicht auf einem einsamen Berggipfel im tibetanischen Hochland meditierend schweben, sondern Kinder, Küche, Beruf und Spiritualität gleichzeitig jonglieren müssen. Wenn Bruder Laurentius The Practice of the Presence of God schreiben musste, so muss ich offensichtlich The Practice of the Presence of God under daily difficulties & duties schreiben. Merke: FREIHEIT hat für GOTT offensichtlich nichts mit Arbeitszeiten zu tun …

Zum weiblichen Teil des WEGES gehört bekanntlich, sich nicht mehr gegen GOTTes Willen aufzulehnen und stattdessen zu schauen, wie der innerliche Kontakt zu IHM „unter Baustellenbedingungen“ weiterhin aufrechterhalten werden kann.

Was mir zudem auffällt ist, dass mit der Intensivierung des Dhikr jedesmal eine Zunahme an Schwierigkeiten einhergeht, als ob das Heilige Wort, wie soll ich es sagen, alles rausholt, was noch an Egomania innen drin im Wege steht, wie ein Besen im dunklen, staubigen Keller, und damit scheinbar (aus unserer beschränkten irdischen linearen Sicht) in der Folge äussere Ereignisse orchestriert, die dem Zweck dienen. Ich weiss nicht, wer von euch ein solches Wort bekommen hat und ebenfalls damit arbeiten soll. Vielleicht hilft jemandem diese Beobachtung weiter. Gleichzeitig erhöht sich jedes mal die Bildrate im Traumgeschehen, so dass ich letzte Nacht zwischen dem Geknatsche gefühlte tausend Einzelszenen gesehen habe, vermutlich bevor sie für immer im geistigen Papierkorb gelandet sind.

Es ist und bleibt spannend, stay tuned!

Denn bedenke: Es ist leicht, GOTT zu lieben, wenn alles nach deinem Eigenwillen geht. Es ist leicht, zu sagen, „die Welt interessiert mich nicht mehr!“ wenn du mit der Welt nichts mehr zu tun hast. Doch liebst du einen GOTT, der geschehen lässt, was ER will, nimmst du den Kelch an – oder betest du, dass er vorübergehen möge? Bestehst du IN der Welt – statt nur  von der Zuschauertribüne aus alles besser zu wissen? Ein jeder prüfe sich selbst.

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