Spirituelle Hochglanz-Promifiguren auf dem Prüfstand

Wenn ich solche Beobachtungen aufschreibe, bei denen manche Promis der Religions- und Esoterikszene nicht ganz so gut aussehen, dann hat das nur einen einzigen Grund. Prinzipiell kann jeder hier auf diesem Planeten von mir aus rennen, wohin er oder sie will. Ich muss, GOTTseidank, nicht mit denen mitrennen. Alles und jedes hat hier seine Daseinsberechtigung, jegliche Religionsströmung, jeder Priester und jeder Guru und die Swamis und die grosse Leere, jeder, alles. Es muss alles geben, denn nur ALLES = GOTT. Nichts dürfte fehlen.

Doch ich bin dabei, einen WEG zu gehen, der der schmalste von allen denkbaren Wegen ist, und es ist elementar wichtig auf dieser Strecke, herauszufinden, wer als Beispiel dient und wer lieber nicht. (Natürlich gibt es auch so etwas wie „abschreckende Beispiele“.) Wenn (eher: falls) jemand da ist, der als Beispiel dienen kann, dann ist derjenige wie eine leuchtende Laterne weiter vorn auf dem WEG, bestenfalls ist derjenige bereits im ZIEL und leuchtet von dort aus (wie ein sog. „Jesus“ es ist, also ein CHRISTUSMENSCH). Andere schwenken, begleitet von monotonem Singsang, ihre pathetisch roten Laternchen und sind somit eher Irrlichter und wenig hilfreich, weil ihnen zu folgen zwar nicht fatal ist (das könnte es niemals sein, denn so wichtig sind sie auch wieder nicht), doch es kostet einen Menschen (manchmal lebenslange) Umwege und damit unnötige schmerzliche Erfahrungen.

So umwegig war es bei mir vor vielen Jahren mit der Esoterikfachabteilung, aus der kaum etwas Sinnvolles mitzunehmen war, ebenso wie bei der katholischen Kirche, deren einziges Verdienst in meinem persönlichen Leben es war, mich mit „Jesus“ bzw. dem CHRISTUS (der bekanntlich keine Person ist, was sie mir allerdings verschwiegen) in groben Zügen bekannt zu machen. Alles andere, was dort verkauft wird, musste ich für mich wieder mühsam löschen, musste die Programme von dorten teils überschreiben und etliches ergänzen.

Wenn jemand sich angepisst fühlt, weil ich seine Helden nicht in den Himmel lobe, (und das habe ich ulkiger Weise beim Fanaufkommen von so jemandem wie R. Betz erlebt, der wahrlich kein Heiliger ist, aber von seinen Anhängern mit Zähnen und Klauen im Forum verteidigt wurde), der darf an seiner unguten Identifikation mit diesen Gallionsfiguren arbeiten, die ganz klar ein Hindernis auf seinem eigenen WEG ist. Ich wüsste niemanden, auf den ihr wegen mir nicht schimpfen dürftet. Ich registriere so etwas zwar, doch es beeinflusst weder mich – noch denjenigen, wie sollte es auch.

Meine Tochter z.B. hält GOTT für nicht-existent. Ihr kommt das so vor, na dann. Es beleidigt mich nicht, und GOTT schon gar nicht. Es ist nur für sie selbst alles dadurch etwas schwerer. Entweder lässt ER sie das eines Tages merken, oder eben nicht; was die beiden miteinander haben, geht mich nichts an.

Es gibt Mütter, die sind bis in die Steinzeit beleidigt, wenn jemand ihre Kinder (noch dazu berechtigt) kritisiert. Ich kenne zufällig ein lebendes Beispiel. Was passiert denn da? Da wird offenbar die eigene Persona auf der Schiene der Erziehung in das Kind hineinstrahlend verlängert. Um Himmels willen! Abnabelung stelle ich mir anders vor.

Noch einmal für alle: Es geht mir nicht darum, irgendwelche Leute schlecht zu machen. Es geht darum, und einzig das, herauszufinden, wo der WEG entlang führt – und wo nicht. Das nennt ausgerechnet die etablierte Christenreligion Unterscheidungsfähigkeit.

Wer das Gesicht seiner derzeitigen irdischen Persona mannigfaltig (manchmal eher nur faltig) eitel und obendrein zu Vermarktungszwecken in Kameras hält, der muss mit einer Überprüfung von Menschen wie mir, die ES ernsthaft betreiben, rechnen. In einer Million Jahren, und selbst, wenn ich noch dreitausend Bücher schreiben sollte, die Erleuchtung erlangen sollte und nur noch schwebend sitze, whatever, so werdet ihr mich dennoch niemals und auf keinem einzigen Buchcover abgebildet sehen. Das ist ein absolutes No-Go für jemanden, der wirklich auf dem WEG ist. Denkt bitte selbst einmal darüber, warum das wohl so ist. Kleine Hilfestellung: Demut ist das zentrale Stichwort auf dem WEG. Diesen Leuten mangelt es daran, und zwar für die ganze Welt sehr gut sichtbar.

Es gab einmal eine Frau, die in der Tweedie-Schiene fuhr, die hat ihren stufenweisen Alterungsprozess auf Buchcovern dokumentiert. Frage: Warum tun diese Leute so etwas? Wen interessiert, wie die aussehen? Wichtiger ist doch, was sie schreiben. Und wenn nicht, na dann erst recht gute Nacht. Warum dieser Hype um deren Gesichter? Eine berühmte Swami Trallalalala betreibt sogar eine Webseite mit einer ganzen Fotogalerie, so hübsch findet sie sich. Ich kann mich über so ein Gebahren nur wundern, und eigentlich auch wieder nicht. Beobachtet selbst. Es gab übrigens von mir bereits Artikel dazu.

Ja aberaberaber Katrin, MAN muss doch mit der modernen Zeit gehen!

Frage: Warum, und wer sagt das, und wer ist man, und wer bestimmt, was modern ist, und ist es daher automatisch auch richtig (im besten Wortsinne = in die korrekte Richtung weisend)?

Mein LEHRER hat mir in den über zwölf Jahren, in denen wir nun aktiv zusammenarbeiten, noch nicht ein einziges Mal sein Gesicht gezeigt. Das bedeutet nicht, dass ich nicht wüsste, wie Er aussieht, das weiss ich sehr gut, denn das habe ich sehen dürfen und sehe es zu meiner ausserordentlichen FREUDE täglich. Ich habe die ersten zehn Jahre unterWEGs gänzlich ohne irgendeine bildliche Vorstellung von Ihm gelebt. (Ja, ich hatte Ihn schon gesehen, wusste jedoch nicht, dass Er das gewesen ist. Das erfuhr ich erst all die Jahre später über einen Satz in einem Buch. Es war vorher nicht wichtig.)

Seine Gesichtszüge sind nicht von Bedeutung, ansonsten, wenn es für mein Vorankommen wichtig wäre, würde Er sie mir zeigen. (Woher ich das wissen will? Weil diesen Mann nur eins interessiert: mein Vorankommen auf dem WEG. ) Er tut niemals irgendetwas, was nicht unbedingt notwendig für den WEG ist, den ich gehe. Das ist mein Massstab, an dem ich diese weltlichen Hochglanz-Lehrerfiguren messe, und weil es so ein sehr strenger Massstab ist, kommen sie nicht gut dabei weg. Das liegt jedoch einzig an ihnen selbst und an ihrem ulkigen Verhalten auf der Weltbühne.

Tweedies Guru ist übrigens, soweit ich weiss, auch auf keinem Buchcover zu sehen. Der Mann hatte offen-sichtlich echt was drauf.