Vorteile einer technikarmen Jugend – wo sich der LEHRER verstecken kann

Heute kamen auf der Arbeit nostalgische Gespräche auf an unsere Jugend in einer Zeit, als nicht alles verfügbar war. Ich habe vor langer Zeit schon einmal einen Artikel dazu geschrieben, doch vielleicht gibt es neue Leser oder Leserinnen, die das Thema gebrauchen können.

Wir schicken dem Bericht aus der Vorzeit den Gedanken voraus, dass der nächste Entwicklungsschritt der Erdenmenschheit NICHT immer mehr Technologie ist, sondern eine höhere Spiritualität. Das wird uns allgemein so nicht verraten. Stattdessen wird unser Denken durch immer mehr Technik so umgestaltet, dass wir die wichtigsten Eigenschaften eines Menschen für den WEG völlig aus dem Bewustssein verlieren. (Die weiter unten noch aufgeführt werden.)

Als ich ein Teenager war, gab es keine PCs, keine Tablets, keine Handys, es gab gerade mal Buntfernseher, und RTL war noch ganz neu auf Sendung. Ich entdeckte an einem wunder-vollen Samstagnachmittag anno 1985 die Beatles für mich (und sie blieben mir bis heute ans Herz gewachsen, kein Ende abzusehen), und gleichzeitig begann ich die Musik der 50er, 60er und 70er Jahre gründlichst zu erforschen. Da es keine Downloads wie heute gab, mussten Singles und LPs per Post bestellt werden (niemand hatte ein Faxgerät). Um zu wissen, was man wo bestellen konnte, brauchte es gedruckte Kataloge auf Papier.

Ich war an einen solchen Schallplattenkatalog mit bibeldünnen Papierseiten gekommen, weil ich über die Tauschbörse einer Frauenzeitschrift jemanden gefunden hatte, per Briefwechsel, der auch Oldies sammelte und mir seinen Katalog netter Weise zuschickte. In dem Katalog fand ich einige Scheiben, die ich dann per Post bestellte, sobald mein Taschengeld es hergab. Viele Lieder gab es dort leider auch nicht zu bekommen, und so klebte ich an jedem Sonntag nachmittags von 2 bis 4 Uhr vor dem Radio und lauschte der „Oldieshow mit Roger Handt“ auf der Jagd nach meinen Lieblingssongs aus der guten alten Vorzeit, immer den Finger auf dem Aufnahmeknöpfchen der Stereoanlage (sog. „Turm“, silbergrau, mit integriertem Plattenspieler, hochmodern damals und teuer).

Ich erinnere mich ausserdem an einen Klassenausflug nach Köln, ca. 1987, wo wir nach „Saturn“ ausschwärmen durften, und ich galoppierte im Dauerlauf in die Oldie-Ecke, wo ich „No milk today“ von Herman´s Hermits kaufte. Den Songtext schrieb mir meine ältere Schwester auf ein kariertes Blatt Papier (googlen gabs nicht). Ich kaufte zwar regelmässig das neue TOP-Heft, doch darin fand ich natürlich nicht die ganzen uralten Songtexte. Gut, wenn Geschwister zehn Jahre vor einem auf diesem Planeten gelandet sind!

Oder die Englischstunde, als wir in der English Library für Referate recherchieren sollten, doch ich fand dort ein Buch über die Beatles und war ab dem Moment nicht mehr irdisch erreichbar. Wir hatten kein amazon und kamen nicht einfach so an alle Bücher. Mein Lehrer damals, auch Beatlesfan, liess es durchgehen. Ich erinnere mich wie gestern an diesen herrlichen Morgen in der Englischbücherei unserer Schule. Mein Herz freute sich damals in den 45 Minuten so sehr, dass die Erinnerung bis heute, mehr als 30 Jahre später!, megalebendig geblieben ist. Der LEHRER erscheint uns in vielen Personen auf unserem Lebenweg. Er versteckt sich nicht nur in verständigen Englischpaukern…

Was ich mit diesen Dönekes aufzeigen will: Wenn jemand gewohnt ist, dass Information und das heiss Ersehnte nicht einfach verfügbar sind, sondern er-wartet, er-sehnt werden muss -und oft genug auch überhaupt nicht erreicht werden kann, der hat die beste Grundvoraussetzung für den Spirituellen WEG. Denn Mister GOTT ist altmodisch und legt nach wie vor höchsten Wert auf exakt diese weiblichen Grundenergien oder auch weiblichen Eigenschaften im Menschen (wohlgemerkt auch bei Männern):

Abwarten können, Aushalten können, Durchhalten können, Erwarten können, Geduld haben, Ausdauernd sein, auch wenn das Ziel vielleicht nie erreicht werden kann dennoch nicht verzweifeln, sondern das Unterwegssein dorthin an sich selbst geniessen, den richtigen Moment erwischen durch STILLHALTEN…

Der LEHRER erscheint uns in vielen Personen auf unserem Lebensweg. Und ich bin sicher, ich kann das heute alles, weil ich es mit Roger Handt geübt habe.

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