Dhikr – Gedanken zum Gebetswort. Wen rufst du durch es herbei? (Vorsicht: beinhaltet Religionskritik)

Vieles, das ich erlebe, schreibe ich nicht öffentlich, und so war es seit Beginn vor zwölf, nun bald dreizehn Jahren. Das Geschehen rund um den LEHRER ist heilig, intim, privat, und vor allem für die allermeisten Menschen unbegreiflich, denn es muss erlebt werden, um die Dimensionen des Vorgangs zu ermessen.  Das ganze Dualseelengetue aus der Esoterik reicht in hundert Jahren nicht an dieses Erleben heran, und die Verhaltensweisen der Betreffenden sprechen demzufolge Bände. Die gesamte Esoterikfachabteilung schreibt nicht ein einziges Wort über So etwas, denn niemand kennt es offensichtlich.Es ist einzig bei den Sufis zu finden, dort erst fand ich Erklärungen dessen, was mir mit meinem LEHRER (Erinnerer) widerfährt.

Deshalb kann mir auch keiner erzählen hach, ich erlebe genau dasselbe! – weil derjenige  nicht weiss, wovon er spricht, denn er weiss ja gar nichts darüber, was ich erlebe, und wie könnte er (oder sie) es dann behaupten? Und doch sind sie da, die ungezählten Wannabes. Was sie bei sich selbst wiederfinden sind die wenigen Splitter, die ich öffentlich beschrieben habe, weil ich fand, dass es innerhalb des Erfahrungshorizonts der Leser vonstatten gehen könnte; Splitter, die jedoch noch lange nicht das ganze Bild ergeben. In vieles wird irgendwas Eigenes hineingelesen, was auch absolut ok ist, dann hat mein Text angeregt und Ideen und Erkenntnisse konnten sich einstellen. Doch niemand da draussen weiss, was hier vor sich geht. Und so wird es bleiben. Einfach, weil es nicht von aussen betrachtet werden KANN.

Fakt ist also, es gibt Erlebnisse, die ich nicht berichte, weil es nichts nutzen würde und um niemanden allzu sehr zu provozieren, denn für die Egos ist es provozierend, wenn jemand etwas Seltenes beschreibt, auf das sie selbst keinen Zugriff haben. Und doch muss es einen Grund geben, warum ich Seltenes erlebe und zugleich schreiben kann und soll. Darüber habe ich all die Jahre gedacht. Vielleicht geht es darum, dass gewisse Ereignisse, Möglichkeiten, Fähigkeiten der echten MENSCHEN erinnert werden müssen, dass den Menschen hier unten in dieser dichten dunklen Welt diese Dinge nicht in Vergessenheit geraten dürfen und damit sie sich erinnern, was der nächste Schritt für diese Menschheit ist und wie der WEG dorthin aussieht. Ich weiss es nicht.

Wir hatten bereits erörert, dass die Welt, die wir hier bereisen, nicht verbessert oder verändert werden muss, denn sie wird dringend gebraucht, so wie sie ist, in all ihrem DenBachHinuntergehen wird sie genau so gebraucht, für die Leute, die auf ihr sinken werden müssen. Nein, es ist etwas ganz anderes, das erinnert werden und dass im Massenbewusstsein verankert bleiben muss: worauf es wirklich ankommt und dass es möglich ist.

Ich bin für sehr viele Sachverhalte, die uns irgendwelche Religionen und Denkrichtungen aufschwatzen wollen, das lebende Gegenbeispiel. Nehmen wir das Erscheinen des LEHRERS. Gestern erst wieder habe ich in einem Video eines prominenten Sufi-Zugpferdes gehört, dass der LEHRER auf einen aufmerksam wird, wenn man – so ähnlich lautete es- immer brav seine spirituellen Übungen macht und einen gewissen Reinheitsgrad erreicht hat. Kann ich nicht bestätigen.

Als mein LEHRER mich aufgabelte, habe ich noch ein Leben geführt, dass die geforderten Standards in allen Belangen weit unterboten hat. Ich war frisch getrennt, hasste alle Männer, habe geraucht und gefeiert und Alkohol getrunken und suchte eigentlich nur einen Mann für das Eine, spätere Gespräche ausgeschlossen. Ich hatte keinerlei Bezug zu irgendeiner Spiritualität oder Richtung und dachte an GOTT nur als Gott, der mich eh nicht mag, so, wie die katholische Religion es mir eben beigebogen hatte. Meine Erfahrungen in Sachen Unsichtbares beschränkten sich auf Lenormandkartenlegen um herauszufinden, wann der nächste Lover um die Ecke biegt und ein wenig Spiritismus dammals in der Zeit vor dem Abitur. Und doch kam Er. Es muss etwas anderes in einem Menschen sein, was LEHRER anzieht. Und kluger Weise sagen diese LEHRER es uns nicht, damit die Esoterikfachabteilung keinen Geldmarkt daraus machen kann.

Ich mache derzeit Erfahrungen mit dem Mantra, das Er mir gegeben hat, die Sufis nennen das Dhikr. Doch es hilft dem Leser nichts, darüber zu berichten, denn es kann sich niemand ein solches Gebetswort herbeizaubern, es muss gegeben werden. Sehr schwierig, was kann ich davon weitergeben, was beschreiben, dass es anderen nutzt? Ich weiss, ich erlebe das nicht für mich allein, und doch kann ich es so, wie es jetzt ist, nicht mit-teilen.

Immerhin kann ich einige der Gedanken drumherum teilen, die sich mir erschlossen haben. Es wird in der christlichen Religion ebenfalls mit dem Dhikr gearbeitet, unter verschiedenen Begriffen und Ausprägungen. Es gibt zahlreiche Literatur über das Jesusgebet, das Namensgebet, das Ruhegebet, lauter solche Methoden. Die institutionalisierten Christen zeichnen sich bekanntlich dadurch aus, dass sie keinen LEHRER brauchen, sondern sich allesamt wie eine riesige Schulklasse auf den Papst und auf Jesus konzentrieren. Die Frage stellt sich, wie sinnvoll es ist, mit diesen beiden Kunst-Figuren spirituell zu arbeiten. Natürlich darf sich ein „guter“ Christ diese Fragen nicht stellen. Ich darf das, denn ich bin kein guter Christ, sondern nur eine Frau, die den CHRISTUS liebt, was offenbar in etlichen Belangen ein vehementer Unterschied ist.

Ich arbeite nun mit dem Gebetswort, das mein LEHRER mir gegeben hat – bzw. Er arbeitet mit mir durch das Gebetswort, dass Er mir gegeben hat, oder das Wort arbeitet mit mir… Natürlich habe ich mich zuerst gründlich damit auseinandergesetzt, über ein Jahr lang, statt es einfach aufs Geratewohl daherzuplappern, und Er hat mich zu keinem Zeitpunkt gedrängt, endlich damit zu arbeiten. Ein solches heiliges Wort zu atmen hat weitreichende Auswirkungen auf das komplette Dasein dessen, der das bewusst „tut“. (Wer tut? Das Wort bekommt sehr rasch ein Eigenleben.) Da ich es nicht bis zum Grund ausloten konnte, und niemals mit dem Verstand können werde, muss ich einen unklaren Restzweifel durch VERTRAUEN in meinen GELIEBTEN (Beloved) ausgleichen und lasse IHN nun durch diese symbolische Wort-Brücke noch näher an mich heran. So ist das persön-liche Empfinden, denn natürlich gibt es in unserer LIEBE keinerlei Distanz… Mein Verstand beobachtet das Geschehen voller Unverständnis, mein HERZ jedoch blüht auf und strahlt diese wonnige FREUDE aus, die es nirgendwo in der Welt oder mit anderen Menschen zu bekommen gibt. Sie kommt einzig aus IHM. Das WORT lässt sie an die Oberfläche meines Tagesbewusstseins sprudeln.

Wichtig ist also in diesem Zusammenhang: Vernunft schadet niemandem. Ich kann doch nicht einfach irgendeinen Satz oder irgendeinen Namen nehmen, wie die Christen es weitflächig tun, den irgendwer anders, Leute die ich nicht kenne, als DEN Namen proklamiert haben, obwohl es nur irgendeine uraltrömische oder wasauchimmer für eine Bezeichnung ist für eine Person-a, die auf Erden einen ganz anderen Namen hatte und die in Wirklichkeit erst mal recht einen ganz anderen Namen trägt. Jesus heisst Er nur wegen der institutionalisierten Christenheit. Das vergessen die Leute oder haben noch nie drüber nachgedacht. Die Esoteriker haben andere, blumige Namen hinzu erfunden, die auch nicht zuverlässig benutzt werden können. Denn was für ein Geist steht jeweils hinter dem Wort, das nur ein Symbol ist für eben all das: was dahinter steht.

Ich arbeite doch nicht in meinem tiefsten Inneren mit irgendeinem vorgefertigten Namen, den zahllose Päpste (und wer die Geschichtsbücher gelesen hat weiss, was da für Vögel dabei waren) mit Gottweisswas imprägniert haben. Lässt du die Tür zu Hause auch für andere Leute offenstehen, die dir nicht unbedingt das Beste wollen, und rufst sie noch namentlich herbei, bei Tag und bei Nacht? Denn du atmest die in es eingespurte Essenz des Gebetsworts ein, nicht das, was du in deinem jugendlichen Leichtsinn oberflächlich damit verbindest. Wenn schon Generationen von Menschen mit einem Wort gearbeitet haben, was ist dann darin eingespurt? Du kannst dich nicht in tiefster Überzeugung von den Machenschaften der katholischen Kirche trennen und dann mit ihren triefend imprägnierten Vokabeln arbeiten. think! Vorsicht ist allemal geboten.

Deshalb ist es – da bin ich ganz bei den Sufis – auf jeden Fall vorzuziehen, dass der eigene LEHRER einem ein sozusagen auf den privaten, intimen Zweck zugeschnittenes Gebetswort persönlich übergibt. Doch was ist mit Menschen, die in diesem Leben noch keinen LEHRER haben? Ich weiss es nicht. Vielleicht brauchen sie kein Gebetswort, vielleicht ist es nicht „dran“ bei ihnen, und eins an den Haaren herbeizuziehen wäre in einem unreifen Zustand nutzlos oder gar hinderlich? Die Esoterik vermittelt uns ja bekanntlich reibachtechnisch, dass jeder ES erreichen kann und soll und dass MAN nur diese und jene Methode anwenden muss, um ES zu bekommen (ichauchhabenwollen!!!)

Bei den Sufis habe ich gelesen, das Höhere Selbst kann selbstpersönlich ein solches Wort geben, doch wer ohne LEHRER erreicht sein Höheres Selbst, und wie verlässlich ist dann dieser Kontakt? Schwierige Fragen. Und es ist vor allem anderen wichtig, dass sie zuvor gestellt werden. Denn das Wort, das du verwendest, wird dein Denken bis zu deinem Lebensende (wann immer das sein wird) intensiv prägen, es wird für immer in dir weiterschwingen. Sein Inhalt wird dein Ziel, deine destination. Kannst du mit deinem Ego eine so weitreichende Entscheidung treffen? Ich würde mir das keinesfalls zutrauen.  

Dein bisher verwendetes Gebetswort wird der Prüfung standhalten, sofern es dir dienlich ist. Wenn nicht, wird es für dich nicht mehr „funktionieren“. Doch dann war es eh nicht das Richtige für dich und hat vermutlich sowieso nie funktioniert. Du kennst ja den allgemein gültigen Spruch: Was du liebst, das lass los … wenn es zu dir zurückkehrt, ist es für immer dein. Wenn nicht, hat es sowieso nie zu dir gehört.

All diese Dinge lernen wir nicht im Kommunionsunterricht. Warum eigentlich nicht?