Ein Tipp zum probeweisen Üben mit einem LEHRER – auch für die, die keinen solchen „haben“

Wer von euch einmal die Erfahrung des Zusammenwirkens mit einem LEHRER machen möchte, für den habe ich hier einen Tipp für eine Möglichkeit. Natürlich ist LEHRER sowieso immmer der, von dem du lernst, egal ob LEHRER drauf steht oder nicht. Doch hier ist etwas anderes gemeint: die Erfahrung des Übens mit einem Menschen, der weiter vorangeschritten ist in einer …geistigen Disziplin, so nenne ich das mal. Und wie das auf euch wirken kann – und wird.

Es reicht vermutlich ein erster Anlauf, um mit allem konfrontiert zu werden, was Ego an Widerständen aufzubieten hat. Wer das für sich danach weiter vertiefen möchte, wird einige sehr hilfreiche Lektionen erleben, vor allem eins: den Unterschied, es mit einem LEHRER zu tun und dann, es ohne einen Lehrer und allein zu tun. Die ganze kleine Hilflosigkeit und das Fehlen von etwas Essentiellem kann vermutlich dabei auch für jeden von euch gut wahrgenommen werden, so wie ich es in meinem Eigensinn wahrnehmen durfte.

Es gibt eine Webseite einer QiGong bzw. Tai Chi-Schule, die auch Übungsvideos bei youtube veröffentlicht hat. Ich möchte beileibe keine Werbung dafür machen, und irgendwie auch doch eine Empfehlung aussprechen. Während des Übens mit diesem Lehrer, der dort am Werke ist, ist mir die Idee zu diesem Artikel gekommen. Du kannst es natürlich auch sein lassen. Vielleicht sagt dir dein Ego, es braucht so einen Unfug nicht.

Ich habe bereits im Frühjahr regelmässig mit diesem Mann geübt, und dann glaubte ich, es allein tun zu können. Doch der Unterschied ist wirklich eklatant. Indem du synchron mit diesem LEHRER die Bewegungsabläufe vollziehst, gerätst du in das FELD, das er aufbaut. Du klinkst dich dort quasi ein und wirst damit auf eine höhere Ebene gehievt als die, die du selbst allein erreichen könntest. Diese Erfahrung des Übens in seinem Windschatten ist ungleich tiefer und wirksamer. Das ist meine Wahrnehmung. Ein jeder von euch ist eingeladen, das selbst auszuprobieren, gesundheitliche Voraussetzungen müssen natürlich erfüllt sein, ein jeder ist wie immer für sich selbst verantwortlich und macht da freiwillig mit. Im Zweifelsfall bitte den Arzt oder Heilpraktiker vorher befragen.

Die Seite heisst taiji-song.com und das Video (das 5. von oben nach heutigem Stand am 01.01.2019) heisst Les 18 mouvements du Tai Ji Qi Gong.

(Achtung: Ihr verlasst dann meinen Blog und gelangt auf eine fremde Webseite, deren Inhalte ich nicht beeinflussen kann. Sagt MAN das so?)

Bitte zuerst selbst einmal die ganze Sequenz so gut wie auf Anhieb eben möglich mitüben, es spielt keine Rolle, wie gut oder schlecht es beim ersten Mal gelingt, darum geht es hier nicht. Einfach die Übungen und vor allem den Menschen auf sich wirken lassen und danach meine Reaktionen auf diesen Mann und seine Art durchlesen. Daher hier eine

PAUSE.


Also, ich wieder … Mein erster Eindruck war, der sieht aus, als könnt´er was. Typisch Ego, grosse Schnauze und kann alles einschätzen, was es noch gar nicht kennt. Immerhin war mein erster Eindruck dergestalt, dass ich mir das Video anschauen konnte. Dann war der Typ mir allerdings viel zu langsam, es machte mich ärgerlich. Seine Bewegungen sind so aufreizend gründlich, wie du sicher gemerkt hast, dass es nicht zu der uns üblichen europäischwestlichen Hektik passt. Es war für mich so, dass ich schliesslich soagr furchtbar wütend auf ihn wurde. Ich merkte jedoch, dass es mir sehr gut tat, zu üben, also verlangsamte ich zähneknirschend meinen eigenen Rhythmus bis auf das, was er mir vormachte. Zudem merkte ich, dass es viel leichter aussah, als es ist, Bewegungen korrekt auszuführen und dabei auch noch so zu atmen, dass es Sinn ergibt. Ich wurde zu allem anderen wütend auf mich selbst, weil ich es nicht so schnell raffte, wie ich es gern gehabt hätte. Dennoch machte ich weiter, weil ich merkte, es half  (damals gab es eine fürchterliche körperlich-mentale Herausforderung, die die Übungen für mich erforderlich machte und dementsprechend wurde ich zu diesem Lehrer geführt und – nun, es half.)

Ich begann mit zunehmenden eigenen Fortschritten in den Bewegungsabläufen mich über den kleinen Mann lustig zu machen. Seine unverdrossene Ernsthaftigkeit war irgendwie anrührend. Ein anderes Mal kam er mir plötzlich überlegen und gnadenlos vor, weil meine Schultern vom Üben weh taten und ich beschimpfte ihn, dass ich die Arme nicht noch ein einziges Mal hochbekommen würde. Lauter solche Reaktionen. Das gehört alles zur Wirksamkeit der Übungen hinzu… denn energetische Übungen wirken auf allen Ebenen und somit auch und vor allem auf das Ego und all seine sinnlosen Widerstände.

Heute sah ich das Video zum ersten Mal seit Monaten wieder an und siehe da, ich nahm den Mann ganz anders wahr. Wie ihr schon wisst, habe ich eine entsetzliche dunkle Strecke mit meinem LEHRER hinter mir, die mich restgültig auf die Knie brachte, und zwar sehr schmerzhaft. Heute sah ich in der Gestalt des Meisters auf dem Bildschirm etwas anderes: Ich erkannte in ihm ein Abbild meines LEHRERS und dass es keinen Unterschied gibt zwischen dem einen Lehrer und dem anderen, und ich übte brav und glücklich und in dem vorgeschriebenen langsamen Tempo – und schmunzelte über mich, die auf diese wunderbare Art zu ihrem höchsten Wohle gebremst wird. Ich werde wieder täglich mit ihm üben, das steht fest. Und nein, liebe Begriffsstutzige, der Mann in dem Video ist natürlich NICHT mein LEHRER. Bitte genau lesen und denken.

Ein Wirbel rastete vorhin beim Üben ein, ich habs gehört, und meine ewig verspannten Büroschultern brennen nun, und ich weiss, oh ja, morgen gibt es Muskelkater. Gut so. Mein linkes Knie muckert, Demut ist also wie stets gefordert. Wundervoll, alles durch ein einziges kurzes Video…

In den Wochen nach der Entdeckung des Videos damals im Frühjahr habe ich noch andere Lehrvideos zum Vergleich angeschaut, doch für mich passt dieser hartnäckige stumme Kerl, der mich überhaupt nicht beachtet, am besten. Ich kenne diese Art von meinem LEHRER. Was für dich passt, und vielleicht ist das ein jüngerer  Mann oder eine Frau oder wasauchimmer du finden wirst, das wirst du dann erleben.

So geht das also auch mit einem spirituellen, einem Seelen-LEHRER. Er hat am Ende eben immer recht, weil Er mich besser kennt als ich mich selbst kenne. Und nach einigem egomanischen Herummäkeln tue ich es doch, wie Er es mir rät.

Vielleicht entdeckt der eine oder die andere von euch diese Übungen ja heute für sich und übt ebenfalls damit. Doch Vorsicht, nicht blind der Katrin nachlaufen, das geht inne Bux! Auf den inneren Ratgeber hören ist viel wichtiger. Ich weiss, dass manche meiner LeserInnen da nicht gut genug auf sich selbst hören. Auch das ist eine – und sogar eine entscheidend wichtige – ÜBUNG!

Viel ERFOLG!

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