Selbstüberprüfung – das Wichtigste unterWEGs. Denn sie wissen nicht, was sie tun…

Auf dem spirituellen WEG ist eines von unabdingbarer Wichtigkeit: die Selbstbeobachtung und gleichzeitige Selbstprüfung. Es ist ein Zeichen erhöhten Bewusstseins, wenn jemand sich von aussen anschauen und sein eigenes Tun beobachten kann. Es geht nicht darum, türkise Strahlen aus dem Dritten Auge senden zu können, es geht nicht darum, die Ellenbogen um die Knöchel und dazu das Kinn auf den Boden legen zu können. Ich habe erst vor kurzem erfahren, dass nicht jeder das Vonaussenbeobachten „kann“, oder besser gesagt: zulässt, denn von Können kann eigentlich keine Rede sein, es ist natürlich und steht einem jeden Menschen zur freien Verfügung.

Es steht daher zu vermuten, dass das für einen jeden von uns erlernbar ist. Will heissen: wenn der feste Wille da ist und sekündlich geübt wird, wird es geschehen, und es wird leichter und leichter werden, denn der CHRISTUS ist der, der beobachtet, und je mehr du IHN nach vorn lässt, umso besser. Eigentlich gehts es NUR um dies: Den inneren CHRISTUS ans Ruder lassen, IHN dein Leben sortieren lassen, ohne die üblichen Widerstände. Es hilft sehr, das Beobachtete mit IHM zu besprechen, so entsteht ein permanenter Dialog. Wenn du allein bist, führe ihn laut. Ich bespreche alles mit meinem LEHRER, lese Ihm Sätze vor, erzähle Ihm, was ich gesehen habe, was andere gesagt haben etc. Indem ich es vor Ihn bringe, sehe ich vollautomatisch meine eigenen Fehler sowie gleichzeitig die Verbesserungsoptionen, die ich für mein Denken und daraus folgend: Verhalten habe. Denn der CHRISTUS ist vor allem anderen eines: dein SPIEGEL.

Bleiben wir bei dem Film über das Schachspielen. Du musst dir bei – und mit etwas Übung vor–  jedem deiner Züge bewusst sein darüber, warum du es tust, wie du es tust,  und vor allem: was ER tun würde.

Was tue ich hier eigentlich? Warum tue ich es? Was – oder welche Stimme in mir -treibt mich an? Könnte ich es besser tun, oder soll ich stattdessen etwas anderes tun? oder es ganz sein lassen? Höre ich die Eltern der Kindheit? Den Papst? Wer veranlasst mich, dies zu tun/zu sagen/zu wollen?

Das müssen in jeder Lebenssekunde deine inneren Fragen sein. Das klingt anstrengend, doch das ist es nur zu Beginn. In der Pädagogik heisst das bewusste Inkompetenz. Du lernst Auto zu fahren und musst zu Anfang immer hingucken beim Schalten (so war es zumindest 1990, ich weiss nicht was die heutigen Autos alles selbst tun). Später merkst du gar nicht mehr, wie du die Gänge benutzt, du schaltest einfach. Es ist selbstverständlich geworden, und dann macht Autofahren Spass, weil du dich auf anderes konzentrieren kannst, die schöne Landschaft zum Beispiel. Dann beginnt auch der anstrengendste WEG freudig und elegant zu sein.

Nehmen wir als Beispiel (und ich habe gut überlegt, ob ich es nehme, und es ist so einfach und für jeden leicht nachvollziehbar) jemanden, der jeden Artikel in einem Blog „liked“. Die Fragen desjenigen müssen in unserem Kontext lauten: Warum tue ich das? Was will ich damit ausdrücken/zeigen/demonstrieren/beweisen, und wem? Was nützt das, und wem? Was ist anders, wenn ich es sein lasse? (fühlen, fühlen, fühlen!)

Bei genauerem Hinsehen wirst du feststellen, dass es absolut sinnfrei ist, so etwas zu tun. Zumindest bei einem spirituellen Blog wie meinem, denn in der Welt wollen die Egos natürlich geliked werden. Die (vermeintliche) innere Qualität muss nach aussen gut sichtbar demonstriert werden, weil Egos nur auf die Oberfläche schauen. Daher werden wir mit Verkaufszahlen und Charts bombardiert, die keiner von uns jemals nachprüfen kann. Wenn Sänger xyz eine Milionen Schallplatten verkauft hat, muss er gut sein, oder nicht? Wenn der Roman auf Platz eins der Spiegel (!) Bestsellerliste ist, muss er gut sein, oder nicht? Soviele Konsumenten können nicht irren, oder nicht?

Ego hat keinen eigenen, inneren Wertmassstab, der egobasierte Mensch hat seinen heiligen eingeborenen Massstab völlig verloren, und daher braucht Ego einen äusseren Markierer, irgendein sofort sichtbares Etikett, dass unmittelbar zeigt: Autor zyx ist hochspirituell, denn er hat es geschafft, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen mit seinen Büchern über Gott. Das sagt rein gar nichts über die tatsächliche, innere Qualität der Bücher aus, sondern nur etwas über die Denkweise der Egos in der Welt. Sobald du spirituell unterwegs bist, interessieren dich solche Äusserlichkeiten nicht mehr. Dann gilt nur noch die tatsächliche, innere Qualität, die du dann leicht wahrnimmst. Das sortiert das meiste aus, was an der Oberfläche des irdischen Bewusstseins umhertreibt. Deswegen wirst du statt Romänchen vermehrt Bücher lesen, die niemand in deinem Umfeld liest, die vielleicht so gut wie überhaupt niemand liest, denn du gehst nicht mehr nach äusserer Aufmachung und Werbung, sondern wirst von der inneren Qualität, der „Energie“ des Geschriebenen geführt.

Also: Bevor du irgendwas likest, frage dich: Dient das anderen? Können sie mit einem Artikel mehr anfangen für sich und ihren Weg, wenn drei Likes drunterstehen oder dreissig?

Mich interessiert sowas nicht, ER muss meine Artikel befürworten, nicht irgendein Mensch auf der Erde. Ich hab die Schaltfläche folgerichtig gelöscht. Das Brett leergefegt… ich hoffe, das hilft. (Dazu must du den oben verlinkten Artikel von heute früh gelesen haben, sonst geht dies an dir vorbei.) Die innere Qualität „meiner“ Texte muss niemand an der Oberfläche sehen, für solche Leute ist das Geschriebene nicht.

Wenn du einen LEHRER hast, wie Ben Kingsley in dem Film, der dich nur stumm anschaut, dann weisst du immer, dass es Zeit ist, dich selbst anzuschauen. Er macht es dir vor. Du gehst als Schüler in die Spiegelwirkung – beginnst, dich ebenfalls anzuschauen, und oh ja, du wirst alles sehen, was Er sieht… und das ist meistens unschön, unerträglich, peinlich, dämlich, zum Lachen auch, und zum Weinen. Doch nur so kommst du dem irrsinnigen programmierten Denker in dir auf die Schliche, zähmst du den undressierten inneren Löwen. Der LEHRER muss dir nichts mehr erklären, Er muss nicht drei DIN A4-Seiten Channelingbotschaften durchsagen, die du dann im Internet verkaufen kannst. Das ist nicht Seine Aufgabe. Er muss dich nur ansehen, das ist Seine Aufgabe. Denn das zeigt dir, was deine Aufgabe ist. (Und manchmal zieht Er die eine Augenbraue leicht nach oben …)

Ich würde diese innere Beobachtungsfunktion jedoch keinesfalls Gewissen nennen, denn das irdisch-menschliche Gewissen ist lediglich eine Zusammenballung von Regeln aus Elternhaus, Schule, Religion und Moral, Angst vor Bestrafung und Polizei, kurzum eine innere zusammengesammelte Instanz, die kein verlässlicher Ratgeber ist. Sie ist starr statt flexibel und rechnet vom gestern auf das Morgen hoch, statt das HEUTE bzw. das JETZT flexibel und passgenau zu behandeln, so, wie es der CHRISTUS stattdessen tut.

Die gut trainierte Beobachtungsfähigkeit berührt vielmehr das, wonach wir alle lechzen: BEWUSSTSEIN. Ebenso wie das vielgerühmte Bauchgefühl nur eine Ansammlung angstvoller Erlebnisse aus dem Massenbewusstsein ist, die das Ego nie mehr oder niemals erleben will; das sind Rassenerinnerungen, die eingespurt sind und auf jeden Menschen wirken, der an dieses Feld angeschlossen ist, und daher wird im Bauch automatisch und ohne Vernunft, wie bei Tieren, gewarnt. Das was folgt ist Instinktverhalten: Kampf oder Flucht. Mit BEWUSSTSEIN hat der Bauch nichts zu tun. Entscheidend für einen Menschen, in dem bekanntlich der CHRISTUS wohnt, ist das Wissen aus dem HERZEN. Und dazu ist permanentes Üben und gutes Training notwendig, zum Beispiel: siehe oben.

Beobachte dich sehr genau. Dann erst beginnst du zu wissen, was du tust …