Dämonen – warum sie an Weihnachten Halligalli haben

Gestern habe ich zum definitiv letzten Mal eine Weihnachtsver-anstalt-ung mitgemacht.

Zuerst war alles noch ganz normal, doch es kreiste frühzeitig der Sekt (auch bekannt als Radaubrause, dies nicht ohne Grund), und die vormals ganz erträglichen Egos begannen sich aufzublasen. Ängstlich wurden die zahlenmässig eher raren Flaschen im Auge behalten. Es gab zu dem Sekt auch ein Buffet, und ich konnte immerhin etwas Salat und ein trockenes Brötchen essen, was meine alkoholfreie Nüchternheit noch steigerte und den Wahnsinn um mich herum leider noch klarer zutage treten liess. Als der Sektpegel bei meinen Tischgenossen ein Mindestmass erreicht hatte, regte sich die Nikotinsucht bei dem einen oder der anderen. Ein Laster feiert eben ungern allein.

Es war gestern, was mich angeht, ein Pendeln zwischen Fremdschämen, Fassungslosigkeit, Entsetzen, Müdigkeit, SichnachHausewünschen und an-und abschwellender Wut, Wut auf mich selbst, dass ich die mir nach weniger Zeit angebotene Mitfahrgelegenheit nicht angenommen hatte. Ich wollte kein Spielverderber sein und blieb. Selbst Schuld. So lernt mensch, nicht wahr. Den Tag vergesse ich hoffentlich nie mehr, damit ich nächstes Jahr rechtzeitig die Seilbahn heimwärts antrete.

Die Dominanz des Alkohols in der Vorweihnachtszeit und zu den Feiertagen habe ich dieses Jahr allüberall als sehr massiv empfunden. Die erste Frage ist immer, wer fährt und wer trinkt. Ich fahre nicht und ich trinke dennoch nicht, was mir keine neuen Freunde beschert. Die anderen begreifen nicht, wieso ich nicht die Gelegenheit nutze und mir was in den Kopp schütte. Wenn jemand sich nach der Umfrage allein trinkfähig wiederfindet, sinkt seine Laune um drei Etagen, denn alleine saufen macht den Leuten offenbar wenig Spass, und Spass ist es doch, was sie alle wollen. Warum reicht ihnen das? Warum keine FREUDE?

Es werden alkoholische Getränke und Gepanschrezepte schon Wochen vorher vorgeplant, damit Weihnachten auch schön wird. Und die Grossfamilie erträglicher? Ich habe da früher munter mitgemacht, und da ich in der goldenen Lage bin herausgefunden zu haben, was (bzw. wen) ich einstmals damit auffüllen wollte, weiss ich, was diese Leute vermissen und dass sie auf die verkehrte Weise nach Erlösung suchen. Jeder wie er oder sie will, klaro. Ist doch alles ganz harmlos. Oder?

Das Problem ist, dass mit jeder bewusstseinsverändernden Substanz der Gegenspieler der Bewusstwerdung gestärkt wird, also die dunklen Wesensanteile des Menschen. Der Mensch füttert sie regelrecht damit. Ego läd sich auf manche Weise allerlei nette Freunde ein, die den Menschen zugrunderichten können. Früher nannte sich das Dämonen. Wie können sie hereingelangen? Traumata, Operationen, Drogen, Alkohol, Zigaretten – alles, was das Bewusstsein lahm legt (ich meine nicht das Tagesbewusstsein, aber auch dies gerät dabei in aller Regel in die Nullstellung), öffnet eine Tür, die besser verschlossen geblieben wäre. Und fortan muss der Untermieter weiter gefüttert werden – mit Nikotin oder Alkohol oder beides oder wasauchimmer. Er fordert und fordert, und der Wirtsmensch rast zur Tankstelle und holt Kippen, egal wie viele schwarze Lungenflügel auf der Schachtel abgebildet sind. Alkohol öffnet offenbar besonders aggressiven Dämonen Tür und Tor, was jeder weiss, der mit einem Alkoholiker zusammenleben musste. Ich bin mit einem aufgewachsen und kenne mich bestens aus. Diese Leute sind nicht zu beneiden. Ihr Leben wird ihnen dämonisch gestohlen und es gibt einen Punkt, an dem verlieren sie die Kontrolle darüber.

Wer schon einmal miterlebt hat, wie so eine Entität das eigene System gottseidank wieder verlassen hat, der rührt keine einzige Zigarette mehr an und auch keinen Sekt. Und wer in die Lage versetzt wurde, und zwar durch den CHRISTUS, also das innewohnende große BEWUSSTSEIN im Menschen, das Hervortreten dieser Entitäten in den menschlichen Zügen eines Gegenübers sehen zu können, der wird in Zukunft einen Bogen um betrunkene Arbeitskollegen machen. So wie ich es tun werde.

Ich habe es schon mehrfach gesehen, wie bei einem Menschen mit steigendem Alkoholpegel  zunächst seine komplette Körperhaltung und sodann auch die Mimik und finally der Ausdruck seiner Augen sich -ich nenn es mal: ungünstig veränderten. Ich brauche keine Gruselfilme mehr, ich seh das live und in Farbe. Bei Leuten, die vor jeder Institution der Welt als völlig normal angesehen werden – und du und ich hingegen als seltsam, spleenig, verrückt. Doch wie heisst es so schön? Lieber verrückt als einer von euch.

Am nächsten Tag versucht Ego wieder ans Ruder zu gelangen und drückt den Dämon (bleiben wir bei dieser Bezeichnung, weil jeder sich darunter etwas bildlich vorstellen kann) zurück in die Dunkelheit in seinem verschmutzten System. Der Mensch findet sich schick, weil er einen sog. Kater hat, also ein vergiftetes Körper-Geist-System, was beweist, dass die Fete geil war. Das ist an Ignoranz, Dämlichkeit und Irrsinn nicht zu überbieten.

Als ich nach zuvielen Stunden gestern abend endlich wieder zu Hause ankam, in die STILLE meiner fernsehfreien Wohnung, hab ich geweint. Mir ging es furchtbar. Was mich rettete, war, mein Mantra innerlich aufzusagen. Das stärkte mich wieder, ich hing die ganze Nacht daran wie an einem Tropf, und heute fliesst die LIEBE wieder ungehindert durch mein System. Besser als einen dicken Schädel zu haben. VIEL besser!

Das zweite höchst entscheidende Thema bei den sog. normalen Bürgern unserer Kleinststadt ist die Mahlzeitenabfolge zum Fest. Ich war heute ein paar Dinge einkaufen, und zur üblichen Feierabendstunde begann der Supermarkt zu brausen wie ein Bienenstock, und die Einkaufskarrenaggressoren tobten sich zunehmend hektischer aus. Es war deutlich spürbar, wie eine Art Brummen Besitz von dem Laden ergriff. Energetisch hoch aufgestachelte Wahnsinnige, die kopflos zwischen den Regalen umherirrten. Ich war gottlob schon auf dem Weg zur Kasse. Unfasslich.

Es wurde mir kürzlich von einer Frau berichtet, die in der letzten Woche vor Weihnachten ausschliesslich Kohlsuppe schlürft, damit sie an Weihnachten fressen kann (meine Wortwahl zwecks Veranschaulichung). Andere trauen sich nicht einmal, ein einziges Stück Schokolade zu nehmen, um an Weihnachten fressend alles nachholen zu können. Oder warum fasten die vorher? Ich begreif es nicht. Meine Essgewohnheiten bauen, siehe oben, selbstautomatisch Fastentage ein. Dass es Schokolade gab, war gestern meine Rettung gegen einen knurrenden Magen!

Thema No. 3 sind wie immer die materiellen „Geschenke“. Egos beobachten eifersüchtig, wer was von wem bekommt, wann und warum und wie gross, wie teuer, wie neiderzeugend.

Wir sollten gestern während des Essens auf Pappteller schreiben, was wir für unbezahlbar halten. Jemand schrieb „Geld“.

Ich habe von keinem einzigen Menschen im Vorfeld von Weihnachten den Namen Jesus Christus gehört.

 

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