Geschirrspülgedanken – Maria & Martha, Folge 724

Heute sind meine Gedanken wenig linear, und ich weiss daher nicht, ob das Folgende Sinn ergeben wird. Entscheidet selbst. Geht los:


Maria & Martha mal anders. Wenige der sog. Gleichnisse beschäftigen mein Denken so sehr wie dieses, vielleicht, weil ich einen eigenen Haushalt führe und mein Geschirr von Hand spüle. Ich kann nur jedem raten, der auf dem WEG sein will, seine Geschirrspülmaschine wegzuschenken und ab sofort selbsttätig von Hand abzuwaschen. Die Gespräche, die innerlich dabei stattfinden, sind Gold wert. Nun, jeder, wie er meint.

In unserem Haushalt habe ich also die alleinige Spülgewalt, denn meine Tochter weigert sich, zu spülen oder abzutrocken. Sie tut es einfach nicht. Stattdessen sieht sie ihren Part darin, Unmengen an schmutzigem Geschirr herzustellen. Dies beherrscht sie gut und gründlich.

Manchmal habe ich einen schlechten Tag und ärgere mich darüber, besonders so wie heute, wenn ich gerade eine geschlagene Stunde abgespült habe und dann einkaufen gehe und wiederkomme und alles wieder vollsteht, Töpfe, Tiegel, Gläser, Besteck -. Ich liess also neues Wasser ein (zum vierten Mal heute früh), seufzte und brummelte vor mich hin, während die lustigen bunten Seifenblasen vor sich hin plöppten.

Was wäre hier richtig? Die junge Frau zu zwingen, mir zu helfen? Jeder Supernannyratgeber wird dir genau das raten, und meine Arbeitskollegin ebenfalls, ihres Zeichens vollkommen den herrschenden Strukturen und  althergebrachten Vorschriften der Egos unterworfen, so, wie sie es gelernt hat, von ihren Ego-Eltern und Ego-Grosseltern.

Ich versuchte es anders und fühlte in die Angelegenheit hinein. Würde ich einen Affenaufstand machen und meine Tochter zwingen, durch welche Druckmittel auch immer, und sie würde abwaschen helfen, dann würde ich was fühlen? Sieg.

Und sie? Hm, vielleicht Ärger, Niederlage, Missmut, Unwillen. Sieg ist das schlimmste und niederträchtigste von all dem, denn es bedeutet: Harharhar, ich habe gewonnen und geniesse es, dass der andere verloren hat. Ich würde Triumph fühlen, doch keinerlei Frieden. Ich könnte auch streiken, doch wem dient das dann? Niemandem, natürlich nicht, denn dreckiges Geschirr zu stapeln ist widerlich, und schon bald hätten wir keine sauberen Teller mehr. Frieden? Natürlich nicht. Ich spüle weiter allein ab.

Aberaberaber Katrin, dann hat ja deine Tochter gewonnen und du bist der Verlierer!

… sagt jemand, der nicht weiss, wie Bewusstsein funktioniert und der immer nur in Dualität denkt.

Wie kann denn Frieden entstehen? Denn erst, wenn du innerlich den FRIEDEN fühlst, ist eine Sache richtig gelöst, egal, ob die Lösung so im Püschologieratgeber stünde oder nicht. Ich erinnere an meine Entscheidung, die zweite Arbeitsstelle ab Januar nicht weiterzuführen und wie sich DAS anfühlte, wow wow wow, und heute noch fühle ich es.

Die einzige Lösung besteht, natürlich, darin, dass ich meine Sichtweise überprüfe und meine Motivation ggf. anpasse. –> Wer auf dem Bewusstseinsweg ist, hat die Verantwortung für eine Situation. Von den anderen kannst du nicht dasselbe erwarten, nicht, weil sie dümmer wären als du, sondern weil sie einfach nicht dort unterwegs sind, wo du unterwegs bist. Es ist deine Aufgabe. Du musst GOTT antworten. ER hat dich aufgerufen, nicht die anderen. Wer hat mir den Geschirrberg dort hin gestellt? Ich glaube, GOTT und meine Tochter arbeiten heimlich zusammen.

Um das Problem mit der Dualität im herkömmlichen Ego-Denken zu verdeutlichen, schauen wir uns das o.g. Lieblingsgleichnis an. Wer hat die bessere Position, Maria oder Martha? Es wird so erzählt, dass es Maria sei, die die bessere Position gewählt habe, doch das sehe ich anders. Sie sitzt bei Jesus herum und die andere spült ärgerlich ab. Angeblich bevorzugt Jesus die Herumsitzende. Ich wage das zu bezweifeln, wie ich so bin eben. Jesus hat ein Höheres Bewusstsein und würde daher niemals eine entweder-oder-Entscheidung treffen. think!

Die beste Position wäre folgende, und ich würde Jesus genau das sagen: „Ich spüle ab, und du kommst mit, wir werden uns dabei unterhalten. Was sie tut, (Blick Richtung Maria) ist mir schnuppe, sie kann mitkommen, wenn sie den Mund hält.“

Fazit: Es geht nämlich GLEICHZEITIG: Abspülen UND vor Ihm sitzen. Es ist eine Frage der inneren Einstellung und nicht der äusseren Position im Raum, wo also jemand sich befindet. Leider werden Gleichnisse in aller Regel dual gedeutet, weil die, die sich damit befassen, eher wenig an Bewusstheitsentwicklung interessiert sind. Natürlich sagt JC nicht, wer faul ist, ist richtig, und wer den Haushalt schmeisst, macht es verkehrt.

Er würde das Herumsitzen in die Küche verlagern, ganz sicher.